Kommunizieren mit dem Vorgesetzten Mit diesem einen Kniff ziehen Sie Ihren Chef auf Ihre Seite

Legen Sie einmal die Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie es schon erlebt, dass Sie mit einer wichtigen Entscheidungsfrage zu Ihrem Chef gegangen sind, er Ihnen aber nur bedingt weiterhelfen konnte? Jetzt sind Sie dran...

Von Lazar Backovic |

Mit diesem einen Kniff ziehen Sie Ihren Chef auf Ihre Seite

Überraschter Chef

Das freut den Chef: Die Mitarbeiter bringen gleich die Lösung des Problems als Geschenke mit.

Foto: Adobe Stock

Ein Problem geht um in deutschen Büros – und: es bleibt bestehen.

Frustrierend, nicht wahr? Nun, hier ist ein anderer Blickwinkel auf die gleiche Situation. Der Blickwinkel Ihres Chefs.

Vorgesetzte haben chronisch wenig Zeit. Nun kommen Sie und präsentieren ein Problem, das Ihr Chef so womöglich auch zum ersten Mal hört – und zwar von Ihnen. Ganz schön schwierig da sofort eine Lösung zu erwarten, oder?

Hier ist der simple Trick, mit dem Ihr Chef Sie künftig mit anderen Augen sehen wird: Nutzen Sie Ihren Informationsvorsprung und präsentieren Sie zu Ihrem Problem gleich einen Lösungsvorschlag.

Das strahlt Souveränität aus und beweist, dass Sie sich tiefer mit dem Problem beschäftigt haben und die Lage einschätzen können.

Beispiele gefällig? Gern. Bei den Antworten haben die beiden Führungscoaches Claudia Kimich aus München und Bernd Geropp aus Aachen Input geliefert.

Szenario 1: Ein Angebot kommt herein

Anstatt: Hallo Chef, haben Sie mal die Mail von der Freelancerin gesehen – sollen wir sie engagieren?

Versuchen Sie es doch mal mit: Hallo Chef, wir haben ein interessantes Angebot einer Freelancerin bekommen. Ich habe sie einmal im Internet gecheckt. Sie macht auf mich einen guten Eindruck.
Wir könnten Sie gut als Unterstützung in unserem Großprojekt X für die Textgestaltung gebrauchen. Ihr Stundensatz ist auch ok. Ich schlage vor, wir engagieren Sie mal für vier Wochen, und sehen ob die Zusammenarbeit mit ihr passt. Was meinen Sie?  

Szenario 2: Hilfe bei Überarbeitung

Anstatt: Hallo Chef, ich bin gerade total überarbeitet.

Versuchen Sie es doch mal mit: Hallo Chef, vielen Dank, dass Sie bei dem neuen Kundenprojekt zuerst an mich gedacht haben. Gerne übernehme ich es.

Lassen Sie uns aber bitte gemeinsam überlegen, welches andere Projekt ich dafür bis zur Deadline zurückstellen soll. Ich würde vorschlagen, die beiden Kleinprojekte X und Y. Da könnte mich Kollegin Müller für die nächsten drei Wochen unterstützen, hat sie mir signalisiert.

Szenario 3: Kunde verloren

Anstatt: Mist, das ist schon der zweite Kunde, den wir diesen Monat verloren haben. Was sollen wir jetzt tun, Chef?

Versuchen Sie es doch mal mit: Chef, wir haben leider wieder einen Kunden verloren. Das ist schon der zweite in diesem Monat. Ich habe mit dem Kunden gesprochen. Als Grund nannte er wieder einmal unsere schlechte Lieferperformance.

Das ist unsere Chance, den Prozess nochmal genau zu checken und damit die neue Zielgruppe noch kundengerechter anzusprechen. Was halten Sie von abteilungsübergreifenden Workshops mit allen Verantwortlichen, um die Ursachen dafür zu finden und direkt Maßnahmen zu ergreifen? Ich könnte mich um die Organisation des Workshops kümmern.

Fazit

Führungscoach Geropp sagt: „Ihr Chef hat genügend Baustellen, um die er sich kümmern muss. Er ist in der Regel dankbar, wenn er jemanden hat, der ihm Verantwortung abnehmen kann und ihn entlastet.“

Dafür muss er aber sicher sein, dass er eine Aufgabe auch guten Gewissens delegieren kann. Lösungen statt Probleme zu präsentieren sei dafür ein wichtiger Baustein.

Dazu müssen wir jedoch umdenken, oder wie Kimich es sagt: „Wir müssen bewusst die Sichtweise ändern und uns dabei immer wieder selbst auf den großen Zeh stiefeln.“ 

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