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Ratgeber: You live up by your tasks: 5 entscheidende Dinge, die Sie als Chef jeden Tag richtig machen können!

Ratgeber You live up by your tasks: 5 entscheidende Dinge, die Sie als Chef jeden Tag richtig machen können!

Motivationslose Mitarbeiter, schlechte Produkte, miese Verkaufszahlen… Nicht immer sorgt allein die Konkurrenz für tiefrote Zahlen und eine bedrohte Marktposition. Ein kurzer Blick auf Unternehmensgeschicke genügt und es ist klar: Der Fisch stinkt immer vom Kopf her!

Elke Neuhard | , aktualisiert


Foto: Stephanie Hofschläger / PIXELIO 
Und Sie kennen doch bestimmt auch die Typen, die, egal ob Frau oder Mann, eine Führungsposition innehaben, obwohl sie alles andere lieber tun: Ingenieure, die genial tüfteln aber nicht im Team werkeln, Professoren, die lieber forschen als eine Fakultät leiten oder die CEO-Darsteller, die nach der Bilanzpressekonferenz dann doch an uns vorübertreiben… Fachwissen allein reicht für den unternehmerischen Erfolg eben nicht aus!

Machen Sie es anders und werden Sie eine kraftvolle und inspirierte Persönlichkeit, die nachhaltige und verantwortungsvolle Entscheidungen trifft; die auch dann an Bord bleibt, wenn die Zahlen nicht hübsch sind und das Tagesgeschäft an den Nerven zerrt. Die Entwicklung zum besten Chef / zur besten Chefin braucht – und das ist eine vielvergessene Binsenweisheit – Zeit und Erfahrung.

Wir begleiten Sie mit unseren Ratschlägen auf Ihrem Weg zum „besten Chef“. Haben Sie den Mut, Ihre individuelle und wirkungsmächtige Führungskraft zu entfalten und zum Wohle Ihrer Mitarbeiter und des Unternehmens einzusetzen!




Bild: Stephanie Hofschläger / PIXELIO 

1. Werte vermitteln


Sie haben es satt, jede kurzfristige Gewinnmaximierung durchzupeitschen? Und sind vielmehr davon überzeugt, dass eine Werteorientierung im Unternehmen langfristig eine erhöhte Wertschöpfung befördert?

Suchen Sie Verbündete!

Das, was Sie auf dem mühsamen Weg vom Lippenbekenntnis zum konkreten unternehmerischen Handeln brauchen, Unterstützung, Anregung und wertvolle Netzwerke, finden Sie in der Wertekommission - Initiative Werte Bewusste Führung e.V. Ein Blick auf die Liste der Mitstreiter und Ratgeber macht klar: Hier treffen sich keine Vertreter einer Blümchenökonomie, sondern Führungskräfte aller Unternehmensbereiche und Branchen, die Strategien entwickeln, um mit engagierten Mitarbeitern wettbewerbsfähig zu wirtschaften und eine erhöhte Wertschöpfung zu erreichen.

Dieser Trend etabliert sich langsam in den Chefetagen; das spiegeln die Ergebnisse einer aktuellen Befragung von 300 Führungskräften wider: „Werte werden nicht als konjunkturelles Phänomen angesehen, sondern als struktureller Faktor, der die Unternehmensentwicklung maßgeblich mit beeinflusst. Zugleich sind nach Ansicht der Führungskräfte die Chancen heute – trotz weiterhin bestehender Defizite – besser denn je, Werte im Unternehmensalltag umzusetzen.“

(Quelle: Bucksteeg, M.; Hattendorf, K.: Führungskräftebefragung 2010. Wertekommission - Initiative Werte Bewusste Führung e.V.)


Sie wollen für sich und Ihre Mitarbeiter werteorientiert handeln?
Dann sollten Sie mit folgenden Schritten, in Anlehnung an den Kanon der Kernwerte der Wertekommission - Initiative Werte Bewusste Führung e.V., beginnen:

Schaffen Sie Vertrauen!
Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern das Gefühl der Sicherheit und schaffen Sie Spielraum für Eigeninitiative und das „Über-den-Tellerrand-hinaus-gucken“.

