Selbständigkeit Franchise: Neue Konzepte im Kommen

Von edel bis kurios: Bei unseren Franchise-Ideen kriegt jeder Appetit auf die Selbstständigkeit. Junge Karriere hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden Franchise-Partner und verrät, welche Systeme demnächst zum Sprung nach Deutschland ansetzen könnten.

Peter Nederstigt | , aktualisiert

Mit der Selbstständigkeit ist es wie mit der Liebe - fast jeder sehnt sich insgeheim danach. Aber viele wissen nicht, wie sie ihren Traum verwirklichen können oder haben Angst vor dem Risiko. So liebäugeln nach einer aktuellen Umfrage des Jobdienstleisters Stepstone 72 Prozent der Deutschen mit einem eigenen Unternehmen, doch etwa der Hälfte von ihnen fehlt die passende Idee. Und bei der jüngsten Auflage des Global Entrepreneurship Monitor, der größten weltweiten Befragung zum Thema Selbstständigkeit, antworteten wieder mehr als die Hälfte der Deutschen, die Angst vor dem Scheitern würde sie von der Gründung abhalten.

Kein Wunder, dass Franchise-Systeme und andere Kooperationsmodelle boomen. Sie bieten die Möglichkeit, sich mit einem erprobten Geschäftskonzept auf eigene Beine zu stellen. Alleine 2004 machten sich nach Angaben des Deutschen Franchise-Verbands (DFV) 2.000 Existenzgründer mit Hilfe eines Franchise-Unternehmens selbstständig. Die Zahl der Franchise-Nehmer erhöhte sich damit auf 44.000, der Branchenumsatz auf 28 Milliarden Euro. Aktuell beschäftigt die Franchise-Wirtschaft mehr als 400.000 Mitarbeiter.

Gute Perspektive 

Die Zahlen für 2005 stellt der Verband, in dem rund 250 Franchise-Geber organisiert sind, erst Anfang Mai vor. Man rechne mit einer ähnlichen Steigerung wie in den Vorjahren, heißt es in der DFV-Zentrale in Berlin. Damit käme der DFV seinem Ziel von 200.000 neuen Jobs gegenüber September 2004 näher, dem Start der Initiative "Plus 200.000 Jobs". Die Wachstumsuhr auf der Internet-Seite des Verbands steht aktuell bei mehr als 27.000.

Die Zahlen sprechen für die guten Perspektiven der Franchise-Nehmer. Nach einer Studie des Internationalen Centrums für Franchising und Cooperation in Münster scheitern sie in den ersten kritischen Jahren nach der Gründung deutlich seltener als Einzelkämpfer und erwirtschaften mit durchschnittlich rund 400.000 Euro spürbar höhere Umsätze. "Franchising reduziert das Risiko deutlich", folgert DFV-Geschäftsführer Torben Leif Brodersen.

Denn bei ihrer Existenzgründung greifen die Franchise-Nehmer auf etablierte Konzepte, Einkaufs- und Vertriebswege zurück. Im Gegenzug zahlen sie in der Regel eine Eintrittsgebühr und eine laufende Beteiligung am Umsatz an den Franchise-Geber. Allerdings bieten auch Partnermodelle wie das Franchising keine Garantie für den Geschäftserfolg. "Die Zahl der unseriösen Geschäftemacher, die Existenzgründer über den Tisch ziehen wollen, steigt", sagt Brodersen. Vor einem Jahr hat der DFV daher für seine Mitglieder einen Qualitäts-Check eingeführt, der alle drei Jahre wiederholt werden muss.

Vorsicht bei der Partnersuche 

Wichtig ist, dass man seinen Franchise-Partner gezielt auswählt. Unsere Checkliste hilft Ihnen bei der Suche nach dem richtigen Franchise-System. Angesichts von mehr als 900 Franchise-Ideen können sich Franchise-Nehmer trotz der Vorgaben der Systemzentralen unternehmerisch entfalten.

