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Karriereförderung Arbeitnehmer wünschen sich mehr Weiterbildung

Rund Dreiviertel der Fachkräfte fühlen sich von ihren Unternehmen nicht ausreichend unterstützt.

Von Anne Koschik |

Bei diesem Thema horchen nicht nur Arbeitnehmer auf: Mehr Fördermaßnahmen, wie regelmäßige außerbetriebliche und interne Weiterbildungen, wünschen sich die meisten Fachkräfte in ihren Unternehmen. Außerdem sind sie an unterstützenden Personalgesprächen interessiert und beklagen die Möglichkeit, Erfahrung und Wissen mit den Kollegen zu teilen. Personalmanager bestätigen ihrerseits mit ähnlich starker Vehemenz die fehlenden Maßnahmen zur Personalentwicklung und -bindung.

Dies ist das Ergebnis einer Studie der Online-Jobplattform StepStone unter rund 19.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland zum Thema Arbeitgeberattraktivität. Auch die Sicht der Arbeitgeber wurde berücksichtigt. Demnach schätzen knapp die Hälfte der rund 3.500 befragten Personalmanager die Mitarbeiterfluktuation in ihrem Unternehmen als zu hoch oder viel zu hoch ein.

Nur 27 Prozent der Personalmanager meinen, dass sie ihren Mitarbeitern gute Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten. 13 Prozent der HR-Verantwortlichen sehen mangelnde Chancen zur Weiterentwicklung sogar als Hauptgrund für den Verlust von Mitarbeitern.

Von der Unzufriedenheit im Job bis zur Kündigung

Nur 17 Prozent der befragten Arbeitnehmer sind laut der Studie der Meinung, dass ihr Arbeitgeber ihnen gute Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet.

Aber auch die Chance, an Fachkonferenzen und -seminaren teilzunehmen und ein regelmäßiges Mentoring bzw. Coaching finden viele Fachkräfte wichtig, um sich und ihre Karriere aktiv weiterzuentwickeln.

Jeder Vierte (25 Prozent) hat die letzte Stelle nicht zuletzt wegen mangelnder Weiterbildungsmöglichkeiten gekündigt.

Bindungswünsche ans Unternehmen lassen deutlich nach

Zwei Drittel der befragten Fachkräfte (66 Prozent) können sich nicht vorstellen, bis zur Rente bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben. Bei kleineren Unternehmen sind es noch mehr.

Ein wichtiger Grund: 64 Prozent sind sich sicher, ihre Karriereziele bei ihrem aktuellen Arbeitgeber nicht erreichen zu können.

Abwanderung qualifizierter Mitarbeiter

„Fachpersonal bildet die Basis für den Unternehmenserfolg. Um diesen zu sichern, müssen Unternehmen nicht nur eine passende Recruiting-Strategie aufsetzen,“ erklärt Anastasia Hermann, Head of Research bei Stepstone. Genauso wichtig sei es, gute Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln und somit langfristig zu halten.

Denn der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern sei schon jetzt die größte Herausforderung für den Erfolg vieler Unternehmen in Deutschland. „Dabei erreichen die demografischen Herausforderungen den Arbeitsmarkt gerade erst“, sagt Hermann.

Personaler finden: Mitarbeiterentwicklung wird wichtiger

Dass das Thema wichtig ist, wissen die meisten Personalmanager. Auf der Liste der HR-Disziplinen, mit denen sie sich gern intensiver beschäftigen würden, wenn ihre Kapazitäten dies zuließen, steht das Thema Personalentwicklung ganz oben.

„Erfolgreiche Mitarbeitergewinnung und -bindung kostet viel Zeit. Das ist nichts, was nebenbei erledigt werden kann“, sagt Hermann. „Immer mehr Arbeitgeber erkennen das und stellen verstärkt Experten für Recruiting und Personalentwicklung ein. Wer jetzt in seine Mitarbeiter investiert, hat in Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“

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