Neue Jobprofile Was zur Hölle ist ein Site Reliability Engineer?

Und was machen Sie beruflich? Visitenkarten verraten wenig über ihren Besitzer – was an den Berufsbezeichnungen liegt. Fünf kryptische Titel aus der Handels- und Konsumgüterbranche – und was sich dahinter verbirgt.

Tim Kummert, wiwo.de | , aktualisiert

Was zur Hölle ist ein Site Reliability Engineer?

Foto: GKSD / fotolia.com

International Foresight Manager (IFM)

Der IFM arbeitet oft in Gruppen, die New Business oder Experimentation heißen. Seine Kernkompetenz ist es, neue Produktkonzepte zu entwickeln. Er muss zwar keine kompletten Produkte erfinden, aber dafür sorgen, dass sein Arbeitgeber keine Trends verschläft und alle profitablen Felder kennt. Dabei werden, je nach Unternehmen, fast alle Bereiche analysiert: Kosmetik ebenso wie Architektur, Nahrungsmittelindustrie ebenso wie digitale Trends. Alles, was die Geschäfte nur am Rande betreffen könnte, muss der IFM im Blick haben.

Arbeitet er beispielsweise bei einem Produzenten für Reinigungsmittel, so findet man den IFM unter anderem auf Möbelmessen. Sieht er dort einen Trend, beispielsweise zu glatten Oberflächen, nimmt er diesen auf. Bei der nächsten Besprechung weist er dann darauf hin, dass die Firma ihre Produktpalette dringend auf die Reinigung glatter Möbeloberflächen erweitern sollte.
 
Der IFM bringt zwar diverse Vorschläge in seine Firma ein, umgesetzt werden aber nur wenige. Das Studienfach für diesen Beruf ist fast egal – Japanologen sind ebenso geeignet wie Maschinenbauingenieure. Viel wichtiger sind Neugier und ein Blick für Trends. Bewerber sollten also belegen, dass sie ein Auge für Innovationen haben. Die Position ist auch für Berufseinsteiger erreichbar.

Egal ob Berufseinsteiger oder mit Berufserfahrung: Wer auf der Suche nach einem der neuen Jobs ist, oder einfach so den Arbeitsmarkt im Blick haben möchte, der kann sich mit Hilfe der JobAgenten von karriere.de den besten Überblick verschaffen. >>> hier anmelden. Product-Lead of Product Interfaces Merchant Processing

Manche Handelsunternehmen geben Einkäufern nur grobe Vorgaben, welche Produkte sie besorgen sollen. Nach dem Kauf müssen die Informationen über die Produkte dann in einem digitalen System landen. Beispiel Onlinekleidungsfirmen: Wie groß ist der Taillenumfang eines Kleides? Wie lang ist es? Wie lautet die exakte Bezeichnung der Farbe? Aus welchem Material besteht der Stoff?

Die Eingabe dieser Daten erfolgt in eine digitale Maske – und diese konzipiert der Product-Lead of Product Interfaces Merchant Processing. Er entscheidet, in welcher Reihenfolge die Daten eingegeben werden – und mit welchen Einheiten. Er ist also maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Produkte mit den korrekten Angaben im Onlineshop landen. Und er sorgt dafür, dass das System stets aktualisiert wird.

Weil die einzelnen Unternehmen für ihre Produkte unterschiedliche Angaben benötigen, leisten sich etliche Händler diese Position. Der Job ist in der IT angesiedelt, oft haben die Experten Wirtschaftsinformatik oder ein verwandtes Fach studiert. Die meiste Zeit sitzen sie am Rechner, manchmal haben Mitarbeiter in dieser Position auch ein kleines Team, das ihnen zuarbeitet. Hat man neben dem Studium schon Berufserfahrung, passt die Position zu Absolventen.

