So gehen Studium und Lehre heute Sagt mal, was macht Ihr da eigentlich?

Die meisten Abiturienten haben keine genaue Vorstellung davon, was man den lieben langen Tag an einer Uni oder in einem Unternehmen so treibt. Wir haben eine Auszubildende und einen Studenten gebeten, uns mal zwei Tage mit durch ihren Alltag zu nehmen.

Ulrike Heitze, Handelsblatt Karriere Abi | , aktualisiert

Sagt mal, was macht Ihr da eigentlich?

24 Stunden 1

Foto: Gerd Altmann/Pixelio.de

Jessica Tews ist 19 Jahre alt, wohnt in der Nähe von Lemgo und steckt mitten im ersten Lehrjahr. Sie macht eine Ausbildung zur IT-Systemkauffrau bei Phoenix Contact, einem Unternehmen für Elektrotechnik und Automation in Blomberg, in der Nähe von Paderborn.


6.30 Uhr


Arbeitsbeginn! Bin für ein halbes Jahr in der Ausbildungswerkstatt. Technik-Basics lernen. Hier geht es früh los. Zum Glück ist das nicht in allen Abteilungen während meiner Lehre so.

6.40 Uhr
Was habe ich letzte Woche getan und gelernt? Trage meinen Ausbildungsnachweis ins System ein. Dann schnell noch Mails checken.

7.00 Uhr
Alle Azubis zum IT-Systemkaufmann und zum Fachinformatiker ab in den Schulungsraum von Herrn Werneck. Heute lernen wir Grundlagen der Elektrotechnik. Bin gespannt!

7.30 Uhr
Die Komponenten eines PCs? Im Internet informieren und alles in einem Dokument zusammenstellen.

9.00 Uhr
Pause. Schinken-Käse-Croissant aus der Kantine. Hmm ?

9.15 Uhr
Wieder an die Arbeit. Grafikkarte, Festplatte, Prozessor... Steckt eine ganze Menge in so einem PC.

10.30 Uhr
Wir werfen unsere Infos zusammen. Herr Werneck erzählt dazu. Gut zu wissen. Hilft mir vielleicht auch gut in der Berufsschule weiter.

10.45 Uhr
Obwohl unsere Ausbildung "Kaufmann" heißt, besteht gut die Hälfte aus Technik. Finde ich gut – genau deshalb habe ich mich dafür entschieden. Nach der Lehre kann dann jeder schauen, ob er mehr selbst programmieren will oder eher ins Kaufmännische wie den Vertrieb geht.

11.30 Uhr
An den Schraubenzieher, los! Jeder darf jetzt selbst einen Rechner auseinanderbauen. Die meisten machen das offensichtlich nicht zum ersten Mal. – Nicht so wie ich ;-(

12.00 Uhr
Endlich Mittag. Trotz der großen Auswahl an Essen, fällt mir die Entscheidung leicht: Pommes ^_^

12.30 Uhr
Wir üben präsentieren: Jeder muss seine PC-Ergebnisse mit PowerPoint vorstellen. Ich weiß schon: Nicht mit den Armen fuchteln, laut und langsam sprechen.

14.45 Uhr
Der Lohn fürs zeitige Aufstehen: Der frühe Feierabend.

16.00 Uhr
Schnell was essen und dann zum Handballtraining.

20.00 Uhr
Morgen habe ich JBU. Steht für Junior Business Unit. Hier machen wir Azubis fast alles in Eigenregie. Ziemlich abwechslungsreich – und spaßig ^.^ Muss morgen eine Schulklasse durchs Unternehmen führen. Deshalb noch mal kurz die Firmenpräsentation angucken, damit alles sitzt ;)


6.30 Uhr

Aufstehen… Diesmal nicht ganz so früh. Heute ist mein JBU-Tag.

7.15 Uhr
JBU steht für Junior Business Unit. Hier machen wir Azubis fast alles in Eigenregie: Wir betreuen Praktikanten, machen Marktforschung, bloggen im Netz über unsere Lehre. Ziemlich abwechslungsreich – und spaßig ^.^

7.30 Uhr
Ich arbeite in der JBU in der Berufsorientierung: Wir besuchen Schulen, erzählen über Bewerbungen im Allgemeinen, machen mit den Jugendlichen Einstellungstests und stellen Phoenix Contact vor.

8.00 Uhr
Hole die Schüler – 9. Klasse von einer benachbarten Realschule – vor unserem Gebäude ab. Alle ganz interessiert. Manchmal sind die aber auch sehr ruhig und man muss ihnen jede Frage aus der Nase ziehen.

8.15 Uhr
Luisa Budde, Fachinformatikerin und auch im 1. Lehrjahr, und ich präsentieren, was Phoenix Contact so herstellt. Zum Beispiel Industriestecker und alles, was man in Schaltschränken braucht. Nicht ganz einfach zu beschreiben.

9.30 Uhr
Wir zockeln mit den Schülern übers Gelände und zeigen ihnen die Fertigung. Zum Glück gibt es heute überall etwas zu sehen. Ist blöd, wenn man an einer Maschine etwas zeigen will und diese steht zufällig wegen Wartungs- oder Umrüstarbeiten still.

11.00 Uhr
Kurze Getränkepause im Schulungsraum. Danach erkläre ich, wie man bei uns zum Beispiel Mechatroniker und Industriekaufmann wird.

