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Globale Vertrauenskrise: Führungskräfte und ihre Zweifel am Unternehmenserfolg

Management Nur 15 Prozent der Führungskräfte glauben an den Erfolg ihrer Unternehmen

Eine weltweite Umfrage zeigt, wie stark Führungskräfte an der Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit ihrer Arbeitgeber zweifeln.

Führungskraft | Von Claudia Obmann |

Die Mehrheit der hochrangigen Führungskräfte weltweit hat kein großes Vertrauen in die Geschäftsleitung ihres Unternehmens. Eine Befragung von rund 2000 Managern für das neue, globale „Vertrauens-Barometer“ der Personalberatung Odgers Berndtson ergab, dass 85 Prozent der Befragten an der Innovations- und Zukunftsfähigkeit ihres Arbeitgebers zweifeln.

Das Ergebnis im Detail: Die meisten Führungskräfte (61 Prozent) sind „eher skeptisch“, dass die Spitzenmanager ihres Unternehmens in den nächsten fünf Jahren die technologischen, demografischen oder klimabedingten Herausforderungen meistern werden. Rund ein Viertel ist sogar „sehr besorgt“.

Nur 15 Prozent der Führungskräfte weltweit sind zuversichtlich, dass Vorstand oder Geschäftsführung ihres Unternehmens auch in Zukunft erfolgreich sein wird.

Globaler Fokus: Schockierendes Ergebnis für die Spitzenriege

Befragt wurden Mitglieder des Führungskreises von Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 50 Millionen und 5 Milliarden US-Dollar. Der neue Index, der zusammen mit Harvard Business Review Analytics Services entwickelt wurde, misst das Vertrauen anhand von 44 Führungskriterien wie Anpassungsfähigkeit, Überzeugungskraft, Experimentierwille. Und zwar für die drei Regionen Nordamerika, Europa und Asien sowie dem Rest der Welt.

Die ermittelten Vertrauenswerte für die insgesamt vier untersuchten Gebiete sind ähnlich niedrig. „Dieses Ergebnis ist schockierend“, sagt Marco Henry Neumueller, Associate Partner von Odgers Berndtson, „unsere Studie deckt eine globale Vertrauenskrise auf“.

CEOs in der Kritik: Zweifel am richtigen Umgang mit Disruptionen

Die Vorbehalte der Führungsriege erscheint besonders groß mit Blick auf einzelne Positionen der Chefetage. Allen voran bezweifeln etwa 40 Prozent der Befragten, dass der amtierende CEO der Richtige für zukunftsweisende Entscheidungen ist. Neumueller: „Die unbequeme Wahrheit für einige CEOs ist, dass ihre gute Erfolgsbilanz der vergangenen Jahre nicht automatisch bedeutet, dass sie auch die in Zukunft anstehenden Probleme meistern.“

Ein schlichtes „Weiter so“ reiche aber auch für die Verantwortlichen des Finanz-, Personal- oder Technologie-Ressorts nicht mehr aus.

Weitblick, Strategie und Kommunikation: Neue Anforderungen an die Chefs

Neumueller: „In der heutigen Welt, geprägt von Komplexität und Ungewissheit, müssen sich Führungskräfte ständig weiterentwickeln können. Sie müssen offen, neugierig und flexibel sein, eine klare Vision für ihre Organisation entwerfen sowie den Mut haben, diese dann auch umzusetzen. Nicht zuletzt brauchen sie die Fähigkeit, ihre Mitarbeiter für ihre Ziele zu begeistern.“

Kurz gesagt: Der moderne CEO ist ein Mix aus klugem Strategen und Kommunikationsgenie. Und: „Die neue Klasse der Topmanager sieht zudem ein, dass nicht mehr nur sie allein wissen, was richtig ist oder wo es lang geht.“ Sondern, dass künftig kollektive Intelligenz und Teamentscheidungen dabei helfen, dass sich ein Unternehmen schnell auf neue Umstände, Kundenwünsche oder Konkurrenten einstellen kann.

Neumueller: „Die Eigenschaft, Talente zu finden und zu binden, wird daher auch immer wichtiger für den Erfolg einer Führungskraft.“

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