Acht angesagte Ideen, von edel bis kurios, präsentiert Ihnen karriere auf den folgenden Seiten, bewertet durch den Franchise-Experten Felix Peckert. Außerdem haben wir mit dem Franchise-Broker Frannet viel versprechende Konzepte im Ausland identifiziert. Und Subway-Gründer Fred DeLuca verrät, wie man mit Sandwiches das größte Franchise-System der Welt aufbaut.

Partnersuche - Neue Ideen aus dem Ausland

Partnersuche In fünf Schritten zum passenden Franchise-System: In Zusammenarbeit mit dem Franchise-Broker Frannet, der Franchise-Konzepte vermittelt, verrät Junge Karriere, wie Sie bei der Suche nach dem richtigen Franchise-System vorgehen sollten.

Profilerstellung

Fragen Sie sich, was Sie gerne machen und was nicht. In welchen Bereichen verfügen Sie über Erfahrungen? Wie viel Zeit wollen Sie als Selbstständiger investieren. Vor allem: Wie viel Geld haben Sie zur Verfügung?

Entscheidungsmodell

Auf dieser Grundlage erstellen Sie ein persönliches Anforderungsprofil. Bewerten Sie die einzelnen Kriterien: Was ist Ihnen besonders wichtig, worauf können Sie unter Umständen verzichten? Mit Hilfe dieses Profils entwerfen Sie ein theoretisches Franchise-System, das Ihren Erwartungen möglichst genau entspricht.

Matching

Nun haben Sie eine Referenz, mit deren Hilfe Sie den Markt sondieren können. Welche Systeme kommen Ihrer Idealvorstellung vom passenden Franchise-Partner möglichst nahe? Lassen Sie sich die notwendigen Informationen von den Systemzentralen zukommen und bitten Sie auch darum, Ihnen Kontakte zu bestehenden Franchise-Nehmern zu vermitteln.

Prüfung

Unterziehen Sie die Systeme, die Sie in die engere Wahl genommen haben, einer intensiven Prüfung. Wie lange ist das System bereits am Markt? Fünf Punkte sind nach Erfahrung des Deutschen Franchise-Verbands fast schon ein K.o.-Kriterium: Das Konzept ist erst seit kurzem am Markt, der Franchise-Geber nennt weder Pilotprojekte noch Referenzen, es existiert kein Franchise-Handbuch mit dem Know-how des Systems, und der Franchise-Geber versucht, den Partner bei der Vertragsunterzeichnung unter Zeitdruck zu setzen.

Einkauf in das System Haben Sie sich für ein System entschieden, wird es konkret: Sie stellen einen Businessplan auf, den Sie für die Finanzierung bei der Bank benötigen. Außerdem halten Sie schon nach geeigneten Immobilien Ausschau, sofern diese nicht vom Franchise-Geber vermittelt werden. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, vor der Unterzeichnung des Franchise-Vertrags spezialisierte Anwälte zu konsultieren.

Neue Ideen aus dem Ausland

Diese Konzepte aus den USA, dem Mutterland des Franchising, könnte es bald auch in Deutschland geben: It´s just lunch, Partnervermittlung mit Dinnerdating für Vielbeschäftigte, www.itsjustlunch.com/; Homewatch International, Altenbetreuung zu Hause, www.homewatchcaregivers.com/franchise; Maid Brigade, Reinigungsdienstleistung mit Garantie für Privathaushalte, www.maidbrigade.com/; Handyman, Dienstleister für Kleinstreparaturen im Haushalt, www.naturalhandyman.com/; FasTracKids, Bildung für Vorschulkinder, www.fastrackids.com/; It´s a Grind, neues Coffee-Konzept, www.itsagrind.com/; ShapeXpress, Ladyfitness in 30 Minuten, www.shapexpress.com/; Designs of the interior, Einrichtungsberatung, www.doti.com/.

