Selbstständigkeit Freiwillige Arbeitslosenversicherung weiter möglich

Die Arbeitlosenversicherung für Selbstständige und Auslandsbeschäftigte war bislang bis Ende 2010 befristet. Diese Befristung ist nun aufgehoben, doch es wird deutlich teurer.

Tina Groll / Zeit.de | , aktualisiert

Für viele Existenzgründer, freischaffende Künstler und Selbständige ist die freiwillige Arbeitslosenversicherung ein Segen: Seit 1. Februar 2006 können sie sich auf diese Weise gegen Zeiten der Auftragsflauten absichern. Auch Menschen, die außerhalb der EU im Ausland leben und arbeiten, aber irgendwann nach Deutschland zurückkehren wollen, sowie Personen, die ihre Angehörigen pflegen, sind von der Regelung erfasst. Die freiwillige Arbeitslosenversicherung gibt ihnen ein Stück soziale Sicherheit. Allerdings war die Regelung bisher ein Modellversuch, der bis zum 31.12.2010 zeitlich befristet war.

Jetzt hat die Bundesagentur für Arbeit bekannt gegeben, dass die freiwillige Arbeitslosenversicherung fortbestehen wird. Künftig soll die freiwillige Weiterversicherung Antragspflichtversicherung heißen. Allerdings wird die Berechnungsgrundlage neu geregelt, und der Beitragssatz wird steigen.

Pflegende werden nun 7,67 Euro, statt 7,15 Euro in den alten und 6,72 Euro, statt 6,08 Euro in den neuen Bundesländern zahlen müssen. Für Selbständige und Auslandsbeschäftigte wird es deutlich teurer. Sie zahlten bislang einen monatlichen Beitrag von unter 18 Euro zur Arbeitslosenversicherung. Fortan werden Selbständige in Westdeutschland 38,33 Euro und in Ostdeutschland 33,60 Euro im Monat bezahlen, für Auslandsbeschäftigte werden 38,33 Euro fällig.

Wer bereits freiwillig versichert ist, wird auf die Rechtsänderung von der Arbeitsagentur hingewiesen.

Auch weiterhin haben nur Selbständige, Auslandbeschäftigte und Pflegende Anspruch auf die freiwillige Versicherung, wenn sie eine sogenannte Vorversicherungszeit vorweisen können. Eine solche liegt vor, wenn sie in den 24 Monaten vor der Antragstellung mindestens 12 Monate lang in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden haben. Dabei ist es egal, ob es eine Festanstellung oder verschiedene Beschäftigungsverhältnisse waren.

(Zuerst erschienen auf ZEIT ONLINE)

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