Neue Studiengänge Eine Hochschule stockt auf

Die Berliner ESMT bietet ab 2014 einen Master in Management an. Er ist ein direkter Anschlussstudiengang an den Bachelor, bei dem Forschung und Praxis eine besondere Rolle spielen.

Stefani Hergert | , aktualisiert

Eine Hochschule stockt auf

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Foto: olly/Fotolia.com

Wenn an der Berliner Managementhochschule European School of Management and Technology (ESMT) alle Studenten da sind, tummeln sich gerade einmal 150 Menschen in dem nicht gerade klein gehaltenen ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR, in dem die Hochschule ihren Sitz hat.

Die private, von 25 Großunternehmen aufgebaute Hochschule bietet bisher nur zwei Studiengänge an: ein praxisnahes Managementstudium mit Abschluss Master of Business Administration (MBA) für den Nachwuchs mit ein wenig Berufserfahrung und eines für erfahrene Manager.

Ab 2014 soll ein weiteres Programm hinzukommen: Die ESMT wird einen eher forschungsorientierten Master in Management (MiM) für Bachelorabsolventen ohne Berufserfahrung anbieten. Sie folgt damit dem Beispiel anderer Managementhochschulen, die solch ein Programm längst im Angebot haben – und damit auch in den international wichtigen Rankings sehr gute Plätze belegen.

Viele Bewerbungen

Seitdem in Europa die Hochschulabschlüsse einheitlich auf den Bachelor nach drei bis vier Jahren Studium und den Master nach einem bis zwei weiteren Jahren umgestellt sind, steigt die Zahl der Managementmaster.

Weltweit wurden drei Viertel der MiM-Studiengänge laut dem Master in Management Compass erst nach dem Jahr 2000 auf den Markt gebracht. Und anders als bei vielen MBA-Anbietern bekommen acht von zehn Anbietern mehr Bewerbungen als im Jahr zuvor.


68 dieser Vollzeitstudiengänge gibt es laut dem Compass in Deutschland. ESMT-Konkurrenten wie die "WHU - Otto Beisheim School of Management" bei Koblenz, die "HHL - Leipzig Graduate School of Management" oder die Universität Mannheim gehören dazu.

Viele Deutsche wollten einen Master direkt nach dem Studium machen, begründet Zoltán Antal-Mokos, Professor der ESMT und dort für die Studiengänge verantwortlich, die Einführung.

Ungewohnt hoher Praxisanteil

Wie die meisten Managementmaster soll das 25.000 Euro teure, noch nicht akkreditierte Programm an der ESMT zwei Jahre dauern. Ungewöhnlich ist der hohe Praxisanteil. Elf Monate lang sind die Studenten Vollzeit an der Hochschule, zwei Monate arbeiten sie an einem Projekt, vier Monate sind für "angewandte Forschung in einem der Partnerunternehmen oder einem Forschungsprojekt" der Hochschule reserviert, wie es in einer noch unveröffentlichten Mitteilung der ESMT heißt.

Bis zu sechs Monate Praktikum kommen hinzu, einige der Gründerfirmen haben Plätze zugesichert. Antal-Mokos betont aber: "Das sechsmonatige Praktikum können die Studenten bei einem Unternehmen ihrer Wahl absolvieren, es müssen nicht die Gründungsunternehmen der ESMT sein. Das ist kein geschlossener Club."

Ähnlichkeiten mit der Diplomstruktur

In der Zeit sollen die Studenten Einblick in die Branche und das Unternehmen bekommen – und vielleicht auch das erste Jobangebot. "Viele Unternehmen in Deutschland wissen sehr genau, wo sie Masterabsolventen einsetzen können. Der Master ähnelt mehr der bereits bekannten Diplomstruktur", sagt Antal-Mokos.

Immer wieder ist aus der Branche zu hören, dass das beim MBA hierzulande anders ist.

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