Acht angesagte Ideen - bewertet durch den Franchise-Experten Felix Peckert

Unser Experte Felix Peckert berät seit 1989 Unternehmen beim Auf- und Ausbau von Franchise- und ähnlichen Vertriebssystemen. Von 1998 bis 1999 leitete er zudem als Geschäftsführer den Deutschen Franchise-Verband e.V. Zu seiner Unternehmensgruppe gehören der Branchendienst Forum Franchise und Systeme, der Seminaranbieter Bildungsforum Franchise und ab Juli 2006 der Privat-Equity Anbieter Development Consultants. Als Autor und Franchise-Experte veröffentlicht er seit dem Jahr 2000 Fachbeiträge und ist verantwortlich für das Jahrbuch Franchise und Kooperation, das im Deutschen Fachverlag erscheint.

Bang & Olufsen

Branche: Unterhaltungselektronik Konzept: selektiver Vertrieb von Produkten der Marke Bang & Olufsen durch ein einheitliches und abgestimmtes Auftreten am Markt  Zahl der Partnerbetriebe: 69 Neue Partnerbetriebe bis Jahresende: 3 Erforderliches Eigenkapital: zwischen 80.000 und 140.000 Euro (ein Drittel des Investments, das je nach Shopgröße und Warenausstattung zwischen 240.000 und 420.000 Euro liegt) Einstiegsgebühr: keine, kein Franchise-System im engen Sinn Laufende Gebühr: keine Sonstige Gebühren: keine, nur die Produkte sind über den Hersteller Bang & Olufsen zu beziehen Kontakt: Daniela Harnack, Bang & Olufsen Deutschland GmbH, Dr.-Carl-von-Linde-Str. 2, 82049 Pullach, Tel. 0 89.7 59 05-1 12, e-mail: dha@bang-olufsen.dk  Expertenurteil: Vorteil - Marke mit großer Zugkraft sorgt für breites Interesse.

Aufgepasst: Der Erfolg ist insbesondere vom Einzugsgebiet und der Kaufkraft des Standorts abhängig. Aufgabe: Der Franchise-Nehmer muss sich ganz auf Bang & Olufsen einstellen wollen und können. An exponierten, exklusiven Standorten muss der Franchise-Nehmer die Laufkundschaft in Referenzkundschaft umwandeln (Mund-zu-Mund- Propaganda).

Anubis Tierbestattungen

Branche: Dienstleistung Konzept: alle Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Tierbestattung Zahl der Partnerbetriebe: 7 Neue Partnerbetriebe bis Jahresende: 8 Erforderliches Eigenkapital: 20.000 Euro Einstiegsgebühr: 17.500 Euro Laufende Gebühr: 3 Prozent vom Umsatz, nach drei Jahren 5 Prozent Sonstige Gebühren: 2 Prozent Werbegebühr für überregionale Werbung Kontakt: Roland Merker oder Harald Deininger, Anubis Tierbestattungen, Industriestr. 22, 91207 Lauf a. d. Pegnitz (Nähe Nürnberg), Tel. 09123.18 350 - 0Expertenurteil: Vorteil: Das Konzept besetzt eine Marktlücke. Der Franchise-Geber kann über eine Art Großhandel (Produkte wie Urnen, Grabsteine etc.) die Franchise-Partner auf Dauer an sich binden.

Aufgepasst: Der Erfolg hängt vor allem vom Franchise-Nehmer ab. Er muss ein Beerdigungsinstitut führen können und wollen. Ob das System über den Einstieg hinaus ausreichend starke Vorteile bieten kann, bleibt abzuwarten.
Aufgabe: Der Franchise-Nehmer muss über ein großes Maß an Einfühlungsvermögen verfügen und Netzwerke pflegen können (zum Beispiel mit Tierärzten). In der Trauer verkaufen, muss gewollt und gekonnt sein.