Dazu brauchen Sie Mut!
Denn wenn Sie Neues zulassen, brauchen Sie auch eine gewisse Kultur der Fehlerfreundlichkeit – Scheitern inklusive! Entscheiden Sie aber beherzt über den weiteren Verlauf der Veränderungen!

Übernehmen Sie Verantwortung!
Treten Sie ein für das, was Sie tun und seien Sie bereit, auch die Folgen davon zu tragen. Stellen Sie ganz offensiv das unternehmerische Gesamtinteresse immer vor Ihren Eigennutz.

Ohne Respekt geht gar nichts!
Zeigen Sie Anerkennung für die Verhaltensweisen und Leistungen Ihren Kollegen und Mitarbeiter. Es ist erstaunlich, welch bemerkenswertes Potenzial durch die Wertschätzung der Persönlichkeit freigekitzelt werden kann.

Fordern und fördern Sie Nachhaltigkeit!
Bringen Sie Prozesse und Arbeitsweisen auf den Weg, die ökonomische, ökologische und soziale Belange ausgleichen – damit auch zukünftige Generationen eine faire Entwicklungschance haben! Eine besondere Herausforderung ist es dabei bestimmt, die Balance zwischen kurzfristigen Quartalsgewinnen und langfristiger Profitabilität zu finden.

Nur mit Integrität ist Großes zu erreichen!
Durch Ihr Handeln müssen Sie Ihren Mitarbeitern vermitteln, dass für Sie Werte und Normen keine hohlen Phrasen sind. Glaubwürdig ist das nur, wenn Sie sich auch unter widrigen Umständen an die geltenden Richtlinien und Regeln halten. Das ist manchmal bestimmt unbequem, aber hier gibt‘s keinen Chefbonus!



Bild: Stephanie Hofschläger / PIXELIO 

2. Autorität verkörpern


Eines vorneweg: „Autorität“ als Alleinstellungsmerkmal Ihrer Persönlichkeit können Sie nicht per se beanspruchen. Aber wenn Sie bereit sind, sich dem römischen Ursprung des Wortes zu nähern, wo die auctoritas eine Umschreibung für Würde, Ansehen und Einfluss ist, können sie sich Autorität in Ihrem Unternehmen erarbeiten und verdienen.

Erst im Erleben Ihrer Mitarbeiter und im beruflichen Miteinander entsteht diese Beziehungsqualität. Es liegt in Ihrer Hand, die Güte dieser Beziehung zu beeinflussen.

Fragen Sie sich mal: Wird Ihnen Respekt entgegengebracht? Werden Ihre Entscheidungen anerkannt? Geschieht das Ausführen von Aufträgen freiwillig?

Die Suche nach Autorität im Beruf ist im Fluss; so plädiert beispielsweise der Unternehmensberater Roland Jäger in seinem neuen Buch dafür, dass sich Führungspersonen nicht despotisch verhalten sollen und nach purer Willkür über Wohl und Verderb entscheiden. Er erwartet von den „besseren“ Chefs, dass sie konsequenter, klarer und zielorientiert entscheiden, im Hinblick auf das Wohl aller, vornehmlich aber das des Unternehmens und der Führungskräfte selbst. Echte Führungspersönlichkeiten, so der Coach, haben eine innere Stärke entwickelt, sie lassen Nähe zu ihren Mitarbeitern zu – aber diese ist geprägt von Souveränität. Denn am Ende entscheidet der Ranghöchste, der auch die Verantwortung trägt. Der sich hinter und nicht vor seine Mitarbeiter stellt, aber sie eben nicht schikaniert.

(vgl. Jäger, R.: Ausgekuschelt – Unbequeme Wahrheiten für den Chef. Verlag Orell Füssli. 2010)

Wie kann das im Alltag aussehen?

