Generationenkonflikt So kontern Sie die Killerargumente älterer Mitarbeiter

Fünf Sätze, die junge Chefs häufig hören – und was Sie am besten darauf antworten.

Lazar Backovic |

So kontern Sie die Killerargumente älterer Mitarbeiter

Generationenkonflikt

Zwischen jungen Chefs und älteren Mitarbeitern können leicht Reibungen entstehen.

Foto: Lisa Tegtmeier

Es ändert sich etwas – auch in hiesigen Führungsetagen: Unternehmen digitalisieren sich, die Arbeitsweise wird schneller, immer häufiger arbeiten ganze Abteilungen in agilen Teams. Eine Chance für junge Führungskräfte früh aufzusteigen.

Dazu kommt der Faktor Demografie, heißt: Zahlenmäßig wenige Junge treffen in vielen Unternehmen auf zahlenmäßig viele Alte. Die Folge: Immer häufiger kommt es vor, dass zum Beispiel eine 30 Jahre alte Projektleiterin ein Team führt, das aus Mitarbeitern jenseits der 50 besteht.

Das wäre für sich genommen kein Problem, wenn die jungen Chefs von ihren Teams akzeptiert würden. Werden sie aber oftmals nicht. So hat der Personaldienstleister Randstad herausgefunden, dass zwei von drei Arbeitnehmern in Deutschland am liebsten einen Chef hätten, der älter ist als sie selbst. 

Wie Sie als junge Führungskraft im Generationenkonflikt als Sieger hervorgehen, haben wir einmal exemplarisch an fünf typischen Sätzen skizziert, die wir Führungscoaches vorgelegt haben. Erkennen Sie sich wieder?

"Lassen Sie uns doch noch einmal den Kollegen Schmidt dazu holen. Der ist schon etwas länger dabei."

 Gemeint: "Einem Jungspund wie Dir würde ich nicht einmal bis zu meiner Lieblingseisdiele folgen."

Das sagt der Coach: "Wenn keine Not besteht und die junge Führungskraft noch sehr frisch in der Leitungsrolle ist, kann es durchaus sinnvoll sein, Offenheit zu demonstrieren und sich auf den Vorschlag einzulassen. Allerdings mit der deutlichen Ansage, wer am Ende die Entscheidung trifft. Wenn Sie explizit geholt wurden, um alte Strukturen aufzubrechen, sollten Sie der Versuchung widerstehen, es allen Recht machen zu wollen." – Henryk Lüderitz, Managementtrainer aus Düsseldorf

Das antworten Sie: "Eine gute Idee! Ich lege viel Wert darauf, die Erfahrungswerte des Teams zu berücksichtigen. Schließlich bin ich es ja, der am Ende die Entscheidung treffen muss."

"Ihr Vorgänger hat das ja immer so gelöst…"

Gemeint: "Ich will meinen alten Chef zurück!"

Das sagt der Coach: "Es gibt höchstwahrscheinlich gute Gründe, warum der alte Chef nicht mehr da ist. Möglicherweise liegt es genau daran, wie er mit Problemen fertig geworden ist. So etwas dürfen Sie sich freilich denken, sagen sollten Sie es aber bitte bloß nicht. Dennoch: Machen Sie Ihrem Gegenüber klar, dass sie nun einmal nicht der Vorgänger sind – und sich auch nicht dazu machen lassen. Danken Sie höflich, und erinnern Sie gleich danach an das vereinbarte Vorgehen." – Gudrun Happich, Coach für Unternehmenslenker aus Köln

Das antworten Sie: "Ein guter Hinweis, vielen Dank. Ich behalte Ihre Anregung im Hinterkopf. Für den Moment würde ich Sie aber bitten, es erst einmal so umzusetzen, wie wir es vereinbart haben."

Alternative: "Wie würden Sie es lösen? Sie sind ja auch schon eine Weile im Team und haben so Ihre Erfahrungen gemacht. Was ist Ihr konstruktiver Vorschlag?"

"Also ich finde Ihre neue Idee ja gut, aber das werden Sie hier nicht durchkriegen."

Gemeint: "Ich finde Ihre Idee überhaupt nicht gut und werde hier bestimmt nichts ändern, Früchtchen!"

Das sagt der Coach: "Gehen Sie nur auf das ein, was wörtlich gesagt wurde und nicht auf das, was Sie glauben, was gesagt wurde. Fragen Sie Ihr Gegenüber gezielt nach konkreten Tipps zur Umsetzung Ihrer Idee. So binden Sie den schwierigen Mitarbeiter ein und zeigen, dass Sie ihn ernst nehmen – auch wenn das offenbar nicht auf Gegenseitigkeit beruht." – Sebastian Stockebrand, Business Coach aus Oberursel bei Frankfurt

Das antworten Sie: "Es freut mich, dass Sie meine Idee gut finden. An welchen Stellen können wir gemeinsam drehen, so dass wir die Idee hier doch noch durchkriegen?"

"Das können Sie nicht wissen, weil das vor Ihrer Zeit hier im Unternehmen war."

Gemeint: "Das können Sie nicht wissen, weil Sie da wahrscheinlich noch in der Vorschule waren."

Das sagt der Coach: "Zeigen Sie, dass Sie bereit sind, sich auf das Unternehmen und das Team einzustellen. Lassen Sie gleichzeitig keinen Zweifel an Ihrer Entscheidungsbefugnis aufkommen! Wer sich für sein junges Alter rechtfertigt oder verteidigt, hat hier ganz klar verloren." – Mona Wiezoreck, Coach für junge Führungskräfte aus Aachen

Das antworten Sie: "Erzählen sie mir davon! Ich möchte gerne die Zusammenhänge hier im Unternehmen verstehen und mich darauf einstellen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen."

"Sicher, das können wir gerne einmal so versuchen."

Gemeint: "Machen Sie nur weiter, dann bin ich Sie hoffentlich bald los und bekomme wieder einen richtigen Chef."

Das sagt der Coach: "Holen Sie den Anderen mit ins Boot. In diesem Fall nicht, indem Sie höflich fragen, sondern ihn wie selbstverständlich einbinden. Lassen Sie gleich einen Teil der Verantwortung bei diesem Kollegen. Wird er aktiv, prima. Wird er nicht aktiv und erfindet Ausreden, haben Sie die Grundlage für ein klärendes Gespräch gelegt." – Gudrun Happich, Coach für Unternehmenslenker aus Köln

Das antworten Sie: "Prima, welchen Part übernehmen Sie?" 

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