Wellness bei Tiffany

Branche: Wellness, Beauty und Gesundheit Konzept: Betrieb von Studios zur Verbesserung von Wohlbefinden, Aussehen und Vitalität mit Hilfe computergestützter Trainingsgeräte Zahl der Partnerbetriebe: 41 Neue Partnerbetriebe bis Jahresende: offen Erforderliches Eigenkapital: 5.000 bis 10.000 Euro Einstiegsgebühr: keine (die ersten 50 Partner sind von Gebühren befreit) Laufende Gebühr: keine Sonstige Gebühren: keine, die Produkte sind über das System zu beziehen Kontakt: Wolfgang Krattenmacher, Company Wellness bei Tiffany, Rotwandstr. 9, 85609 Aschheim, e-mail: info@wellness-bei-tiffany.de, Tel. 0 89.90 53 97 96 Expertenurteil: Vorteil: Das Konzept greift einen Trend auf und ist durch unterschiedliche Studiogrößen in seiner Investitionshöhe sehr anpassungsfähig.

Aufgepasst: Der Erfolg hängt vor allem an der Person des Franchise-Nehmers und an der Akzeptanz der Techniken. Das gebotene Studiokonzept ist nicht unabhängig von den Geräten, die der Franchise-Geber herstellt oder vertreibt.
Aufgabe: Die Person des Franchise-Nehmers wird noch vor den Techniken und Geräten überzeugen und die Mund-zu-Mund-Propaganda so in Gang setzen müssen.

Blind Date Dinner & More

Branche: Dienstleistung Konzept: Angebot von Single-Events und -Reisen in fast allen großen Städten Deutschlands nach einem bewährten Konzept Zahl der Partnerbetriebe: 19 Neue Partnerbetriebe bis Jahresende: 5 Erforderliches Eigenkapital: 1.000 Euro Einstiegsgebühr: 100 bis 500 Euro, abhängig von der Größe des Standorts Laufende Gebühr: zwischen 15 und 150 Euro, abhängig von der Einwohnerzahl des Standorts Sonstige Gebühren: für Werbematerial und Anzeigenkosten Kontakt: Blind Date Dinner & More e.K., Leah Schöne, Lindenbreite 24, 21039 Escheburg, Tel. 0 41 52.83 98 00, e-mail: ls@blind-date-dinner.de Expertenurteil: Aufgrund der niedrigen Gebühren kann das Konzept eigentlich keinen Schaden anrichten. Ob und inwiefern es in der hier gebotenen Form Zukunft hat, ist allerdings schwierig zu bewerten.

Lacoste Access

Branche: Textil Konzept: Vertrieb von Produkten der Marke Lacoste Zahl der Partnerbetriebe: 30 Neue Partnerbetriebe bis Jahresende: 3 Erforderliches Eigenkapital: 50.000 bis 100.000 Euro Einstiegsgebühr: Anzahlung auf Gesamtinvestition in Höhe von etwa 30.000 Euro Laufende Gebühr: keine Sonstige Gebühren: keine Kontakt: Wolfgang Fischer, Yello Sport GmbH, Hohe Str. 68-82, 50667 Köln, Tel. 02 21.5 74 06-0 Expertenurteil: Vorteil: Marke mit großer Zugkraft, ermöglicht eine verhältnismäßig einfache Erstkundenansprache.
Aufgepasst: Der Erfolg ist in hohem Maße von der Markenakzeptanz ("In-Faktor"), dem Standort und der Person des Franchise-Nehmers abhängig.

Aufgabe: Der Franchise-Nehmer muss an einem hochfrequenten Standort aus Laufkundschaft Stammkunden machen und diese dann an seine Person und seinen Lacoste-Laden binden.

Mrs. Sporty

Branche: Fitness und Gesundheit Konzept: 30-Minuten-Sportkonzept für Frauen jeden Alters Zahl der Partnerbetriebe: 33 Neue Partnerbetriebe bis Jahresende: 105 Erforderliches Eigenkapital: empfohlen werden 15 Prozent der Investitionssumme Einstiegsgebühr: 29.900 Euro netto, inklusive der Fitnessgeräte Laufende Gebühr: 5,7 Prozent vom Umsatz, mindestens 345 Euro Sonstige Gebühren: 2,3 Prozent vom Umsatz, mindestens 145 Euro, für Werbefonds Kontakt: Mrs. Sporty GmbH, Reichsstr. 105, 14052 Berlin, Tel. 0 30.3 08 30-55, www.mrssporty.de/ Expertenurteil: Vorteil: Das Konzept greift einen Trend mit der Galionsfigur Steffi Graf auf. Der Clubcharakter erleichtert den Aufbau von Stammkundschaft.