  • Als richtig guter Chef wissen Sie um Ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle und können Ihre Wirkung auf andere sehr gut einschätzen. Das macht Sie im positiven Sinne selbstbewusst – auf egomanische Trips können Sie verzichten!
  • Mit dieser Selbstsicherheit nehmen Sie andere richtig wahr und meistern gerade das Zwischenmenschliche im Berufsalltag mit großer emotionaler Intelligenz. Führung auf Augenhöhe spielt in Ihrem Erfolgsrezept eine entscheidendere Rolle als stures Leistungsstreben.
  • Weil Sie Bedürfnisse, Stärken und Schwächen Ihrer Mitarbeiter erkennen, wissen Sie, wie Sie sie packen müssen, um sie zu motivieren. Wo bei dem einen Mitarbeiter klar formulierte Aufgaben und Ziele mit engem Feedback und Erfolgskontrolle guter Führungsstil bedeutet, kann der gleiche Ansatz bei einem eigenverantwortlichen und engagierten Mitarbeiter als Schikane ankommen und ihn – ungewollt – ausbremsen.
  • Seien Sie entscheidungsfreudig, aber bleiben Sie bei einem deutlichen Kurs. Mitarbeiter schätzen Chefs für ihre klaren Anweisungen und die Verfolgung eingeschlagener Ziele. Eine Führungsperson, die wie ein Fähnlein im Wind ständig die Richtung ändert, verunsichert die Mitarbeiter.
  • Und wenn‘s mal knirscht, dann steuern Sie auf den Konflikt direkt zu, Ausweichen schafft keine Klarheit. Mitarbeiter müssen die Chance bekommen, aus ihren Fehlern zu lernen – aber das bedeutet nicht, dass Fehler niemals wehtun dürfen. Allerdings verschaffen Sie sich nur mit angemessenen Sanktionen echten Respekt.
  • Wenn Sie Lust auf Zukunft und Mut zur Vision haben, erfüllen Sie eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen, um Ihr Unternehmen clever strategisch auszurichten und notfalls „immer wieder neu zu erfinden“. Dabei sollten Sie die Tugend der Beharrlichkeit auf keinen Fall geringschätzen.





Bild: Stephanie Hofschläger / PIXELIO 

3. Rückschläge verkraften


Das unternehmerische Leben ist ein beständiges Auf und Ab. Wer den Mut zu risikofreudigen Entscheidungen hat, muss auch mit Rückschlägen rechnen. Wohl dem Mitarbeiter, der einen Chef hat, der damit umgehen kann.
Diejenigen, die es können, sind zäh und robust; sie verfügen über eine wertvolle Eigenschaft: Resilienz. Der Begriff geht auf das lateinische resilire = „zurückspringen, abprallen“, zurück und meint damit diese besondere Form der Widerstandsfähigkeit. Solche Typen meistern widrigste Umstände dank ihrer individuellen Ressourcen, sie sind die sprichwörtlichen Stehaufmännchen, die aus der Krise gestärkt auftauchen mit den Worten: „Wieder was gelernt!“. Resilienzforscher nennen das „Postraumatic growth“, wachsen an der Krise.

Worauf kommt es an?
Psychologen haben die Fähigkeiten aufgespürt, die resiliente Menschen durch Krisenzeiten tragen:

  • Ihr gefestigtes Selbstwertgefühl erlaubt den angemessenen Umgang mit Kränkungen und Widrigkeiten; sie stecken weder den Kopf in den Sand noch reden sie sich alles schön.
  • Sie sind der Überzeugung, ihr Leben positiv beeinflussen zu können.
  • Sie verlassen sich auf die berühmte Prise Humor: Sie schafft Abstand und macht aus der „biblischen Katastrophe“ die zeitlich begrenzte Niederlage.
  • Mithilfe ihrer intellektuellen Fähigkeiten betreiben sie Problemanalyse und entwickeln Lösungsvarianten.
  • Sie schauen sich – sprichwörtlich – um und suchen Unterstützung von außen bei Arbeitskollegen, Mentoren und Freunden.


Hab‘ ich nicht! Haben Sie doch!

Über welche dieser Fähigkeiten Sie verfügen und wie stark sie ausgeprägt sind, ist nur teilweise in Ihren Genen verankert. Machen Sie Ihrer Spezies alle Ehre und beeinflussen Sie selbst die Bandbreite der Möglichkeiten.
Die aktuellen Ergebnisse der Hirnforschung machen Mut: Weil sich Nervenzellen bis ins hohe Alter nicht nur immer wieder neu vernetzen, sondern lebenslang neue Neuronen gebildet werden, ist es nie zu spät, scheinbar erstarrte psychische und soziale Verhaltensmuster aufzubrechen.

