Den Dresscode knacken Was ziehe ich an?

Events fordern kleidungstechnisch heraus – sowohl Frauen als auch Männer. Welche Garderobe wann angemessen ist.

Von Claudia Obmann |

Was ziehe ich an?

Immer gut gekleidet: Die Dame und der Herr von Welt wissen, was sie tragen müssen

© Stone/Getty Images

Während sich viele etwas unter "Abendgarderobe" vorstellen können und Herren stilsicher zum dunklen Anzug mit Krawatte greifen beziehungsweise Damen ins kleine Schwarze oder Cocktailkleid schlüpfen, überfordert so manche englische Formulierung in einer Einladung den Gast. Zumal auch die Tageszeit, zu der eine Veranstaltung stattfindet, eine Rolle spielt. Grundsätzlich gilt: Der Dresscode wird nur für die männlichen Gäste genannt – die Dame von Welt weiß sich anzupassen.

White Tie

Großes Gala-Outfit für höchste Anlässe wie einem Staatsbankett für gekrönte Häupter oder einen äußerst festlichen Rahmen wie den Wiener Opernball. Die höchste Stufe der Eleganz bedeutet für Herren zwingend: Frack und weiße Fliege. Außerdem weißes Hemd und weiße Weste sowie Lackschuhe.

Damen tragen eine bodenlange Robe in gedeckten Farben sowie geschlossene Pumps. Eine Stola oder ein Jäckchen bedecken die Schultern, dürfen aber später abgelegt werden.

Black Tie

Kleiderordnung für festliche Abendveranstaltungen wie Opern-Premieren, Preisverleihungen oder Bälle – ab 18 Uhr. Der Herr trägt dann einen Smoking, der stets mit einer schwarzen Fliege kombiniert wird. Zum eleganten schwarzen Anzug mit dem Seidenstreifen am Hosenbein wird außerdem entweder eine Weste oder ein Kummerbund getragen, beides ebenfalls schwarz und aus Smoking-Stoff oder Seide. Hat der Smoking ein zweireihiges Jackett, können Weste oder Kummerbund weggelassen werden. Das Smoking-Hemd ist weiß, dazu schwarze Lackschuhe.

Die Dame erscheint im langen Abendkleid, das schulterfrei sein darf.

Cutaway (Cut) oder Morning Coat

Für hochoffizielle Veranstaltungen am Vor- oder Nachmittag, wie adlige Hochzeiten, Beisetzungen wichtiger Persönlichkeiten oder Staatsempfänge, kommt der Cut zum Einsatz. Als festlichster Tagesanzug ist er das Gegenstück zum Frack. Er besteht aus einer schwarz-grau gestreiften Hose, einer hellgrauen oder farbigen Weste (im Falle einer Beisetzung sollte sie aus demselben dunklen Stoff wie das Jackett bestehen oder schwarz sein), einem weißen Hemd und dazu einer silbergrauen, für Trauerfeiern schwarzen Krawatte oder auch einem Plastron. Sein anthrazitfarbener oder hellgrauer Gehrock hat abgrundete vordere Kanten. Zum Cut gehören knöchellange weiße Wollstoff-Gamaschen, die zu schwarzen Schuhen getragen werden.

Beim hellgrauen Cut – zu Hochzeiten vom Bräutigam und vom Brautvater sowie bei britischen Pferderennen getragen – bestehen Weste und Hose häufig aus demselben Stoff wie das Jackett. Traditionell trägt man dazu einen schwarzen oder silbergrauen Zylinder und eine weiße Chrysantheme im Knopfloch.

Damen tragen in diesem Fall elegante Kostüme oder Kleider – und zumindest bei Trauerfällen, Hochzeiten oder Pferderennen ebenfalls einen passenden Hut.