Aufgepasst: Der Franchise-Nehmer muss glaubwürdig für Fitness stehen. Ob die Franchise-Zentrale die Franchise-Partner dauerhaft an das System binden kann, muss sich noch zeigen.
Aufgabe: Die Person des Franchise-Nehmers wird noch vor den Techniken und Geräten überzeugen müssen, um die Mund-zu-Mund-Propaganda ins Rollen zu bringen.

Beate Uhse

Branche: Einzelhandel Konzept: Handel mit erotischen Produkten aus den Bereichen Wäsche, Hilfsmittel, DVD, Magazine, Präparate, Kondome usw. Kino, Videokabinen und Video-/DVD-Verleih können zusätzlich betrieben werden Zahl der Partnerbetriebe: 54 Neue Partnerbetriebe bis Jahresende: 6 Erforderliches Eigenkapital: 80.000 bis 100.000 Euro Einstiegsgebühr: keine (kein Franchise-System im engen Sinn, sondern Lizenzpartnerschaft) Laufende Gebühr: monatlich je nach Standort 650 bis 2.000 Euro Sonstige Gebühren: keine Kontakt: Stefan Kropf, Beate Uhse AG, Gutenbergstr. 12, 24941 Flensburg, Tel. 04 61.99 66-3 50, e-mail: skropf@beate-uhse.de Expertenurteil: Vorteil: Sex sells! Beate Uhse ist eine starke, in ihrem Segment wahrscheinlich führende Marke.

Aufgepasst: Der Erfolg ist insbesondere vom Standort und der Personalführung abhängig.
Aufgabe: Der Franchise-Nehmer muss sich in der aufgeräumt-professionellen Erotik-Welt wohl fühlen und Kunden diskret für sich und sein Sortiment gewinnen können. Er muss aus Laufkundschaft seine Stammkundschaft heranziehen. Die richtige Mischung zwischen Diskretion und Verkauf wird hier den Erfolg bringen.

Harper & Fields

Branche: Textil Konzept: Maßkonfektion; Franchise-Nehmer besuchen Kunden zu Hause oder im Büro, vermessen und beraten dort und liefern die Maßbekleidung persönlich aus. Zahl der Partnerbetriebe: 43 Neue Partnerbetriebe bis Jahresende: 14 Erforderliches Eigenkapital: 9.950 Euro Einstiegsgebühr: 2.000 Euro Laufende Gebühr: 5 Prozent vom Umsatz Sonstige Gebühren: keine Kontakt: Jörg Messerschmidt, Harper & Fields, Schloss Schellenberg, Renteilichtung 1, 45134 Essen Expertenurteil: Vorteil: Das Konzept spricht die breite Mittel- und Oberschicht durch günstige Preise an. Maßschneiderei ist hier - ohne wahrnehmbaren Nachteil für den Kunden - auf die Kombination von Kleidungsstücken in gängigen Konfektionsgrößen mit entsprechender individueller Änderung beschränkt.

Aufgepasst: Der Erfolg hängt vor allem an der Fertigungsqualität und den Möglichkeiten, die Kunden mit hochwertigen Produkten zu versorgen, die sie von der Maßschneiderei erwarten. Der Franchise-Nehmer und sein Team müssen Maßqualität ohne großen Aufwand auf Konfektionsware übertragen können.
Aufgabe: Der Inhaber sollte glaubwürdig für Mode und Tradition stehen. Er und seine Mitarbeiter müssen die gebotene Qualität dem Kunden übermitteln und die Mund-zu-Mund-Propaganda so ins Rollen bringen.

