Online-Netzwerke Bewerbung auf Knopfdruck

Wer Mitglied des Online-Berufsnetzwerk LinkedIn ist, kann sich in Zukunft die lästigen Papierbewerbungen sparen und sich direkt mit dem Smartphone auf die Wunsch-Arbeitsstelle bewerben.

Nora Akob, wiwo.de | , aktualisiert

Bewerbung auf Knopfdruck

Foto: BestPhotoStudio/Fotolia.com

Anfang dieser Woche hat LinkedIn ein Update für Android und iOs veröffentlicht, das es ermöglicht sich direkt auf offene Stellen zu bewerben – mit dem Smartphone. Das gilt für englisch-sprachige Mitglieder des Netzwerkes.

Wer diesen Service nutzen möchte, bekommt die Möglichkeit, seine Profil-Informationen nochmals zu überprüfen und zu aktualisieren. LinkedIn wird diese "Pseudo"-Bewerbung dann direkt an den Arbeitgeber weitergeben.

Blitzschnell Interesse wecken

Der Vorteil: Ein Profil ist schnell hochgeladen und beide Seiten investieren nicht so viel Zeit beim Schreiben oder Lesen der Bewerbung. Ein Lebenslauf muss nicht immer wieder neu geschrieben werden, das Motivationsschreiben entfällt –vorerst. Zeugnisse und Zertifikate können auf Anfrage nachgereicht werden, inklusive eines ausführlichen Motivationsschreibens.

Bislang nutzen nur wenige Unternehmen, die Möglichkeit der mobilen Bewerbung: Nur 14 Prozent der 473 der vom Marktforschungsinstitut "Potentialpark" untersuchten Konzerne verfügen über eine mobile Karrierewebseite. Nur bei vier von ihnen kann man direkt eine vollständige Bewerbung einsenden. Dagegen können sich 47 Prozent der knapp 27 000 befragten Studenten und Absolventen aus aller Welt vorstellen, eine Bewerbung von unterwegs zu schicken.

Gute Recruiting-Apps

Die besten deutschsprachigen Recruiting-Angebote fürs Handy kommen von Accenture Deutschland, Daimler und Fresenius. Die Deutsche Telekom hat die beste Karriere-App programmiert. Dort kann der Bewerber einfach sein Xing- oder LinkedIn-Profil hochladen und sich so bewerben. Unternehmen wie Siemens, die Hypovereinsbank und die Deutsche Bahn geben an, dass sie mobile Bewerbungen genauso annehmen, wie elektronische oder solche auf Papier.

Die mobile Bewerbung wird allerdings ein Trend sein, der sich noch verstärken dürfte. Laut einer Studie der Universitäten Bamberg und Frankfurt findet es mehr als die Hälfte der Befragten gut, wenn Internet-Stellenbörsen und Online-Karriereportale Apps anbieten, über die nach offenen Stellen gesucht werden kann. 58 Prozent haben bereits mindestens einmal Stellenanzeigen oder Arbeitgeberinformationen per Smartphone oder Tablet aufgerufen.

46,5 Prozent begrüßen zudem ein entsprechendes Angebot von Unternehmen. "Die private Verbreitung von Smartphones ändert auch das Suchverhalten von Bewerbern", sagt Tim Weitzel, Autor der Studie. Die Marketing und Software-Entwickler von Milch & Zucker aus dem hessischen Bad Nauheim haben allerdings festgestellt, dass sich bisher nur sieben Prozent der Jobsuchenden über ein mobiles Endgerät beworben haben. Nach oben ist also noch Luft für diese neue Bewerbungsform.

Die Vorteile mobiler Bewerbungen

Bei einigen Unternehmen ist es zumindest möglich eine Online-Bewerbung einzureichen – diese Variante favorisiert auch die Mehrheit der Personalchefs. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom bei 1 500 Personalverantwortlichen verschiedener Branchen. 41 Prozent der Unternehmen in Deutschland verlangen demnach Bewerbungen per Internet.

Häufig erscheint ein spezielles Formular, das auch genutzt werden sollte – und zwar alle Felder und möglichst ausführlich. Um Tippfehler zu vermeiden und besser zu wirken, sollten die Bewerber die entsprechenden Textbausteine bereits in Ruhe offline vorformulieren.

Es schadet auch nicht, diese noch einmal gegenlesen zu lassen. Achtung übrigens bei Sonderzeichen! Das Euro-Symbol kann etwa bei Gehaltsvorstellungen zu unfreiwilliger Verwirrung führen, wenn die Programmversion des Empfängers ein anderes Zeichen daraus macht.

Die Möglichkeit mobiler Bewerbungen wird nicht nur einen klaren Vorteil haben, sondern zeigt auch, dass Linked die Anstrengung unternimmt, die Nutzung seiner mobilen App zu verbessern."Von vielen haben wir gehört, dass sie sich die Möglichkeit wünschen, eine Bewerbung direkt vom Smartphone aus zu schicken, aber das Bearbeiten auf einem kleinen Bildschirm eher schwierig ist", schrieb Vaibhav Goel, LinkedIn-Produktmanager in einem Blog-Post.

Schon heute nutzen 238 Millionen Mitglieder das Netzwerk über ihre Smartphone – mit steigender Tendenz. Im zweiten Quartal kamen 33 Prozent der Besucher mobil zu LinkedIn.

Enttäuschte Branche

Allerdings konnte das Netzwerk im Mai die hohen Branchenerwartungen nicht erfüllen, der Umsatzausblick für das zweite Quartal enttäuschte die Experten damals so sehr, dass die Aktie um zehn Prozent nachgab. LinkedIn stellte damals einen Umsatz zwischen 342 Millionen und 347 Millionen Dollar in Aussicht. Experten hatten aber zuletzt im Schnitt knapp 360 Millionen Dollar erwartet.

Schlagzeilen hatte LinkedIn auch gemacht, weil auf der Webseite ebenso Prosituierte und Escort-Services für sich werben durften. Nach neuen Nutzungsbestimmungen, dürfen Dienstleister aus der Erotikbranche dort nicht mehr auftreten.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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