Porträt Christian Moldenhauer International beschlagen dank der London Business School

An Christian Moldenhauer fällt auf, dass er an einem Campus nicht auffallen würde. Hier an diesem Vormittag aber schon. Moldenhauer ist auf dem Weg zum Düsseldorfer Stadttor, einer elitären Büroadresse.

Sven Prange | , aktualisiert


Foto: privat

Anders als der Durchschnitt 

Projekt beim Kunden. Moldenhauer trägt einen Pulli mit V-Ausschnitt, Jeans und eine Tasche, die in jedem Hörsaal stehen könnte. Vielleicht liegt der für einen Berater der Boston Consulting Group (BCG) ungewohnte Aufzug daran, dass Moldenhauer erst vor kurzem zum zweiten Mal den Universitäts-Campus verlassen hat. Vielleicht aber auch daran, dass er sich schon seit jeher vom Durchschnitt abhebt.

Denn Moldenhauer hat, um Berater zu werden, nicht BWL studiert – sondern Technomathematik, eine Kombination aus Mathe und Ingenieurwissenschaften. Um sich im Berateralltag breiter aufzustellen, hat er dann gerade ein MBA-Studium an der renommierten London Business School (LBS) abgeschlossen.

Und Moldenhauer hat die Sache Ernst genommen. Nicht nur, weil die Studiengebühren an der LBS bei 60.000 Euro liegen. Auch, weil der Weg zur LBS für ihn quasi vorgezeichnet war.

"Zeit des Wandels und der Reflexion"

Sie ist für viele eine der besten Wirtschaftshochschulen Europas. Und sie ist eine von ganz wenigen europäischen Top-Schulen, die einen zweijährigen MBA anbietet; bei den meisten anderen dauert er nur ein Jahr. „Ein MBA ist auch eine Zeit des Wandels und der Reflexion“, sagt Moldenhauer. Nicht zu denken, wollte man dies in einem Jahr durchpauken.
 
Zudem ein Exot wie der Mathematiker, der neben dem Netzwerken und dem internationalen Umfeld auch auf das Managementwissen angewiesen ist, das das MBA-Studium vermitteln soll. Dafür passt die LBS exakt, findet Moldenhauer.


Foto: privat

Mit ihren mehr als 30.000 Alumni aus 130 Ländern bietet sie ein riesiges Reservoir an Netzwerkmöglichkeiten. „Ob der Scheich von Dubai, George Soros oder Goldman-Chefökonom Jim O’Neil – es gibt dort ständig interessanten Besuch“, sagt Moldenhauer.

Und das aus allen Branchen, allen Ländern. Denn anders als die Nähe zur Londoner City vermuten lässt, besteht die Studentenschaft in den MBA-Seminaren nicht überwiegend aus Investmentbankern. „Etwa 40 Prozent kamen aus der Industrie, ein Drittel von Banken und Beratungen“, sagt Moldenhauer.

So hat er im Austausch mit den Kommilitonen in Berufe hineinschauen können, die ihm als Berater sonst allenfalls als Beobachter von außen offenstehen.

Lohnende Investition

Das merkt Moldenhauer heute in seinem Berufsalltag bei Industriegüterkunden. Klar, Moldenhauer hat auch schon in den zwei Jahren zwischen seinem Mathematikstudium und dem Aufenthalt an der LBS als Berater Routine gesammelt. Aber jetzt ist die Arbeit anders: „Ich merke, dass ich gewachsen, ja sicherer geworden bin – gerade auch in internationalen Projekten“, sagt er.

Damit hat sich die Investition nicht nur für ihn, sondern auch für seinen Arbeitgeber gelohnt. Denn BCG hat Moldenhauer nicht nur für zwei Jahre freigestellt, sondern auch einen Teil der Ausbildungskosten gefördert.

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