Preisverleihung Karriere des Jahres 2009 vergeben

Festlich ging es zu in der Wolkenburg in Köln. In barockem Ambiente vergab das Handelsblatt zum siebten Mal die "Karriere des Jahres". Zur Preisverleihung kamen die Top-25-Kandidaten, ihre Mentoren und die Alumni des Preises nach Köln.

Astrid Oldekop | , aktualisiert

Viele der rund 100 Gäste hatten einen weiten Weg auf sich genommen: Sie kamen aus Australien, Brasilien, China, England, Irland, Österreich, Russland, Schweden, Ungarn, USA und Vietnam. Beim festlichen Abendessen sprach die Deutschlandchefin der Personalberatung Heidrick & Struggles, Dr. Christine Stimpel über spannende Karrieren, Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer stellte das neue Handelsblatt vor, Ressortleiterin Tanja Kewes gab einen Überblick über das große "Karriere des Jahres"-Alumni-Netzwerk.

Nach dem Hauptgang stellte Moderator Martin Leutke die Gewinner des Jahres 2009 vor:

Karriere des Jahres 2009: Dr. Carla Kriwet - The Linde Group

Junge Karriere des Jahres 2009: Doreen Welz - Danone

Karriere des Jahres im Mittelstand 2009: Amir Roughani - Vispiron

Karriere des Jahres 2009
Drei Kinder, Verantwortung für 1.650 Mitarbeiter in 17 Ländern, eine halbe Milliarde Umsatz - trotzdem wirkt Dr. Carla Kriwet entspannt und hat obendrein noch Zeit für soziale Projekte. Die Gewinnerin der „Karriere des Jahres 2009“ wächst mit vier Geschwistern in Düsseldorf auf, verbringt ein Schuljahr in den USA und macht ein soziales Jahr in Burundi. Danach weiß sie: Sie will später Einfluss nehmen.

Zurück in Europa studiert sie BWL in Würzburg und St. Gallen. Während des Studiums arbeitet sie bei ABB in Indien. Tagsüber nimmt die 1,81-Meter-Frau an Konferenzen teil, nachts arbeitet sie sich in die Lokomotiven-Technik ein. Nebenbei schreibt sie ihre Dissertation über die interkulturellen Erfahrungen. Weil sie sich noch nicht festlegen will, wird Kriwet 1999 Beraterin der Boston Consulting Group in Hamburg und London. Ihr Schwerpunkt sind Finanzen, ihre Branche Pharmazie. Ein Headhunter holt sie 2003 als Leiterin ins Strategieteam zu Linde. Dort krempelt der neue Chef gerade den Konzern um und Kriwet ist mittendrin.

Vom Stiefkind zum Starbereich

Doch Strategie ist nur eine Zwischenstation, Kriwet will ins Operative und übernimmt 2005 die Medizintechnik. Da ist sie im neunten Monat schwanger. Die energiegeladene Frau lässt keine Zweifel aufkommen: Kurz nach der Entbindung ist sie zurück im Büro. Bei „Linde Homecare“ leitet Kriwet einen kompletten Strategiewechsel ein: Bisher verkaufte das Unternehmen - zusätzlich zu den selbst produzierten Sauerstoffflaschen - Beatmungsgeräte an Intensivstationen. Heute sieht das Unternehmen den Patienten als Ganzes und betreibt eigene Krankenhäuser. So macht die 38-Jährige aus dem ehemaligen Stiefkind Linde Homecare einen Starbereich im Konzern.

Junge Karriere des Jahres 2009
Die Preisträgerin der „Junge Karriere des Jahres 2009" Doreen Welz wäre gerne ein Daniel Düsentrieb geworden, doch ins stille Erfinder-Kämmerlein passt die 30-Jährige ganz und gar nicht. Denn die Oberpfälzerin ist kommunikativ und versteht es, andere für ein Ziel zu begeistern. Dabei ist sie stets einen Schritt schneller als die anderen.

In der Schulzeit macht Welz Leistungssport: Sie ist Kaderspielerin der Volleyball-Nationalmannschaft und Mannschaftsführerin. Der Sport bringt sie zum Thema Ernährung. Sie studiert Lebensmittel-Biotechnologie in München und Schweden, steigt 2003 als Trainee bei Danone ein und wird in das internationale Nachwuchsmanager-Programm aufgenommen. Ihr Job führt sie an fünf Standorte in vier Ländern. In der Forschung und Entwicklung in Rosenheim entwickelt die Ingenieurin Milchprodukte.

Erst Kollegin, dann Chefin

Nach einem Abstecher in die Pariser Danone-Zentrale wird die Oberpfälzerin zurück nach Rosenheim gerufen - als Chefin von 30 Mitarbeitern. Sie meistert den Schritt von der Kollegin zur Chefin. Fortan leitet sie die Produktentwicklung von Activia. Der Jogurt ist das wichtigste Produkt in Deutschland. So prägt die 1,80-Meter-Frau die Markenstrategie entscheidend mit.

