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Sorge vor Dienstreisen 10 Tipps gegen Flugangst

Nicht nur das Coronavirus sorgt für abgesagte Dienstreisen, mitunter sind es auch Manager, die vor dem Flug zurückschrecken. Das kostet Milliarden – und manch einen die Karriere.

Von Michael Scheppe |

Knapp fünf Jahre ist es her, als der Germanwings-Flug 4U 9525 in den französischen Alpen zerschellte. Der Co-Pilot Andreas Lubitz hatte den Absturz bewusst herbeigeführt, alle 150 Insassen kamen ums Leben. Es sind Vorfälle wie diese, die für Flugangst sorgen. 13 Prozent der Deutschen leiden darunter, weitere 26 Prozent fühlen sich über den Wolken zumindest unwohl, zeigt eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Gerade im Job ist Flugangst ein Problem. Damit das Geschäft läuft, brauchen Deutschlands Firmen Mitarbeiter, die reibungslos funktionieren. Ängste sind da unerwünscht.

Aber: Etwa zehn Millionen Dienstreisen werden jedes Jahr wegen Flugangst annulliert, schätzt der französische Luftfahrtexperte Xavier Tytelman. So entgingen den Unternehmen jedes Jahr Geschäfte im Wert von mindestens 100 Milliarden Euro.

Nichts im Griff: Die Sorge vor dem Kontrollverlust

Hannes Zacher, Professor für Arbeitspsychologie an der Universität Leipzig, beobachtet, dass Flugangst gerade Führungskräften als Schwäche ausgelegt werde. „Manager sind häufig Menschen, die alles im Griff haben wollen. Im Flugzeug aber haben sie Angst vor dem Kontrollverlust.“

Wer sich vor dem Fliegen fürchtet, muss sich auch um seine Karriere sorgen – dann nämlich, wenn man kurzfristig den Flieger storniert, Kollegen bei Dienstreisen den Vortritt lässt oder Angebote für den weiteren Aufstieg erst gar nicht annimmt.

„Wenn Flugreisen Teil der arbeitsvertraglichen Verpflichtung sind, kann der Arbeitgeber wegen Flugangst in letzter Konsequenz sogar eine Kündigung aussprechen“, sagt Arbeitsrechtler Sebastian Schröder von der Düsseldorfer Kanzlei Aquan.

Doch was können Manager und Mitarbeiter gegen Flugangst tun? Karriere.de hat zehn Tipps.

3 Tipps vor dem Flug

Vermeiden Sie Stress! Wer schon mit einem hohen Stresslevel in den Flieger steigt, dem setzt die Angst einfach mehr zu. Was helfen kann: rechtzeitig am Flughafen sein.

Trinken Sie keinen Alkohol und vermeiden Sie Tabletten! Alkohol wirkt in der Luft wegen des niedrigeren Luftdrucks gleich drei Mal so stark. Das kann die Ängste und Ohnmachtsgefühle beim Fliegen noch verstärken. Dasselbe gilt für Medikamente, die falsch dosiert werden. Außerdem können die Pillen abhängig machen.

Freuen Sie sich auf den Zielort! Versuchen Sie sich auf die angenehmen Aspekte der bevorstehenden Geschäftsreise zu konzentrieren. Das lenkt ab.

5 Tipps während des Flugs

Denken Sie an die Fakten! Das Gefährlichste am Fliegen? Die Fahrt zum Flughafen. Denn das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel. Pro eine Milliarde Reisekilometer haben sich nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes bei Flugreisen weniger als 0,5 Menschen verletzt. Beim Auto sind es fast 300.

Informieren Sie beim Einsteigen einen Flugbegleiter! Wenn die Crew weiß, dass Sie sich sorgen, wird man besonders auf Sie achten. Ach ja: Achten Sie nicht ständig auf die Flugbegleiter. Wenn diese durchs Flugzeug rennen, heißt das keineswegs, dass der Flieger abstürzt. Viel wahrscheinlicher ist es, dass es einen medizinischen Notfall an Bord gibt und die Flugbegleiter helfen müssen.

Entspannen Sie Ihre Muskeln! Spannen Sie nach und nach unterschiedliche Muskelpartien des Körpers mit zunehmender Stärke an. Halten sie die Spannung fünf Sekunden und lassen Sie wieder los. Klingt banal, entspannt aber den Körper – und so auch den Geist.

Atmen Sie bewusst! Leichtes Einatmen durch die Nase und tiefes Ausatmen durch den Mund beeinflusst die Herzfrequenz und senkt die Stresshormone im Körper. Legen Sie eine kurze Atempause ein und wiederholen Sie diese Einheit, um die Flugangst zu lindern.

Lenken Sie sich ab! Lesen Sie ein gutes Buch, schauen sie einen Film oder reden Sie mit Ihrem Sitznachbarn. Auch das kann helfen.

2 Tipps, wenn die bisherigen Tipps noch nicht geholfen haben

Besuchen Sie ein Flugangstseminar! Mit Informationen zur Flugzeugtechnik und Strategien gegen die Angst bereiten die Workshops, die meist von Psychologen geleitet werden, auf Flüge vor. Das „Seminar für entspanntes Fliegen“ der Münchner Agentur Texter-Millott hat bei Stiftung Warentest mit „sehr gut“ abgeschnitten. Kosten des Wochenendseminars: 870 Euro, zwei Inlandsflüge zum Abschluss inklusive.

Lassen Sie sich hypnotisieren! Hypnose kann Betroffenen helfen, die Ursache der angstauslösenden Gedanken zu verstehen. Ein Hypnotiseur kann im Unterbewusstsein Impulse setzen, um die Flugangst zu lindern. 

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