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Digitale Kompetenzen Mitarbeiter erkennen Nachholbedarf – arbeiten aber nicht an ihren Defiziten

Warten, bis der Arbeitgeber kommt: Das passt nicht mehr. Um den Zukunftsanforderungen gerecht zu werden, müssen Mitarbeiter selbst aktiv werden.

Von Anne Koschik |

Das Jobprofil vieler Berufstätiger reicht für den heutigen Arbeitsmarkt kaum mehr aus: Zu weit ist die Digitalisierung – speziell durch die Coronakrise – fortgeschritten. Virtuelle Meetings sind mittlerweile normal, die Arbeit im Homeoffice gehört in vielen Unternehmen jetzt einfach dazu. Klar, dass sich die Mitarbeiter auch mit digitalen Tools für die Zusammenarbeit auskennen müssen – doch es hapert an den Kompetenzen.

Eine Vorab-Studie der Online-Jobplattform Stepstone und des Kienbaum Instituts @ ISM unter 8.500 Teilnehmern zeigt, dass nur gut ein Drittel aller Befragten die eigenen digitalen Fähigkeiten für „krisensicher“ hält. Diese Selbsterkenntnis führt jedoch nicht dazu, etwas an diesen wichtigen Skills ändern zu wollen: Nur 37 Prozent der Befragten planen, künftig an ihren digitalen Defiziten zu arbeiten.

Dabei steht für knapp drei Viertel der Teilnehmer fest, dass der Einsatz digitaler Tools in Zukunft ein fester Bestandteil der Arbeitswelt sein wird. Und nur jeder Zweite ist davon überzeugt, dass seine digitale Expertise ausreicht, um seinen Job nach der Krise unverändert ausüben zu können.

Appell an die Eigenverantwortung

Doch aus eigenem Antrieb unternehmen die meisten Beschäftigten nichts, um sich in diesen Anforderungen zu verbessern. „Beschäftigte müssen hier Eigenverantwortung tragen und auch selbst aktiv werden“, sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei Stepstone.

Es könne nicht allein die Aufgabe von Arbeitgebern sein, solch digitalen Defiziten vorzubeugen. „Letztlich ist das auch eine Frage der Einstellung und persönlichen Motivation. Für Beschäftigte wird es definitiv immer wichtiger, flexibel auf schnelle Veränderungen und Anforderungen in der Arbeitswelt reagieren zu können“, so Zimmermann.

Welche Skills aber sind in der modernen Arbeitswelt besonders gefragt? Als wichtige Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sehen die Befragten selbst Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an. Als Kernkompetenz der Zukunft haben sie die allgemeine Lernbereitschaft ausgemacht.

Doch die klassischen Lernumgebungen mit festen Zeiten und Zielen, wie sie aus Schulen, Universitäten oder Seminaren bekannt sind, helfen hier kaum mehr weiter. „Sie wurden durch die Corona-Krise vorerst ausgesetzt“, sagt Michael Knappstein, Akademischer Leiter des Kienbaum Instituts @ ISM und Hochschullehrer für Personalmanagement, Digitale Transformation und Nachhaltigkeit an der International School of Management.

„Vor diesem Hintergrund gewinnt informelles Lernen schon jetzt immer mehr an Bedeutung“, stellt Knappstein fest. Doch dafür muss in den Köpfen der Beschäftigten erst ein Schalter umgelegt werden. Selbstreflexion und Eigeninitiative können dabei helfen, sich selbst herauszufordern.

Kurzum: Mitarbeiter müssen freiwillig wieder lernen wollen, so das Studien-Resümee.

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