Site Reliability Engineer (SRE)

Ebenfalls in der IT-Abteilung vieler Konsumgüterunternehmen sitzt der Site Reliability Engineer. Er ist die Schnittstelle zwischen zwei Bereichen: den Administratoren einer Homepage – also denen, die sie verwalten – und den Entwicklern, die die Seite programmieren. Der SRE wählt aus, wie viele Server gebraucht werden, wie diese verknüpft sind und welche technischen Möglichkeiten es zur Verbesserung der Abläufe gibt. Dabei versucht er stets, die Arbeit für beide Seiten so effizient wie möglich zu gestalten: Er soll vor allem Verzögerungen aufgrund von mangelnder Kommunikation vermeiden. Klingt trivial, ist in Unternehmen aber keine Seltenheit.

Seine Position ist vor allem für die Handelsbranche wichtig, weil das Internetgeschäft dank Versandriesen wie Amazon massiv zunimmt. Für den Job ist in der Regel ein klassisches Informatikstudium Voraussetzung. Zu den Aufgaben des SRE gehört zudem auch, die Suchfunktion auf den entsprechenden Homepages zu optimieren.
Wenn jemand bei einem Onlinedienst einkauft und in die Suche das Wort "Soofe" tippt, dabei aber eigentlich ein "Sofa" meint und trotzdem bei einer Couchgarnitur landet – dann hat der SRE seinen Job gut gemacht.

Leader of Strategy Category Management and Purchasing Development

Klingt sperrig, ist es aber nicht. Angestellte in dieser Position legen die groben Richtlinien fest, nach denen das jeweilige Handelsunternehmen seine Warenpalette ausrichtet. Ein Job mit Verantwortung, er ist knapp unter dem Vorstand angesiedelt.

Vor allem müssen die Experten den Kunden im Blick behalten: Wo informiert er sich über die jeweiligen Produkte? Was sind seine aktuellen Bedürfnisse? Welche Erwartungen verknüpft er mit der Marke? Und natürlich sollte er auch die potenziellen Mitwettbewerber im Blick behalten. Die Stelle verknüpft Projektmanagement mit klassischen Handelsinhalten – und an die Position angebunden ist ebenfalls der operative Einkauf.

Hilfreich ist ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, denn gefragt ist vor allem kaufmännisches Wissen. In der Regel arbeiten jedoch keine Uni-Absolventen in dem Beruf, die späteren Anwärter durchlaufen zunächst verschiedene Positionen im Unternehmen: Wer die Abläufe des Vertriebs kennenlernt, schafft eine solide Basis für spätere Entscheidungen auf Managementebene. Hat man vorher in einer Unternehmensberatung gearbeitet, stehen die Chancen gut. Manche Absolventen kommen über ein duales Studium ins Unternehmen und steigen in diese Führungsposition auf.

Director of Quality, Environment and Occupational Safety & Health

Ihn findet man vor allem in der Lebensmittelbranche. Seine Aufgabe besteht darin, verschiedene Fachbereiche zu führen – etwa Qualitäts- und Umweltmanagement, Betriebs- und Arbeitssicherheit. Außerdem soll er darauf achten, dass die Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit und Produktionsstandards erfüllt sind. Ein bestimmtes Getränk soll überall auf der Welt gleich schmecken, egal, ob am Flughafen in Hongkong oder an der Tankstelle in Wuppertal.
 
Manche Mitarbeiter verbringen viel Zeit auf Reisen und stellen sich auch mal neben eine Produktionsmaschine, andere erledigen ihre Arbeit komplett vom Schreibtisch aus. Etwa die Hälfte der Zeit ist für verschiedene Meetings reserviert, aufgrund seiner Position muss der Abteilungsleiter sich ständig Bericht von den ihm unterstellten Teams erstatten lassen. Er wiederum berichtet meist direkt an den Vorstand. Ein Ausbildungsweg ist nicht vorgeschrieben, gut sind Studiengänge, die Technik mit einem biologischen Aspekt verbinden, der für die Lebensmittelbranche nützlich ist. Berufserfahrung wird vorausgesetzt – gerade in der Lebensmittelbranche ist die Verantwortung in der Position extrem groß.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...