Klingt nach Arbeit, ist auch durchaus mühevoll – aber lohnenswert.
Jochen Mai, Leiter des Ressorts „Management + Erfolg“ bei der WirtschaftsWoche, gibt folgende Tipps:

Analysieren Sie die Ursachen der Krise und versuchen Sie sie aus einem anderen Winkel zu sehen:

  • Was ist passiert?
  • Was hat dazu geführt?
  • Lässt sich das ändern?


Knüpfen Sie an vergangene Erfahrungen an:

  • Gab es schon vergleichbare Situationen?
  • Wie haben Sie damals reagiert?
  • Was hat geholfen?


(vergl. www.karrierebibel.de: „Resilienz – Rückschläge leichter überwinden“; 03.06.2008)





Bild: Stephanie Hofschläger / PIXELIO 

4. Gespräche führen


Nicht nur in Krisenzeiten

oder „zwischen Tür und Angel“ sollten Sie mit Ihren Mitarbeitern ins Gespräch kommen. Immerhin nutzen erfahrene Führungskräfte Mitarbeitergespräche erfolgreich zur Motivationssteigerung. Ihre Mitarbeiter wollen regelmäßig, zumindest einmal im Jahr, erfahren, wie Sie über sie denken und ihre Arbeitsleistung einschätzen.

Tipp: Führen Sie keine Monologe, sondern gestalten Sie das Gespräch so, dass Ihr Mitarbeiter angemessen zu Wort kommt.
Nutzen Sie als Chef das Gespräch, wenn Veränderungen in der Firma anstehen; es bietet Ihnen die Möglichkeit Prozesse transparent zu machen und die Mitarbeiter „mitzunehmen“.

Im Jahresmitarbeitergespräch beschäftigen Sie sich mit drei Themen: Arbeitsumfeld des Mitarbeiters, seine Entwicklungschancen und Ihr Feedback als Vorgesetzter. Für beide Seiten erfolgreich ist das Gespräch erst dann, wenn Sie als Chef ein gebührendes Feedback und mögliche Erwartungen anschaulich äußern.

Tipp: Für die aufrichtige Wertschätzung und Anerkennung der Mitarbeiterleistung müssen Sie sich ausreichend Zeit nehmen und sich gründlich auf das Gespräch vorbereiten. Spenden Sie Lob anhand konkreter Beispiele aus dem Arbeitsalltag Ihres Mitarbeiters.

Sie selbst können wohl am besten einschätzen, ob die Atmosphäre im Unternehmen die Frage nach dem privaten Umfeld angemessen erscheinen lässt. Sich zu erkundigen, wie es dem Mitarbeiter geht, ist zulässig, allzu private Fragen sind aber nicht erlaubt, auch dann nicht, wenn es Anzeichen für einen Leistungsabfall gibt.

Tipp: Packen Sie akute Konflikte und aktuell anstehende Kritik weg vom Jahresmitarbeitergespräch in ein Kritik- oder Konfliktgespräch. Konfrontieren Sie Ihren Mitarbeiter nicht mit der angestauten Kritik der zurückliegenden Monate – das demotiviert.

Stellen Sie klar, welche betrieblichen Vereinbarungen es für die Handhabung von Mitschriften gibt (Art, Umfang, Aufbewahrungszeitraum). Ein Betriebsratsmitglied nimmt nur dann am Gespräch teil, „[…] wenn es um die Beurteilung der Leistungen sowie die Möglichkeiten der beruflichen Entwicklung im Betrieb geht“, erklärt Arbeitsrechtler Ulf Weigelt.

Tipp: Sollen Zielvereinbarungen getroffen werden, müssen sie klar formuliert und erreichbar sein. Sie werden schriftlich festgehalten und gelten für einen festgelegten Zeitraum. Ist deren Erreichen mit einer Gratifikation verbunden, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht über die Höhe.

