Regionale Umfrage Wertvolle Unternehmen im direkten Umfeld

Was Arbeitgeber in ihrer Region wertvoll macht, wissen die dort lebenden Menschen am besten. Eine Umfrage im Auftrag der WirtschaftsWoche hat ermittelt, welche Unternehmen als Bereicherung in ihren Landkreisen gelten.

Nora Schareika, wiwo.de | , aktualisiert

Wertvolle Unternehmen im direkten Umfeld

Umfrage wertvolle Unternehmen

Foto: S.Kobold/Fotolia.com

Was macht einen Arbeitgeber eigentlich "wertvoll"? Man kann an diese Frage unterschiedlich herangehen. Ist es ein besonders rücksichtsvolles, gemeinschaftliches Miteinander innerhalb des Unternehmens? Ist es die wirtschaftliche Stärke, die ein Unternehmen einzigartig, reich und eben wertvoll macht?

Oder liegt der Wert außerhalb des Betriebs an sich und beschreibt eher ein Gesamtpaket, das das Unternehmen für seine unmittelbare Umgebung wichtig macht? Letzterer ist der Ansatz, den das WiWo-Ranking "Wertvolle Arbeitgeber" verfolgt.

Auf Mikroebene, nämlich Landkreis für Landkreis, hat das Kölner Analyseinstitut Service Value im Auftrag der WirtschaftsWoche die Menschen gefragt, welches Unternehmen vor Ort für sie einen Wert darstellt. Was unter dem Begriff wertvoll ganz im Detail zu verstehen sei, wurde dabei nicht vorgegeben – eine gewisse Subjektivität bei der Definition gehört ja hier mit dazu. Entscheidend war unterm Strich die Einschätzung, als wie relevant die im jeweiligen Landkreis beziehungsweise der kreisfreien Stadt ansässigen Unternehmen für das Gemeinwohl eingeschätzt werden. Dies haben die Befragten über die Vergabe von Noten auf einer Skala von 1 bis 5 ausgedrückt, also sehr gut, gut, mittel, eher schlecht, sehr schlecht.

Global Player spielen nicht die Hauptrolle

Dabei nehmen diejenigen, die die Noten vergeben, nicht unbedingt die Mitarbeiterperspektive ein – dies nur dann, wenn sie zufällig Mitarbeiter sind, was bei sehr großen Unternehmen in bevölkerungsarmen Landstrichen wahrscheinlicher ist als in einer Stadt wie Hamburg. Weil es für jeden Kreis eine in sich geschlossene Befragung zu konkreten Unternehmen vor Ort gibt, sind die Noten immer nur innerhalb eines Landkreises vergleichbar.

Die Ranglisten sollen keine Konkurrenz begründen, sondern zeigen, wie die Einschätzung konkreter Bewohner eines konkreten Landstrichs zu den dort vorhandenen Arbeitgebern ausfällt. Klar ist auch: Wo wenige Unternehmen sind, gibt es weniger Noten zu vergeben. Hamburg ist nicht Rostock, die Mecklenburgische Seenplatte ist nicht Nord-Friesland.

Herausgekommen ist ein gleichwohl aufschlussreicher und umfangreicher Datensatz, der für ganz Deutschland in fünf Großregionen unterteilt wurde. Die Region Nord beginnt. 1484 Unternehmen in 54 Landkreisen sowie 17 kreisfreien Städten standen zur Bewertung, je Landkreis gaben 100 Einwohner, je kreisfreie Stadt 500 Einwohner ihre Stimme ab.

Die Ergebnisse bieten jede Menge Erkenntnisse. Eine der auffälligsten: Es sind eben nicht die weltbekannten Großunternehmen, die zwingend ganz vorne landen in einer Bewertung, die nicht Wirtschaftskraft oder Mitarbeiterbenefits, sondern den Wert für die Allgemeinheit, den Ort, die Region im Blick hat. So schlagen in diesem Ranking nicht selten die außerhalb ihres Wirkungskreises unbekannten Kliniken oder Bildungseinrichtungen die weltbekannten Global Player.

Als Unternehmen geschätzt, nicht aber zwangsläufig als Arbeitgeber

Einrichtungen wie die Lebenshilfe, Feuerwehr, Universitätskliniken, Behindertenwerkstätten, Pflegeheime: Sie alle haben einen hohen Stellenwert in den Augen der Menschen vor Ort. Das muss nicht die Qualität der Arbeitsbedingungen der dort Angestellten widerspiegeln, die gerade im Pflegebereich nicht als die besten gelten. Umso interessanter ist, dass gerade dieser Bereich mit manchmal schlechter Bezahlung und schwierigen Arbeitszeiten in der Öffentlichkeit als so wichtig gesehen wird.

Ebenfalls auffällig oft tauchen Lebensmittel-Hersteller auf: Frischli und Göbber etwa aus Nienburg an der Weser sind im Siegertrio des Landkreises, Coppenrath & Wiese aus Osnabrück, Frosta aus Bremerhaven und Homann und Ruf aus dem Landkreis Osnabrück. Die Schwartau-Werke in Ostholstein fehlen ebensowenig wie der Brotfabrikant Harry aus Pinneberg. Ebenfalls dem Bereich Lebensmittel zuzuschlagen sind Coppenrath Feingebäck im Emsland und die Jever-Brauerei in Friesland. Und auch die Wurstfabrik Böklunder aus dem Kreis Schleswig-Flensburg ist dabei.

Bekannt über die Stadtgrenzen hinaus dürften auch Airbus aus Hamburg (dort Platz 2), Beiersdorf , Tchibo und die Techniker Krankenkasse sein. Aida aus Rostock – bekannt von den Kreuzfahrtschiffen – belegt dort Platz 2 im Ranking.

Wirkung am Wohnort

Der Blick von außen ist also wegen der Begrenzung auf Landkreise und kreisfreie Städte immer ein begrenzter, weil er sich nach dem Angebot richten muss. Der Blick ist dafür im besten Fall einer mit persönlicher Erfahrung: Vielleicht hat der eine oder andere vom Sponsoring eines ortsansässigen Unternehmens direkt profitiert, hat dort arbeitende Bekannte oder Produkte beim Dorffest verköstigt.

Wer so gefragt wird, guckt nicht auf Geschäftszahlen oder Weltruhm, sondern ist fokussiert auf die Frage, was diese Arbeitgeber am eigenen Wohnort bewirken.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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