Online-Pausen Surfen während der Arbeitszeit macht produktiv

Kurz was im Online-Shop bestellen oder private E-Mails checken – in vielen Betrieben gibt das Ärger. Doch Arbeitgeber können sich entspannen, denn privates Surfen kann nützlich sein.

Jana Reiblein, wiwo.de | , aktualisiert

Surfen während der Arbeitszeit macht produktiv

Privat im Netz surfen – das muss nicht zwangsläufig von der Arbeit ablenken, sondern kann sich im Gegenteil sogar positiv auf die Produktivität auswirken.

Foto: contrastwerkstatt/Fotolia.com

Viele Betriebe verbieten die private Internetnutzung aus Sorge, dass die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit nutzlos vertändeln. Während "Offline"-Unterbrechungen der Arbeit wie Kaffee- und Zigaretten-Pause akzeptiert sind, ist das private Internetsurfen im Büro hingegen verpönt. Und das zu Unrecht, wie eine Studie um den Forscher Sung Doo Kim am Carl H. Lindner College of Business in Cincinnati zeigt.

Regeneration durch Online-Ausflug

Der Doktorand und sein Team fanden heraus, dass eine Surf-Pause im Büro die Arbeiter entspannen und sogar ihre Produktivität steigern kann. Für die Studie befragte Kim Arbeiter aus verschiedenen Bereichen wie Banken, Gesundheitswesen oder Medien. Dabei wurde unter anderem abgeklopft, wodurch die Surf-Pausen ausgelöst werden. Es zeigte sich, dass die Arbeiter sich besonders dann dazu neigten, sich online abzulenken, wenn sie sich körperlich und geistig ausgelaugt von einer besonders stressigen Arbeitsperiode fühlten. Auch Monotonie und Langeweile oder emotionale Tiefschläge bei der Arbeit, die Ärger oder Frustration auslösten, führten zum Herumsurfen.

Dabei zeigte sich, dass Menschen, die durch ihren Job ohnehin viel am Rechner sitzen, nicht dazu neigen während der Arbeitszeit auch noch privat zu surfen. Im Gegensatz dazu sehnen sich Menschen, die harte körperliche Arbeit leisten oder viel Kundenkontakt haben, eher nach einer "einsamen Auszeit" im Internet.

Erholung und Zufriedenheit

Und diese Auszeit ist in dreierlei Hinsicht ein Gewinn. Die Studie zeigt, dass sich die Arbeiter durch die Online-Pausen erholten, mitunter auch etwas lernten und sich insgesamt erfüllt fühlten. Unter den Probanden seien etwa Menschen gewesen, die die Online-Pausen nutzten, um kurz mit ihren Kindern zu chatten. "Nachdem sie sich vergewissert hatten, dass mit den Kindern alles in Ordnung ist, konnten sie sich auch wieder besser auf ihre Arbeit konzentrieren", berichtet Kim. Probanden, die die Surf-Pausen nutzten um zum Beispiel Nachrichten oder Forschungsberichte zu lesen, empfanden dies als nützlich für ihren Job.

Wer Online-Pausen machen durfte, zeigte sich zudem zufriedener mit seiner Arbeit – vielleicht, weil die Freiheit zum privaten Surfen so einen Beitrag zur viel beschriebenen Work-Life-Balance leistet, resümieren die Forscher. Daraus dürfe natürlich kein exzessives Surfen entstehen, das zu großen Zeit- und Produktivitätsverlusten führt, warnt Kim. Managern empfiehlt der Wissenschaftler, in ihren Arbeitsplatz-Regeln auch das positive Potential von surfend verbrachten Arbeitspausen zu berücksichtigen. Die Mitarbeiter sollten zu einem verantwortungsvollen Umgang angehalten werden. Zudem böten sich Seminare zur produktiven Nutzung des Internets an. Auch klare Regeln, etwa wie lange gesurft werden darf, sind wichtig.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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