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Business Englisch Vorsicht vor „falschen Freunden“

Manche Übersetzung vom Deutschen ins Englische ist nicht nur ein Patzer, sondern echt peinlich.

Von Juno Jahn |

Gerade in Verhandlungen auf Englisch ist schon so manche Übersetzung missglückt. Es muss nicht immer gleich ganz so schief gehen, wie in den legendären Reden mancher Politiker: So warnte EU-Kommissar Günther Oettinger einst in Brüssel: Never judge the day before the night falls. Die wortwörtliche Übersetzung konnte im Plenum kaum jemand nachvollziehen.

Auch in vielen Werbebotschaften ging die Übersetzung nach hinten los: Unvergessen der Slogan „Come in and find out“ der Parfümeriekette Douglas, der die Kunden nicht in den Laden rein und wieder raus führen, sondern sie zum Entdecken der Produkte animieren sollte.

Tatsache ist: Das  Gehirn spielt uns gerne deshalb einen Streich, weil manche Wörter im Deutschen und Englischen ähnlich klingen – aber leider nicht dasselbe aussagen. Das sind die so genannten „False Friends“, falsche Freunde also, die eine gute Gemeinschaft erheblich stören können. 

Glück hat derjenige, der auf englische Muttersprachler trifft, die nur ein bisschen schmunzeln, wenn sie die peinlichen Fehler ihrer deutschen Geschäftspartner, Kollegen oder Bekannten hören.

Manchmal geht es ja auch „nur“ darum, ein paar coole englische Ausdrücke in ihre Sätze zu integrieren. Was dabei herauskommt, ist aber oft nur Denglisch: I laugh me dead. Geht gar nicht.  

Zehn Beispiele für nahezu gleich klingende oder gleich geschriebene Wörter, die oft in die Irre führen:  

  1. Aktuell
    Viele übersetzen die Vokabel mit „actual“. Aber die richtige Übersetzung ist „current“. „Actual“ bedeutet: wirklich oder tatsächlich.

  2. Brief
    Ist ein Schreiben und daher ein „letter“. „brief“ im Englischen bedeutet kurz.

  3. Büro
    Im Englischen: „office“. Das fast gleichklingende „biro“ meint dagegen im britischen Englisch einen Kugelschreiber.

  4. Chef
    Die deutsche Führungskraft ist übersetzt der „boss“. Die englische Vokabel „chef“ dagegen meint einen Koch.

  5. Direktion
    „Management“ lautet die richtige Übersetzung. „Direction“ bedeutet Richtung.

  6. Handy
    Echt „praktisch“ so ein Handy – das nämlich bedeutet das englisch klingende Wort. Das Mobiltelefon wird jedoch mit „cellphone“, „phone“ oder „iphone“ übersetzt.

  7. Kollege
    Vorsicht, da fehlen zwei Buchstaben: Ein „college“ ist nicht aus Fleisch und Blut, sondern eine Hochschule. Richtig ist „colleague“.

  8. Marke
    Die richtige Übersetzung ist „brand“. Aber oft wird marke als „mark“ übersetzt. „Mark“ ist jedoch eine Markierung oder ein Kennzeichen.

  9. Personal
    Personal heißt im englischen „staff“. Wer im Englischen „personal“ schreibt, meint es „persönlich“.

  10. Wer
    Das Fragewort wird oft als „where“ übersetzt. Dabei bedeutet „where“ wo. Und „who“ bedeutet wer. Noch Fragen?

Bei der Satzbildung sieht es noch schlimmer aus, wie die Sprachlernexperten der E-Learning-Plattform Babbel festgestellt haben. Selbst bei weit fortgeschrittenen Englischkenntnissen entstünden „allerlei lustig klingende Konstruktionen“.

Hier sind die häufigsten Fehler:

Wie“ immer mit how übersetzen:
Wie geht es dir? – How are you? à Hier klappt das. Aber nicht, wenn wir zum Beispiel wissen wollen, wie etwas aussehen wird: How this looks like ist falsch. Richtig wäre: What this will look like.

I am doing Home Office:
Die Arbeit von zu Hause aus kündigen wir so an – und Home Office klingt in diesem Kontext auch schön international.

Das Home Office ist aber nur das Arbeitszimmer, im britischen Englischen übrigens auch das Innenministerium. Eigentlich müsste es Working from home heißen.

Fehlende Zeitformen:
Die Sätze aus den ersten beiedne Bespielen weisen noch einen weiteren typisch deutschen Schwachpunkt auf. Während sich „Wir gucken mal, wie das aussieht“ im Deutschen sehr wohl auch auf die Zukunft beziehen kann, fehlt im Englischen hier eine Zeitform. How this looks like, I am doing Home Office oder I make a party – das verstehen englischsprachige Kollegen zwar irgendwie, wundern sich aber über die fehlende Zeitangabe.

Falsche E-Mail-Floskeln:
Look forward to meet you: Geht für englische Muttersprachler gar nicht. Looking forward to meeting you funktioniert, aber Native Speaker verwenden lieber nur eine -ing-Form im Satz: Also entweder Looking forward to meet you oder Look forward to meeting you.

Verwendung von since anstatt for:
I’ve worked at Babbel since 5 years ist eine beliebte Satzkonstruktion. Richtig muss es heißen: I’ve worked at Babbel since 2014 oder I’ve worked at Babbel for 5 years.

Die Annahme, englische Mitarbeitende könnten denglische Witze verstehen:
I think I spider! Streng genommen ist das kein Fehler, weil wir ja genau wissen, dass das kein korrektes Englisch ist – und eigentlich gehört das auch nicht ins Büro.

Trotzdem erfreuen sich direkte Übersetzungen von deutschen Sprichwörtern großer Beliebtheit – siehe Oettinger. Und in diesem Eifer vergessen wir dann, dass die englischsprachigen Teammitglieder zwar die Wörter verstehen, aber den Sinn natürlich gar nicht erfassen können.

Until anstatt by:
Wenn die Deadline für Freitag gesetzt ist, muss es heißen We need to finish this by Friday und nicht etwa We need to finish this until Friday.

„Uns“ immer mit us übersetzen:
„Wir sehen uns morgen“ wird zu We see us tomorrow. Leider falsch. Richtig ist: We see each other tomorrow.

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