Karriere des Jahres im Mittelstand 2009
Der Gewinner der „Karriere des Jahres im Mittelstand 2009“, Amir Roughani, zeigt, wie man es von ganz unten nach ganz oben schaffen kann. Roughani ist Asylbewerber, als er mit elf Jahren, ohne Eltern in Berlin landet. Sein starker Wille, es hier zu schaffen, hilft ihm durch die schwierigen ersten Jahre. An der Hauptschule wird er bald Klassenbester, er macht seinen Abschluss, eine Ausbildung, holt das Abitur nach und studiert in Berlin. Seine Diplomarbeit über Windkraft zeigt schon die Richtung zu Erneuerbaren Energien, die er später einschlagen wird.

Ein Unternehmen mit Vision und Inspiration

Er geht immer einen Schritt nach dem anderen, das aber in einem Riesentempo. Als Key-Account-Manager fängt er beim Kirch-Konzern an, wird schnell Projektleiter. 2002 steht Kirch vor der Pleite und Roughani vor der größten Entscheidung seines Lebens: weiter in Großunternehmen nur für andere zu arbeiten oder sich selbstständig zu machen. Er wagt den Schritt und gründet Axis Engineering. 2007 gewinnt er den Bayerischen Gründerpreis, 2008 wird das Unternehmen zur Vispiron AG - zusammengesetzt aus den Wörtern „Vision“ und „Inspiration“.

Mittlerweile hat der 34-Jährige 230 Mitarbeiter und 20 Millionen Euro Umsatz gemacht. Er will Vispiron in der Solarbranche etablieren und damit neben dem Technologiegeschäft ein zweites großes Standbein aufbauen. Die Bundesregierung hat ihn für die Kampagne „Vielfalt als Chance“ ausgewählt, um zu zeigen, wie ein starker Charakter sein Leben selbst in die Hand genommen und viel draus gemacht hat.

Die Top 25:

Sinéad Browne, 37, Allianz SE
Chief Operations Officer

Regine Bürner, 30, Microsoft
Leiterin Marketing

Vicki Fuller, 39, McDonald´s
Director Business Initiatives

Britta Fünfstück, 37, Siemens
CEO Molecular Imaging, USA

Norbert Hentschel, 40, Miltenyi Biotec
Chief Financial Officer

Dr. Nadine Hermann, 32, Allen & Overy
Partnerin

Dr. Carsten Intra, 37, MAN
Vorstandsmitglied Lateinamerika

Rainer Kaschel, 40, Bausparkasse Schwäbisch Hall
Vorstand Ungarn

Raphael Matzker, 30, Media-Saturn-Holding
Vertriebsleiter Schweden

Tobias Mehrer, 38, Vorwerk
Vorstand

Dr. Boris Mergell, 34, Continental
Hauptabteilungsleiter

Dr. Tobias Ruckes, 37, Qiagen
Director Marketing

André-Christian Rump, 33, Sparda-Bank Hannover
Vorstand

Reinhard Schaupp, 36, Alcatel-Lucent
Vice President Finance

Prof. Dr. Markus Schneider, 35, Hochschule Landshut
Beratung

Julia Schüller, 35, PricewaterhouseCoopers
Partnerin

Thorsten Seeger, 31, Barclays Bank
Global Leader

David Slipek, 29, L´Oréal
Verkaufsleiter

Torsten Strass, 39, Logica Deutschland
CEO

Dr. Sebastian Vieregg, 30, Google Germany
Sales Manager Youtube

Christoph von Appen, 39, Voith Paper
Vice President Production & Logistic

Weidong Xu, 39, GEA Luftkühler
Geschäftsführerin

Zum siebten Mal vergibt das Handelsblatt die „Karriere des Jahres“. Die Kandidaten können sich nicht selbst bewerben, sie müssen vorgeschlagen werden. Die Mentoren - Geschäftsführer, Vorstände, Professoren - bürgen mit ihrem Namen für die Qualität der Kandidaten. Anders als ähnliche Top-Manager-Auszeichnungen, die sich auf die schmale Ebene der Dax-Vorstände beschränken, sucht die „Karriere des Jahres“-Jury nach den Entscheidern von morgen, auf allen Führungsebenen und in Unternehmen jeder Größenordnung.

Die Jury, bestehend aus der Handelsblatt-Redaktion und der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung, hat die rund 100 Kandidaten in der Endauswahl nach folgenden Kriterien bewertet:

- rascher Aufstieg
- beruflicher Erfolg
- vorbildliches Führungsverhalten
- verantwortliches Handeln

Der Preis wird in drei Kategorien verliehen: „Karriere des Jahres“, „Karriere des Jahres im Mittelstand“ (beide bis 40 Jahre) sowie „Junge Karriere des Jahres“ (bis 30 Jahre).

Die Top-25-Karrieren sind kein Ranking. Wer in den Kreis aufgenommen wird, gehört zu den herausragenden Nachwuchsmanagern Deutschlands und erhält Zugang zum „Karriere des Jahres“-Alumni-Netzwerk. Zur Preisverleihung in Köln kamen am 3. November die 25 Top-Kandidaten, ihre Mentoren, die Alumni und die Sponsoren des Preises - Metro und WestLB.

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