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Öffentlicher Dienst Konkurrenzlos abgeschlagen

Mehr Geld soll es im öffentlichen Dienst geben. Am besten sofort. Das zumindest fordert Peter Heesen. Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes fürchtet, ansonsten den "Wettbewerb um die besten Köpfe zu verlieren".

gl | , aktualisiert

Denn während die Privatwirtschaft den Nachwuchs mit üppigen Gehältern umwirbt, zahlt der öffentliche Dienst nur nach Tarif. Ein ungleiches Duell. Heesen plädiert: "Wir müssen schon heute in der Besoldungspolitik gegensteuern." Vor allem die Einstiegsgehälter müssten angehoben werden. In diesem Bereich sei der öffentliche Dienst nicht mehr konkurrenzfähig.

Ein Blick an die Universität macht es deutlich: 2.817 Euro brutto monatlich - so viel erhalten Berufseinsteiger, die nach ihrem Diplom als wissenschaftliche Mitarbeiter an der Hochschule bleiben. Wer promovieren möchte, muss sogar mit einer halben Stelle und 1.410 Euro vorliebnehmen. "Ein Gehalt, das nur erträglich ist, weil die Einkünfte nach der Promotion schnell steigen können", findet Diethard Kuhne, Geschäftsführer der Landespersonalrätekonferenz der wissenschaftlich Beschäftigten NRW. Doch in der freien Wirtschaft braucht es den Doktortitel nicht mal für ein gutes Anfangsgehalt. Diplomanden der Natur- und Technikwissenschaften sind bereits jetzt heiß begehrt, andere Fachkräfte haben auf dem Arbeitsmarkt ebenfalls gute Chancen.

Richtig übel wird es spätestens 2015, wenn die Zahl der Arbeitskräfte im öffentlichen Dienst deutlich zurückgeht, wie das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung schätzt. Eine Folge der Überalterung: Laut Statistischem Bundesamt sind rund die Hälfte der 4,6 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 45 Jahre, 20 Prozent 55 Jahre und älter. Bereits jetzt "fehlen an den Gymnasien Lehrer in naturwissenschaftlichen Fächern", sagt Heesen. Kommunen hätten im Wettbewerb um IT-Fachkräfte kaum eine Chance, zu attraktiv sei die Bezahlung in der Privatwirtschaft. Mehr Geld für Beamte und Angestellte - noch stößt dieser Wunsch beim Verband der Kommunalen Arbeitgeberverbände auf taube Ohren. Doch im Bundesinnenministerium steht das Thema auf der Agenda. Eine Arbeitsgruppe berät jetzt darüber.

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