Brot für die Welt im Interview mit Fred DeLuca

Subway-Gründer Fred DeLuca sagt, wie man mit belegten Broten das größte Franchise-System der Welt aufbaut und warum die Deutschen seine Sandwiches bald ebenso gerne essen werden wie die Menschen im Rest der Welt.

Herr DeLuca, waren Sie jemals in Deutschland, bevor Sie hier 1999 den ersten Subway- Laden eröffneten?
Fred Deluca: Oh ja, meine Frau stammt von hier.

Dann müssten Sie doch eigentlich wissen, dass man sich in jeder Bäckerei sein Brötchen frisch belegen lassen kann. Warum sollte ich zu Subway gehen?
Keine Ahnung. Wir haben keine "Unique Selling Proposition", kein einzigartiges Verkaufsversprechen, sondern haben uns auf eine bestimmte Art von Sandwiches spezialisiert. Ich glaube, in jeder Branche kann ein Unternehmen durch Spezialisierung seine Nische finden.

Haben Sie das Konzept für den deutschen Markt verändert?
Ja, das Menü wurde vereinfacht. In den USA ist die Auswahl etwa doppelt so groß.
Vereinfacht? Ich finde es jetzt schon kompliziert, sich für ein Brot zu entscheiden. Wenn es nach mir ginge, wäre das Angebot auch nur halb so groß, aber unsere Franchise-Nehmer haben Angst, dann könnten sie Kunden verlieren.

Vielleicht ist das Ihre Unique Selling Proposition?
Ja: The most complicated place to eat in the world (lacht).

Sie locken Franchise-Nehmer mit der Behauptung, dass die Investitionen geringer seien als beispielsweise bei McDonald´s. Dafür müssen sie die Brote immer frisch zubereiten.

Das stimmt, das ist unser größter Nachteil. Unser Geschäft ist sehr arbeitsintensiv, weil wir kein Essen auf Vorrat zubereiten können. Auf der anderen Seite ist es ein Vorteil für den Kunden, weil sein Essen frisch ist und er genau das bekommt, was er will.

Der durchschnittliche Umsatz Ihrer Läden in Deutschland dürfte bei 300.000 Euro liegen. Reicht das nach Miete, Personal und Franchise-Gebühren zum Leben? Die Gewinne sind ziemlich gut, aber nicht so hoch, wie ich es mir wünschte. Unser wichtigstes Ziel ist es, die Profitabilität zu erhöhen. Nur so werden wir weitere Franchise-Nehmer gewinnen und unser Ziel erreichen, bis 2010 die Zahl der Läden in Deutschland von 300 auf 1.500 zu erhöhen.

Fürchten Sie, Subway könnte scheitern?
Nein, sicher wird es einzelne Läden geben, die scheitern. Aber dieser Markt hat ein sehr stabiles Fundament. Als wir hier starteten, hätte ich nie gedacht, dass wir 2004 den 100. Laden eröffnen würden.

In Großbritannien ist Subway erfolgreicher. Liegt das am schlechten Essen?
(Lacht) Auch in Großbritannien hatten wir ein paar Jahre zu kämpfen. Aber vor etwa vier Jahren sind die Verkäufe plötzlich extrem gestiegen, während die Kosten mit der zunehmenden Zahl von Läden sanken. Der Anfang ist immer besonders schwer, weil Sie den Vertrieb aufbauen müssen.

Hätten Sie vor 40 Jahren gedacht, dass aus Ihrem ersten Sandwich-Laden einmal das größte Franchise-System wird?
Überhaupt nicht. Ich wollte nur Geld für das College verdienen. Die ersten fünf Jahre waren Lehrjahre. Der Laden sah wirklich wie das Geschäft eines 17-Jährigen aus. Franchising haben wir erst 1974 begonnen.

Was bringt Ihnen Ihr Psychologie- Abschluss?
Nichts. Außer dass meine Mutter zufrieden ist. Möglicherweise lernt man im Studium, sich zu organisieren, was für das Geschäft unverzichtbar ist.

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