Outsourcing Jobverlagerung nach Indien

Immer mehr Firmen lagern Abteilungen aus oder vergeben Arbeiten an externe Service-Anbieter. Die Manager hoffen auf Ersparnisse und mehr Effizienz.

Tina Groll, zeit.de | , aktualisiert

Jobverlagerung nach Indien

Foto: OlegD/Fotolia.com

Die Auslagerung von Geschäftsprozessen nimmt deutlich zu. 94 Prozent der Manager planen, in Zukunft Unternehmensteile, Abteilungen oder einzelne Dienstleistungen auszulagern. 78 Prozent der Manager gaben an, sich und ihre Mitarbeiter dadurch entlasten zu wollen, um sich wieder stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting.

Mehr als drei Viertel der Chefs schätzen Outsourcing als einen entscheidenden Faktor für unternehmerischen Erfolg ein. Die befragten Entscheider erhoffen sich durch die Ausgliederung Kostenersparnisse von 20 bis 50 Prozent.

Ganze Geschäftsbereiche werden ausgelagert

Am häufigsten werden ganze Geschäftsbereiche wie das Finanz- und Rechnungswesen, das Katalogwesen oder die Logistik in die Hände externer Dienstleister gegeben. Auch Abrechnungssysteme oder IT-Dienstleistungen wie etwa SAP-Installationen werden ausgelagert. Dazu kommen Arbeiten aus der Personalabteilung wie die Lohnbuchhaltung.

Ausgegliedert wird nicht nur an Firmen hierzulande, sondern an Anbieter in Niedriglohnländer. Bürodienstleistungen werden häufig in Osteuropa abgewickelt, Aufträge für IT-Dienstleistungen und internationale Callcenter-Aufgaben gehen oft nach Indien.

Die Ausgliederung hat Folgen für den Arbeitsmarkt: In Deutschland verschwinden Jobs. Selbst hiesige Dienstleistungsfirmen, die outgesourcte Aufträge übernehmen, bieten oft nur befristete und schlecht bezahlte Jobs an.

Großkonzerne setzen immerhin sogenannte auf Shares Service Center (SSC). Das ist eine Art innerbetriebliches Outsourcing, bei dem Dienstleistungsprozesse aus den verschiedenen Unternehmensteilen an einem Standort oder in einer Abteilung zentralisiert werden. Oft werden dafür eigene Tochterfirmen gegründet, die keinen Tariflohn mehr zahlen.

Höhere Flexibilität

Neben Entlastung und Kosteneinsparungen erhoffen sich die outsourcenden Unternehmen durch das Auslagern eine höhere Flexibilität. Die Erwartungen der Manager werden dabei offenbar erfüllt: 97 Prozent der befragten Entscheider gibt an, zufrieden mit der Ausgliederung zu sein.

Für die Studie wurden 204 Manager, Geschäftsführer und Vorstände aus mittelständischen Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern und aus Großkonzernen befragt. Ein Viertel der befragten Unternehmen beschäftigt mehr als 5 000 Mitarbeiter, 56 Prozent zwischen 500 und 5 000 Mitarbeitern, und 21 Prozent gaben an, 100 bis 500 Beschäftigte zu haben.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de

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