Checkliste für die Vorbereitung
 

  • Planen Sie den Ablauf der Besprechungen gut im Voraus, so dass alle Mitarbeiter wissen, wie das Verfahren in Ihrer Organisation angewendet wird. Führungskräfte, die durch schlechte Vorbereitung auffallen, verspielen den Respekt ihrer Mitarbeiter.
  • Planen Sie genug Zeit ein.
  • Reservieren Sie einen ruhigen Ort. Versuchen Sie, nicht zu viele Mitarbeitergespräche an einem Tag zu führen.
  • Schauen Sie sich die Notizen der vorherigen Besprechungen an.
  • Analysieren Sie die Strategie von Seiten des Unternehmens bis hin zu Ihrer Einheit und überlegen Sie sich, wie sie aus Sicht des Mitarbeiters gesehen wird.
  • Machen Sie sich mit den bestehenden Berufs- und Entwicklungsmöglichkeiten vertraut.
  • Sammeln Sie Informationen von anderen Vorgesetzten, die ähnliche Ziele gesetzt haben oder die die Leistung dieses Mitarbeiters beurteilen können. Beziehen Sie Kunden ein, indem Sie sie zum Beispiel um eine Rückmeldung zum vergangenen Jahr und zu zukünftigen Zielsetzungen bitten.
  • Wenn der Mitarbeiter neu ist oder die Ziele des Mitarbeiters noch nicht ganz klar sind, bereiten Sie einen Entwurf der zu benutzenden Formulare vor und drucken Sie diesen aus.
  • Vergessen Sie nicht, dass der Erfolg des Verfahrens von Offenheit und Ehrlichkeit abhängt. Pflegen Sie eine zugewandte und respektvolle Sprache!
  • Argumentieren Sie stichhaltig und formulieren Sie Ihr Feedback anhand von konkreten Beispielen. Stellen Sie Erwartungen an den Mitarbeiter in den Gesamtzusammenhang.
  • Scheuen Sie sich auch nicht vor kritischem Feedback und äußern Sie offen Verbesserungswünsche.
  • Schalten Sie Ihr Telefon aus und richten Sie Ihre Gedanken auf die Person, mit der Sie sprechen.


Weblink: (Hrsg.) Staatskanzlei des Landes Brandenburg: Das Mitarbeitergespräch – Handlungsempfehlung. http://www.brandenburg.de/media/1172/mitarbeitergespraech.pdf





Bild: Stephanie Hofschläger / PIXELIO 


5. Körpersprache lernen


Mit Gesten kann es Ihnen durchaus gelingen, Blockaden aufzubrechen und eine „Wir-sollten-mal-darüber-Reden“-Atmosphäre zu schaffen. Dazu benötigen Sie keinen Abschluss in Kinesik, dem wissenschaftlichen Teilbereich der nonverbalen Kommunikation. Probieren Sie einfach mal aus, wie unsere Tipps zu Körperhaltung, Gesichtsausdruck und Gestik auf Ihre Mitarbeiter wirken.
Bei aller Experimentierfreude gilt: Nur das anwenden, was sich für Sie stimmig anfühlt und zu Ihnen passt – nichts ist peinlicher als aufgesetzte oder einstudierte Gesten! Vertrauen Sie auf das Urteil eines Freundes und – des Spiegels.

Körperhaltung einnehmen!

  • Sie sind der Chef – selbstverständlich möchten Sie Ihren Mitarbeitern auch durch Ihre Körperhaltung Ihren Machtanspruch und Ihre Verantwortung signalisieren. Betreten Sie also ruhig und gelassen einen Raum und steuern Sie direkt Ihr Ziel an.
  • Wollen Sie stehenbleiben? Stellen Sie sich ruhig ein bisschen breitbeinig hin, richten Sie sich auf, strecken Sie die Schultern zurück und halten Sie den Kopf gerade auf Ihren Gesprächspartner gerichtet. Die Hände berühren sich locker vor dem Körper; mancher hält lieber etwas Bürotaugliches in der Hand.
  • Als Chef nähern Sie sich Ihren Mitarbeitern in der Regel nicht näher als auf ein bis zwei Meter. Mehr Nähe verletzt die Intimsphäre und wirkt bedrohlich oder übergriffig. Mit einer größeren Distanz halten Sie den Mitarbeiter sprichwörtlich auf Abstand und unterstreichen Ihr Machtverhältnis – wenn es gewollt ist, ist es sehr wirkungsvoll!
  • Setzen Sie Berührungen, z.B. per Handschlag oder Schulterklopfen, nur sehr sparsam und gezielt ein. Die Bewegung geht dabei von Ihnen aus und – Ihre Hand bleibt niemals auf Arm oder Schulter liegen!
  • Vermeiden Sie eine enge, verklemmt wirkende Körperhaltung, genauso wie ein abgewinkeltes Bein, weil das Schwäche und Schüchternheit verströmt.


