Netzwerke Zeitverschwendung bei der Karriere-Planung

Fachkräfte investieren täglich mehr als eine halbe Stunde in ihr berufliches Fortkommen. Ein paar Minuten reichten völlig aus, behauptet das Business-Netzwerk LinkedIn. In manchen Berufen sei das Networking völlig übertrieben.

Ferdinand Knauß, wiwo.de | , aktualisiert


Foto: Sergej-Khacki/ Fotolia.com

Durchschnittlich neun Minuten Aufwand reichen

Die Deutschen verwenden tendenziell zu viel Zeit auf die Planung ihres beruflichen Fortkommens. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktforschungsunternehmen IPSOS Mori im Auftrag des OnlineNetzwerks LinkedIn unter weltweit mehr als 3200 Fach- und Führungskräften, 400 davon in Deutschland.

69 Prozent der befragten deutschen Fach- und Führungskräfte glauben, sie müssten zwischen einer halben und einer ganzen Stunde täglich investieren. Dieser Aufwand sei deutlich übertreiben, wie LinkedIn anhand seiner Erfahrungen mit den 161 Millionen Mitgliedern des Businessnetzwerks wissen will.

Weniger als neun Minuten im täglichen Durchschnitt seien in den meisten Berufen nötig, um sich fortzubilden, Wissen einzusetzen und ein Netzwerk aufzubauen, und dadurch voranzukommen. Dank digitaler Hilfsmittel sei dies heute einfacher und weniger zeitaufwendig als im vordigitalen Zeitalter.

Deutscher Sonderweg

Die Deutschen sind, so zeigt die Studie, außergewöhnlich, was ihre Arbeitseinstellung angeht. Sie möchten sich in ihrem Beruf selbst verwirklichen. "Es geht ihnen nicht darum eine Karriere um ihrer selbst willen voranzutreiben, sondern vielmehr darum, die eigenen Interessen und Vorlieben in jedem Lebensbereich zu verfolgen", sagt Alexander Zipp, LinkedIn Marketing Manager für die deutschsprachigen Länder.

Die deutschen Arbeitnehmer haben eine genaue Vorstellung davon, wie sie ihr Berufsleben selbst gestalten: Sie wollen Aufgaben möglichst effektiv erledigen (76 Prozent) und sich Expertenwissen aneignen (45 Prozent).



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Kontaktpflege hingegen belegt nur den dritten ("Persönliche Netzwerke mit Kollegen" 31 Prozent) beziehungsweise vierten Platz ("Netzwerke mit fremden Personen aus derselben Branche" 25 Prozent) bei den Prioritäten.

Nach Meinung der Befragten ist ein gutes Netzwerk nicht in allen Berufen gleich bedeutsam. Die Befragten glauben, dass vor allem Angestellte in Marketing und PR (29 Prozent), in der Politik (26 Prozent) und in Banken und an der Börse (17 Prozent) von einem guten Netzwerk profitieren.

Die Untersuchung belegt darüber hinaus deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Exakt die Hälfte aller Befragten denkt, Männer bringen mehr Zeit für die Förderung des Werdegangs auf. Lediglich 20 Prozent glauben, Frauen verbrächten mehr zeit damit und 30 Prozent sehen keinen Geschlechterunterschied beim Netzwerken.


Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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