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Schnell reich

Harold Goddijn hatte eine geniale Idee: ein Navigationsgerät für jedermann. Herausgekommen ist der ?Tom Tom Go?. Das Gerät steht heute wie Apples MP3-Spieler iPod für eine ganze Produktkategorie. Kein Zweifel ? Goddijn hat mit Tom Tom eine der beeindruckendsten Erfolgsgeschichten der europäischen Gründerszene geschrieben.

Die Amsterdamer Firma mit Zweitsitz in London ist im Rekordtempo in die erste Börsenliga gestürmt. Vor kurzem wurde sie mit einer Marktkapitalisierung von mehr als drei Milliarden Euro eines der 25 Mitglieder im Amsterdamer AEX-Index. Nur zehn Monate nach dem Börsengang steht sie damit auf einer Liste mit Weltkonzernen wie Philips, Shell und Unilever. Die Aktie notiert um zwei Drittel über dem Ausgabepreis. Der Umsatz hat sich 2005 knapp vervierfacht, der Reingewinn verfünffacht.

Kein Zweifel ? Goddijn hat mit Tom Tom eine der beeindruckendsten Erfolgsgeschichten der europäischen Gründerszene geschrieben. Das Navigationsgerät ?Tom Tom Go? hat einen neuen Markt erschlossen und ist zum Synonym für eine Produktkategorie geworden ? wie der iPod für digitale Musikspieler. Früher fanden sich Navigationsgeräte nur als teure Sonderausstattung in Dienst- und Luxuswagen. Heute sind sie ein Zubehör für wenige hundert Euro aus dem Elektronikmarkt und schnell nachzurüsten.

Und die drei Milliarden Euro Börsenwert bedeuten auch, dass Goddijn reich ist ? ebenso wie Vertriebschefin Corinne Vigreux, mit der er verheiratet ist, und ebenso wie die beiden Technik-Chefs Peter-Frans Pauwels und Pieter Geelen. Jeder von ihnen hatte ein Viertel der Anteile und verkaufte beim Börsengang gut sieben Prozent für etwa 100 Millionen Euro. Die restlichen Anteile sind inzwischen pro Kopf 550 Millionen Euro wert. Vor fünf Jahren war Goddijn mit zwei Millionen Euro eingestiegen ? mit der Story könnte man selbst im Silicon Valley Eindruck schinden.

Doch so glatt, wie sie klingt, war die Erfolgsgeschichte von Tom Tom nicht von Anfang an. Das Unternehmen wurde bereits 1991 von Geelen, Pauwels und Goddijn gegründet. Aber Goddijn verkaufte seine Anteile bald und konzentrierte sich auf den Aufbau einer Vertriebsgesellschaft für Psion, einen Hersteller mobiler Kommunikationsgeräte, in den Niederlanden. Diese Firma verkaufte er 1998, was ihn ?finanziell unabhängig? machte. Dann gönnte er sich eine längere Auszeit. ?Ich wollte nicht mehr für einen Boss arbeiten.? Doch Tom Tom reizte ihn. Das Unternehmen hatte Produkte für Geschäftskunden entwickelt, zum Beispiel mobile Datenterminals, um Strichcodes abzulesen und Bestellungen zu erfassen. Auch mit Navigationstechnik experimentierten die Tüftler, doch die Speicherkapazität für digitale Landkarten war zu teuer.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Auf die richtigen Leute kommt es an.

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