Und verehrte Chefinnen: Niemals den Kopf schräg legen!
Ebenfalls Tabu sind: Beine kreuzen, mit Gegenständen herumspielen, Arme vor der Brust kreuzen oder hinter dem Rücken verschränken. Diese Gesten signalisieren geringes Durchsetzungsvermögen, Nervosität oder Rückzugsbereitschaft.

Gesichter sprechen
 

  • Ihre Mitarbeiter freuen sich über einen klaren, zugewandten Blick, der ihnen Ihr Interesse und Ihre Aufmerksamkeit verspricht. Probieren Sie vor dem Spiegel ein freundliches Lächeln, das im besten Fall Ihre Augen erreicht. Das hilft auch wenn harte Nüsse zu knacken sind!
  • Ein kurzer Blick nach oben signalisiert „Ich sehe Licht am Horizont – es besteht Hoffnung!“ (zu was auch immer).
  • Hat ein Mitarbeiter Sie wirklich verblüfft? Wenn Ihnen danach ist, ziehen Sie ruhig die Augenbrauen hoch und weiten Sie Ihren Blick – das kommt an.
  • Tabu sind: Eingefrorenes Dauerlächeln, hängende Mundwinkel, häufig wechselnde oder ausweichende Blickrichtung.
  • Wundern Sie sich nicht, wenn Ihre Mitarbeiter ins Stocken geraten: Wenn Sie Ihren Blick auf eine imaginäre Suche schicken, mit den Augen rollen und wohlmöglich gleichzeitig laut aufseufzen und hörbar tief Ausatmen – deutlicher können Sie Ihre Langeweile nicht demonstrieren!



Gesten setzen

  • Spiegeln Sie Ihrem Gegenüber doch Ihre Zuneigung und Sympathie: Gleichen Sie Ihre eigene Körperhaltung der Ihres Partners immer wieder an. Wenn Sie jemandem gegenüber sitzen und die Beine in die gleiche Richtung schlagen wie er, signalisieren Sie Zuneigung – die entgegengesetzte Richtung bedeutet Distanz.
  • Streichen Sie sich ruhig über Ihr Haar oder den Kopf, wenn Sie einer Sache zustimmen wollen oder mit etwas übereinstimmen – das wirkt!


    Grundsätzlich deuten kleine, runde Handbewegungen, die vom Körper wegführen, Aufrichtigkeit und menschliche Wärme an.
  • Tabu sind: Weitausholende Gesten, die Ihnen eher den Anstrich eines prahlerischen Schwätzers geben. Vermeiden Sie Bewegungen, die von außen zum Körper hinführen denn damit wirken Sie gehemmt und verschlossen. Macht nervös und verunsichert Ihren Gesprächspartner: ständiges Händereiben. Wenn Sie Ihr Kinn in die Hand stützen entsteht beim Gegenüber der wohlmöglich ungewollte Eindruck: „Der Chef ist eher kritisch und skeptisch.“
  • Überholte Altherren-Gesten, wie das ständige Richten des Krawattenknotens oder das Lockern des Kragens mit dem Zeigefinger sind Hinweise auf Eitelkeit und Selbstverherrlichung.


Buchttipp

:
Manfred Schries: Sofortwissen kompakt. Körpersprache im Beruf: Businesswissen in 50 x 2 Minuten. Heragon Verlag; 2009

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