Bei offiziellen Terminen, etwa einem Treffen wichtiger Gesprächspartner oder dem Besuch einer internationalen Konferenz, wird speziell von Firmenvertretern ein seriöses und elegantes Auftreten erwartet. Das bedeutet, es wird möglichst wenig nackte Haut gezeigt. Farblich gilt: je höher der Rang in der Unternehmenshierarchie, desto dunkler die Farbe. Das Gleiche gilt für die Bedeutung der Veranstaltung: Bei wichtigen Ereignissen ist Schwarz angesagt, bei weniger wichtigen Anlässen darf es auch Dunkelblau oder Dunkelgrau sein. Kombiniert wird der dunkle Anzug mit einem weißen oder einem hellen, pastellfarbenen, langärmeligen Hemd. Die Krawatte ist ein Muss. Sie darf ein leichtes Muster, beispielsweise Streifen, aufweisen. Auch das Hemd darf dezent gestreift sein.

Das Pendant für Damen wäre das klassische Kostüm oder ein Hosenanzug in Kombination mit einer edlen Bluse. Aber auch ein unifarbenes Kleid kommt infrage. Der Rock bedeckt stets die Knie. Die Absätze der geschlossenen Pumps sind nicht höher als sechs Zentimeter.

Business Casual

Wird bei einem lockeren Geschäftsessen erwartet oder auf der Geschäftsreise. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn es geht um eine Nuance zwischen dem elegant-repräsentativen Stil fürs Büro und dem salopperen Auftreten am Feierabend. Die Jeans

ist eindeutig fehl am Platz, es muss aber auch nicht der förmliche schwarze Anzug sein. Der Anzug darf auch dunkelblau oder dunkelgrau sein. Ein dezent gemustertes Hemd lockert das Outfit auf. Statt Haifischkragen darf es einen Button-down-Kragen

aufweisen. Die Krawatte kann, muss aber nicht getragen werden. An klassischen Lederschnürschuhen führt kein Weg vorbei.

Frauen dürfen klassische Kostüme oder Anzüge mit Blusen und eleganten Shirts – auch in kräftigen Farben, aber ohne wilde Muster – aufpeppen. Pumps oder feine Halbschuhe runden das Outfit ab.

Smart Casual

Für die einen ist es gehobene Freizeitkleidung, die sich bei einer Einladung zur Gartenparty des Geschäftspartners eignet. In jungen, dynamischen Unternehmen wird darunter dagegen legere Bürokleidung verstanden. Denn die Kleiderordnung macht hier einen Spagat zwischen Sportlichkeit und leichter Eleganz: Herren haben die Wahl zwischen dem helleren Tagesanzug oder der Kombination aus dunkler Stoffhose in Kombination mit einem langärmeligen Hemd in hellen Farben und einem feinen Strickpulli dazu, zum Beispiel aus Kaschmir. Die Krawatte bleibt so oder so im Schrank.

Damen dürfen mit der Mode gehen. Sie können eine klassische Business-Hose oder einen Business-Rock mit einer flotten Bluse oder einem edlen Shirt kombinieren oder auch zu lässigeren Chinos greifen, die sie um feine Strickpullover ergänzen.

Als Schuhe bevorzugen Herren Schnürschuhe aus Leder, aber ein eleganter Sneaker oder Loafer ist ebenfalls möglich. Frauen können ihr sportlich-saloppes Business-Outfit darüber hinaus mit Peeptoes abrunden.

Casual

Freizeitkleidung, die sich eignet, wenn zum Kunden-Event an der Formel-1-Strecke in Silverstone oder zum Barbecue auf das Firmengelände geladen wird. Sweatshirt, Polo- oder T-Shirts, Jeans oder Cordhose sind erlaubt. Gepflegte Turnschuhe oder Loafer

passen prima. Lediglich Trekking-Sandalen mit Kniestrümpfen oder kurze Hosen sind ein No-Go für den Mann.

Die Dame hat besonders viele Optionen: Sie kann außer bequemen Kleidern und Röcken – uni oder in dezenten Farbkombis – auch Bermuda-Shorts oder Capri-Hosen tragen, die gut mit leichtgemusterten Oberteilen aussehen. Lediglich Minirock, Flipflops oder Spaghetti-Tops bleiben im Schrank.

Come as you are

Der Gast wird zu einem informellen Treffen unmittelbar nach Büroschluss erwartet und trägt daher sein übliches Business-Outfit, das je nach Branche und Rang in der Firmenhierarchie variiert.

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