Praktikum Forschen für die Formel1

Streng geheim: Über sein Formel-1-Praktikum darf Student Boris Kubrak eigentlich nichts erzählen. Ein bisschen verrät er aber doch.

Maximiliane Koschyk | , aktualisiert

Einer der aufregendsten Tage meines Praktikums war, als uns der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso besuchte. Für alle im Entwicklungszentrum von Renault war es ein tolles Gefühl, den Star unseres Rennstalls einmal persönlich zu sehen. Er kam zur Eröffnung des neuen CFD-Forschungszentrums. CFD steht für Computational Fluid Dynamics - das ist die physikalische Untersuchung von Strömungsmechanik. Renault hat in seinem Formel-1-Quartier in Enstone, nordwestlich von Oxford, ein solches Zentrum eingerichtet.

Hier wird in einem Windkanal und in Computerlaboratorien die Aerodymamik der Rennwagen weiterentwickelt. Alonso hat den Windkanal begutachtet, in dem die Stromlinienform der Fahrzeuge untersucht wird. Danach kam er auch in mein Labor. Unser Chef öffnete die Tür, er schaute herein und nickte uns allen sehr freundlich zu. Mit ihm sprechen konnte ich leider nicht, aber er interessierte sich für unsere Arbeit und die Ergebnisse aus dem Windkanal. Denn die Form des Fahrzeugs bestimmt schließlich, wie sehr das Auto durch die Luft abgebremst wird. Das bedeutet eine Verbesserung von Millisekunden, und darauf kommt es an, wenn man in der Formel 1 gewinnen will.

Zwar hat mein Praktikum bei Renault nichts mit dem aufregenden Leben eines Rennfahrers zu tun. Das macht aber auch nichts. Ich bin Maschinenbauer, die Forschung ist für mich viel spannender. Momentan erarbeite ich thermische Modelle. Dafür habe ich ein neues Computerprogramm gelernt, mit dem ich 3D-Ansichten von den Autos erstelle und eigene Daten zur Thermik eingeben kann. Daraus entstehen dann bunte Bilder, wie man sie vielleicht schon mal bei Wärmemessungen gesehen hat. Meine Bilder vergleichen die Windkanal-Experten mit ihren Messungen. Anschließend gleiche ich die Daten wieder mit meinen Modellen ab. Unsere Forschungsgruppe unterliegt der höchsten Sicherheitsstufe bei Renault. Nur die Entwickler besitzen den Schlüssel zu unserem Arbeitsbereich, und die Ergebnisse müssen vor der Konkurrenz streng geheim gehalten werden. Deshalb musste ich mich für mein Praktikum zur Geheimhaltung verpflichten.

Auch mein Professor musste eine entsprechende Erklärung unterschreiben - er allein bekommt meine Masterarbeit zu lesen. Diese Vorkehrungen gibt es oft in der Forschung. So schützt man sich vor Wirtschaftsspionage. Ansonsten geht es bei uns sehr locker zu. Meine Kollegen kommen aus aller Welt. Es sind junge Bachelor-Absolventen, viele erst 24, und trotzdem sind sie schon seit ein paar Jahren bei Renault. Obwohl wir hier auch mal bis zu zehn Stunden am Tag arbeiten, ist es einfach toll, bei diesen Entwicklungen dabei zu sein. Ich möchte später in die Forschung gehen und würde nach dem Master gerne hierher zurückkehren. Es ist ein Riesengewinn für mich, dass ich hier meine ersten Berufserfahrungen sammeln darf."

Altran Engineering Academy

Wie schafft man es als Praktikant in die Formel 1? Boris Kubraks Praktikum im Team von Renault ist der Hauptgewinn eines Studentenwettbewerbs, der Anfang 2009 zum fünften Mal ausgeschrieben wird. Der High-Tech-Berater Altran und der Autobauer Renault suchen Studenten der Ingenieur- und Naturwissenschaften, die ein innovatives Konzept für Formel-1-Fahrzeuge entwickeln. Das Praktikum findet im englischen Enstone statt. Alle Infos: www.altran-academy.com

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...