11.45 Uhr
Alle mal lächeln. Ein Foto mit der Schulklasse für unsere Facebook-Seite. Gleich online stellen.

12.00 Uhr
Die Schulklasse ist verabschiedet. Alles gut gelaufen. Ein Glück :D

Schnell noch den Raum ein bisschen aufräumen. Sieht aber ganz ordentlich aus.

12.30 Uhr
WOCHENENDE! Freitags ist immer früh Schluss bei uns.

21.00 Uhr
Cocktailbar mit Freunden

Tobias Braun ist 22 Jahre alt und wohnt mit seiner Freundin in Witten. Der Schwabe studiert im dritten Semester IT-Sicherheit (ITS) an der Ruhr-Universität Bochum (RUB).


8.00 Uhr


Heute mal entspannt aufstehen und frühstücken. Übung zur Diskreten Mathe ist erst um 10. Die Formelsammlung für nachher habe ich schon gestern Abend fertig gemacht.

10.15 Uhr
Übung Diskrete Mathe. Beginnt wie immer mit Miniklausur. Testet den Stoff aus der Vorvorwoche ab. Ist zwar freiwillig, bringt aber Bonuspunkte für Schlussklausur am Semesterende. Noten sind mir wichtig, nicht zuletzt wegen Master-Platz.

10.45 Uhr
Wir besprechen mit dem Prof die Übungen, die wir daheim als Nachbereitung zur Vorlesung gelöst haben. Die Aufgaben kosten einen immer ein paar Stunden pro Woche, aber immerhin bleibt man so am Ball.

11.45 Uhr
Auf dem Sprung zur nächsten Vorlesung. Schnell noch ein Salamibrötchen aus der Cafeteria. Plane mit Freunden, wann wir uns in dieser Woche zusammensetzen, um Fächer vor- und nachzubereiten.

12.30 Uhr
Vorlesung Netzsicherheit: alte Internetprotokolle wie FTP und ihre Lücken. Wie lässt sich so ein Protokoll heute besser gestalten? Ist nicht immer spannend. Zur Not gibt's den Stoff auch Online. Wir ITSler stellen uns viele Infos ins Netz.

13.45 Uhr
Uff, Ende der Veranstaltung. Magen hängt auf den Knien. Um die Zeit ist die Mensa schon immer ziemlich geräubert. Gehe mit Freunden auf ne Pizza in die Unistadt, ein Viertel gleich hinter der RUB.

15.15 Uhr
Noch gut Zeit bis zur nächsten Vorlesung. Treffe Kommilitonen aus China im Hörsaal. Ein bisschen quatschen. Sollte besser schon mal anfangen, das Grundlagenpraktikum für morgen vorzubereiten.

16.15 Uhr
Vorlesung Diskrete Mathe. Per Graphentheorie lernen wir IT-Prozesse zu analysieren und darzustellen. Prof gewinnt wieder den "Schrägstes Mathe-T-Shirt von Welt"-Contest. Sein tägliches Hobby :-))

17.45 Uhr
Schluss für heute. Erstmal eine Runde kochen und ein bisschen vor dem Fernseher chillen.

21.00 Uhr
Der Schreibtisch ruft noch mal: Grundlagenpraktikum ITS. Lernen morgen, wie man E-Mails hackt und manipuliert. Muss als Vorbereitung zehn Seiten Theorie durcharbeiten und 15 Fragen beantworten.

23.00 Uhr
Endgültig Feierabend. Mit der Freundin noch 'ne Runde Ace of Spades spielen.


8.15 Uhr


Schon wieder Vorlesung Diskrete Mathe. Mit 2 Vorlesungen und 1 Übung hat das Fach zurzeit eine hohe Prio. Ist interessant, aber auch ordentlich schwer. Besser nie den Anschluss verlieren.

9.45 Uhr
4 Stunden "frei" bis zur nächsten Veranstaltung. Muss mich aber beeilen. Bin heute als RUB-Guide gefragt.

10.15 Uhr
Führe IT-interessierte Oberstufenschüler herum. Zeige denen erstmal unser Gebäude. Ist das schickste auf dem Campus, mit neuester Technik. Prima zum Angeben.

10.40 Uhr
Erkläre denen unser Studium und gebe ihnen eine kleine Kryptoaufgabe zum Üben: Eine kurze Nachricht per RSA verschlüsseln. Wer in unserem Studium keinen Spaß an Mathe hat, wird nicht glücklich. Das sollten die Kids wissen.

12.30 Uhr
Schüler verabschiedet. Waren, glaube ich, recht begeistert. Ab in die Bibliothek. Habe jetzt die Wahl zwischen Mathevorlesung nachbereiten oder Matheübung vorbereiten.

14.15 Uhr
Bachelor-Grundlagenpraktikum ITS. Heute: E-Mails hacken. Wir besprechen die vorbereiten Aufgaben. Wer sie nicht gemacht hat, kann gleich wieder gehen. Dann folgt der lustige, der praktische Teil: "Lesen Sie fremden E-Mail-Verkehr mit…"

16.45 Uhr
Feierabend für heute. Leider nicht ohne Hausaufgabe: In Zweier-Teams müssen wir bis nächste Woche 15 Seiten Bericht über E-Mail-Sicherheit schreiben. Same procedure as every week.

17.30 Uhr
Wieder daheim am Schreibtisch. Kleines Programm für Netzsicherheit programmieren und schon mal die Matheübung für nächste Woche angehen. Wenn ich mich die nächsten Tage konsequent ranhalte, kann ich an diesem Wochenende ganz entspannt nacharbeiten und viel chillen.

21.30 Uhr
Kino Spätvorstellung. Irgendwann muss auch mal Schluss sein.

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...