Nebenjob Jobben fürs Studium: Darauf müssen Sie achten

Zwei Drittel aller Studenten arbeiten nebenbei. Um Miete, Essen, Studiengebühren und das Bier am Abend zu finanzieren. Damit netto mehr bleibt: Die besten Tipps zu Jobs, Steuern und Sozialabgaben.

Katja Stricker | , aktualisiert

Bei 400-Euro-Jobs fallen keine Sozialabgaben an

Wer einen so genannten Minijob hat - und bis zu 400 Euro im Monat verdient - muss sich nicht um Steuern und Sozialabgaben wie Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung kümmern. Der Arbeitgeber hat nur pauschal 13 Prozent in die Krankenversicherung und 15 Prozent in die Rentenversicherung zu zahlen; zwei Prozent kassiert der Fiskus. Diese Beiträge zur Krankenversicherung haben keinen Einfluss auf die Kassenbeiträge eines gesetzlich versicherten Studenten. Die muss jeder unabhängig davon zahlen. Ein Student kann auch mehrere Minijobs parallel haben, in der Summe darf er nicht mehr als 400 Euro im Monat bei allen Jobs zusammen verdienen, sonst geht die Abgabenfreiheit flöten.

Minijob: Urlaubs- und Weihnachtsgeld zählen mit

Minijobber haben das gleiche Recht auf Zulagen wie Jobticket, Urlaubs- und Weihnachtsgeld wie alle anderen Mitarbeiter, denn sie sind Teilzeitangestellte. Dabei gibt es allerdings eine Stolperfalle: Wenn Nebenjobber mit diesen Sonderzahlungen innerhalb eines Jahres die Grenze von durchschnittlich 400 Euro monatlich überschreiten, werden sofort Steuern und Sozialversicherungsbeiträge auf den Verdienst fällig; unter Umständen müssen Beiträge nachgezahlt werden. Um ein Überschreiten der 400 Euro-Grenze zu vermeiden hilft eventuell nur eins: Die Arbeitsstunden so weit zu reduzieren, dass der Student unter der Verdienstgrenze bleibt.

Ab 400,01 Euro Verdienst müssen Studenten in die Rentenkasse einzahlen

Wer sein komplettes Studium über Nebenjobs finanzieren muss, braucht häufig mehr als einen Minijob. Doch sobald Studenten regelmäßig mehr als 400 Euro im Monat verdienen, müssen sie Beiträge in die Rentenkasse zahlen. Liegt der Verdienst zwischen 400,01 und 800 Euro, also in der so genannten Gleitzone, werden nicht gleich die vollen Rentenversicherungsbeiträge von derzeit 19,9 Prozent fällig. Der Student zahlt hier nur einen reduzierten Beitragsanteil, der jedoch mit der Verdiensthöhe ansteigt. Generell teilen sich Arbeitgeber und Jobber die Rentenbeiträge, so dass der Student maximal 9,95 Prozent von seinem Gehalt zahlen muss. Handelt es sich dagegen nur um einen Gelegenheitsjob für die Semesterferien, der auf zwei Monate beschränkt ist, bleibt der Verdienst versicherungsfrei.

Jobben im Semester: Nicht mehr als 20 Wochenstunden

Wer mehr als einen Minijob hat - und neben seinem Studium regelmäßig arbeitet, um sein Studentenleben zu finanzieren, muss aufpassen, dass er den günstigen Studententarif in der Krankenkasse nicht riskiert. Denn der ist nur für Vollzeit-Studenten gedacht, das heißt, neben dem Brötchenverdienen muss ausreichend Zeit fürs Studium bleiben. Maximal 20 Stunden pro Woche Jobben ist noch okay. Wer überwiegend am Wochenende oder nachts arbeitet, darf im Einzelfall auch mehr Stunden abreißen. Diese Ausnahme gilt auch für studentische Hilfskräfte.

Aushilfsjob in den Semester- ferien sind abgabenfrei

Wer mehr als 20 Wochenstunden arbeiten will oder muss, sollte das in der vorlesungsfreien Zeit tun. Denn dann gilt die Zeitklausel nicht. In den Semesterferien ist ein Fulltime-Job okay, ohne dass Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge anfallen - vorausgesetzt, der Ferienjob ist auf 50 Arbeitstage oder zwei Monate pro Jahr befristet.

Bafög: Höchstgrenze beachten, sonst wird gekürzt

Bafög-Empfänger dürfen nicht mehr als 4.200 Euro jährlich erjobben, sonst bekommen sie anteilig die Förderung gekürzt - mehr als 350 Euro monatlich sind also nicht drin. Schon ein 400-Euro-Job kappt das Bafög um rund 40 Euro. Gerecht oder nicht - absolviert man ein Pflichtpraktikum während des Studiums entfällt der Freibetrag von 4.200 Euro. Laut Bafög-Gesetz muss die Praktikumsvergütung, nach Abzug der Werbungskosten, voll angerechnet und der Bafög-Satz entsprechend gekürzt werden.

Krankenversicherung: Kostenlos bis 25 Jahre

Studenten sind über ihre Eltern bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres beitragsfrei krankenversichert, wenn sie regelmäßig nicht mehr als 350 Euro im Monat verdienen; bei einem Minijob dürfen es sogar 400 Euro sein. Wegen Wehr-und Zivildienst ist eventuell eine Verlängerung dieser Frist möglich. Wer aus der kostenlosen Familienversicherung fällt, egal, ob er zu alt ist oder zuviel verdient, kann sich dann zum günstigen Studententarif krankenversichern, der ab Oktober 2007 bei 58,49 Euro im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung liegt.

Steuern: Bis 8.584 Euro geht der Fiskus leer aus

Steuern müssen Studenten erst ab einem Jahresverdienst von 8.584 Euro zahlen; umgerechnet sind pro Monat bis zu 715 Euro drin, ohne dass der Fiskus Geld sehen will. Diese Summe setzt sich zusammen aus dem Grundfreibetrag von 7.664 Euro und der Werbungskostenpauschale von 920 Euro.

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...