Schuldenkrise Weniger Jobangebote in Deutschland

Deutsche Firmen werden vorsichtiger in Sachen Personalaufbau. Die Zahl der offenen Stellen ging im ersten Quartal 2012 zurück

wiwo.de | , aktualisiert


Foto: Paul-Geor/Pixelio.de

Flaute in der Industrie besonders stark

Deutsche Firmen werden wegen der Schuldenkrise zunehmend vorsichtiger beim Aufbau ihres Personals. Die Zahl der offenen Stellen sank im ersten Quartal deutlich um acht Prozent auf 965.000, wie das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) mitteilte. Dies seien rund 90.000 offene Jobs weniger als vor Jahresfrist. "Die durch die europäische Schuldenkrise ausgelöste Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung führt in nicht wenigen Betrieben zu einem eher kurzfristigen Planungshorizont bei Stellenbesetzungen", sagte IAB-Expertin Anja Kettner.

Während sich bei sofort zu besetzenden Stellen wenig änderte, ging die Zahl der später zu besetzenden Posten um 17 Prozent zurück. Die starke Erholung am Arbeitsmarkt, der der Konjunktur wie üblich einige Zeit hinterherhinkt, hat zuletzt an Fahrt verloren. Im April fiel die Zahl der Arbeitslosen zwar wieder unter die Drei-Millionen-Marke.

Der Rückgang fiel allerdings schwächer aus als erwartet. Bereinigt um jahreszeitliche Schwankungen gab es sogar einen Anstieg. Vor allem die Industrie spürt die Flaute am Jobmarkt. "In den Kernbranchen Metalle, Metallerzeugnisse sowie Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeuge gab es im ersten Quartal 2012 jeweils gut ein Viertel weniger Stellenangebote als ein Jahr zuvor", teilte das IAB mit.

Kein Grund zur Sorge

Dagegen stieg in den Dienstleistungsbranchen die Zahl der gesuchten Arbeitskräfte teilweise sogar deutlich. Für die kommenden zwölf Monate gaben sich die Arbeitgeber zu ihren künftigen Personalplanungen insgesamt optimistisch.

Jeder fünfte der Befragten geht von einem Beschäftigungsaufbau im eigenen Betrieb aus, nur jeder 20. rechnet laut IAB mit dem Streichen von Arbeitsplätzen. "In den derzeit bei Stellenbesetzungen eher zurückhaltenden Branchen Metalle, Metallerzeugnisse sowie Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeuge waren die Erwartungen sogar besser als im Durchschnitt."

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