Ratgeber Mehr ist mehr: Überzeugende Strategien für Ihr Gehaltsplus

Der Eine liebt es in den Ring zu steigen und Gehaltsverhandlungen zu führen; der Andere – häufiger: die Andere, also Frauen – fühlen sich unwohl bei dem Gedanken, um Geld zu feilschen. Klar ist, wenn Sie nicht nach Tarif bezahlt werden, sollten Sie das regelmäßige Gehaltsgespräch als das nutzen, was es ist: ein Instrument der Selbstvermarktung.

Elke Neuhard | , aktualisiert


Bild: Silke K. / PIXELIO
Die Rechnung ist simpel: Sie stehen im Dienst Ihres Unternehmens und werden für Ihre Leistungen entlohnt. Je wertvoller Ihr Beitrag zum Firmengewinn, desto höher die Entlohnung – für diese Symmetrie müssen Sie kämpfen! Fair Play – versteht sich!

Bereiten Sie sich mithilfe unserer Planungsschritte auf Ihr nächstes Gehaltsgespräch vor! Das ist auf jeden Fall erfolgversprechender, als ein lässiges: „Hey Boss, ich brauch‘ mehr Geld!“


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Bleiben wir bei dem Gedanken, dass sich Ihr Nutzwert für das Unternehmen erst dann in Heller und Pfennig auszahlt, wenn Ihr Chef Sie als Leistungsträger in der Firma wahrnimmt. Er soll wissen, dass Sie an Umsatzsteigerungen, Kostensenkungen und Imagegewinnen aktiv beteiligt waren! Setzen Sie also alles daran, genau das herauszustellen; erst dann wird er bereit sein, über ein Gehaltsplus zu verhandeln.

Erstellen Sie Ihre persönliche Erfolgsbilanz:
 

  • Welches erfolgreiche Projekt haben Sie geleitet?


    Dazu gehören auch Projekte, die durch Ihren besonderen Einsatz gerettet wurden oder wo Sie ein Mehr an Verantwortung übernommen haben.
  • Konnten Sie einen Neukunden gewinnen und damit ein Plus auf der Gewinn- und Imageseite für die Firma verbuchen?
  • Haben Sie Abläufe optimiert oder andere Möglichkeiten entdeckt, um Kosten zu reduzieren?
  • Arbeiten Sie mit den entscheidenden Kunden zusammen oder verwalten Sie relevante Budgets?
  • Auch wenn Sie nicht in Vertrieb oder Entwicklung, sondern in einer internen Abteilung arbeiten, sollten Sie Ihre strategische, zukunftsorientierte Leistung herausarbeiten: z. B. Wissen aus einer Fortbildung angewandt oder Verbesserungsvorschläge unterbreiten.
  • Sind Sie an strategisch wichtigen Projekten beteiligt? Das zeigt, dass Sie auch zukünftig nicht so einfach zu ersetzen sind.
  • Sind Sie Know-how-Träger besonderer Fertigkeiten? Neben dem „harten“ Technikwissen, sind Ihre besonderen Soft Skills erwähnenswert: Haben Sie z. B. schon mal Kurse für Ihre Mitarbeiter gehalten oder Auszubildende betreut?
  • Verfügen Sie über Kontakte, die zu Neuaufträgen führen?
  • Haben Sie individuelle Verkaufs- oder Arbeitstechniken entwickelt und haben sich diese bewährt? Wollen Kunden überwiegend mit Ihnen verhandeln?
  • Haben Sie einflussreiche Fürsprecher, die Ihre Arbeit schätzen?
  • Wie war das bisherige Feedback in Personalgesprächen?


Extra-Tipp

:
Nicht immer läuft alles rund und wenn Sie seit dem letzten Gespräch eher uninspirierten „Dienst nach Vorschrift“ gemacht haben – so what? Verhandeln Sie trotzdem! Allerdings sollten Sie dann nicht mehr als den Inflationsausgleich anpeilen.


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Da Sie nicht auf dem Mond leben, bekommen Sie natürlich mit, welche Branchen sich mittlerweile über einen Aufschwung freuen oder welche noch immer im Abwärtstrend trudeln. Die Erfolgsaussichten Ihrer Verhandlung sind eng damit korreliert.

Bevor Sie um ein Gehaltsgespräch bitten, sollten Sie intensive Recherche betreiben:

  • Wie ist die Branche allgemein aufgestellt? Unternehmensbereiche und Branchenreports (www.handelsblatt.de) bringen hier einen guten Überblick.
  • Verschaffen Sie sich eine realistische Einschätzung Ihres Unternehmens:


    Wie ist die Auftragslage?


    Verzeichnet das Unternehmen Gewinne?


    Stellt es neue Leute ein oder muss es entlassen?
  • Lässt sich etwas über die Gehaltsentwicklung bei der Konkurrenz herausfinden?


Über die branchenspezifischen Besonderheiten hinaus gilt es zu klären

:

  • Mit welcher Verhandlungsmentalität müssen Sie bei Ihrem Gegenüber rechnen: Zahlenmensch, kühler Stratege oder Patriarch? Womit können Sie ihn also beeindrucken?
  • Wie hoch sollte Ihr Plus mindestens sein? Fix, leistungsabhängig oder als einmaliger Bonus?
  • Gibt es interessante Alternativen zu Geld:


    - geförderte Fortbildung


    - Kindergartenplatz


    - Gratis-PC


    - Fahrgeld/Jobticket/Benzingutscheine


    - zusätzliche Urlaubstage

 




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Als Berufseinsteiger haben Sie vor Ihren ersten Gehaltsverhandlungen eine ganz besondere Aufgabe zu bewältigen: Finden Sie Ihr individuelles Alleinstellungsmerkmal!

Unternehmen suchen Bewerber, die haarscharf ins Anforderungsprofil passen, dann haben Sie den größten Nutzen. Überlegen Sie also ganz genau, welche Ihrer Fähigkeiten zu einer maximalen Passgenauigkeit führt. Falls Sie darüber verfügen – umso besser. Denn dann können Sie risikofreudiger in die Gehaltsverhandlungen gehen als ein 08/15-Bewerber.

Auch wenn Unternehmen den Spielraum ihres Gehaltsgefüges um des lieben Betriebsfriedens willen selten überstrapazieren, dürfen Sie natürlich höher pokern, wenn Sie wissen: Ich kann genau das, was die wollen!
Vergreifen Sie sich dabei allerdings nicht im Ton: Selbstbewusstsein ist okay, arrogante Überheblichkeit dagegen nicht. Sie verhelfen, dank Ihrer Vorzüge, dem Unternehmen zum Glanz – nicht umgekehrt!

Eine erste Orientierungshilfe erhalten Bewerber in dem Gehaltsbaukasten, den Handelsblatt Junge Karriere zusammen mit der Vergütungsberatung Mercer entworfen hat. Ausgehend von einem Mittelwert für eine Position hilft er beispielsweise, weitere Faktoren in den Durchschnitt einzuarbeiten und daraus eine realistische Vorstellung abzuleiten, die im Bewerbungsschreiben und -gespräch weiterhilft.

Zusätzlich sollten Bewerber aber immer auch selbst recherchieren. Was sagen Freunde oder Bekannte, die in der angestrebten Branche tätig sind? Gibt es Firmeninsider, die ein paar Details verraten über das Arbeitsklima, die Hierarchien, die Gehälter? Je mehr Informationen man vor der Bewerbung sammelt, desto besser kann man sich und seine Qualifikationen einsortieren.

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