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Agile Methoden Dieser Experte erklärt Design Thinking so, dass es auch ein Schulkind versteht

Alles, was Sie wirklich über die gängigste New-Work-Vokabel wissen müssen.

Von Lazar Backovic |

Design Thinking – über dieses Schlagwort stolpern Beschäftigte im Job oder in Stellenausschreibungen immer wieder. Vor allem dort, wo agiles Arbeiten großgeschrieben wird, fällt der Begriff häufig, ohne dass er erklärt wird. Was also ist Design Thinking?

Hinter der Innovationsmethode verbirgt sich ein kreativer Prozess mit mehreren Teammitgliedern. Der soll helfen, neue Ideen für Endkunden oder Nutzer zu entwickeln. Kennzeichnend für Design Thinking ist der sogenannte iterative Prozess. Das heißt: Ein schnell entwickelter Prototyp wird erstmal auf den Markt geworfen und so lange immer wieder getestet, bis die gröbsten Fehler behoben sind.

Klingt kompliziert? Ja, das finden wir auch. Deshalb haben wir einen Experten gebeten, uns die Methode bitte so zu erklären, dass sie auch ein Schulkind versteht. Göran Hielscher ist Design-Thinking-Coach und lebt in Berlin und Wien. Hier ist seine Erklärung:

Was ist eigentlich Design Thinking?

Die Welt ist voller Probleme: Hunger, Umweltverschmutzung, Waldbrände. Und manchmal vergisst du auch noch deinen Turnbeutel.

Zum Glück haben ein paar schlaue Professoren in Stanford, das liegt in Amerika, eine Arbeitsweise entwickelt, um solche Probleme zu lösen. Das Ganze haben sie Design Thinking genannt. Klar lässt sich damit nicht jedes Problem auf der Welt lösen. Aber es hilft, darüber nachzudenken.

Einfach gesagt ist Design Thinking eine Art Werkzeugkasten. In jedem Fach liegen verschiedene Arbeitsgeräte, die wir Methoden nennen. Dabei steht jedes Fach im Werkzeugkasten für einen bestimmten Schritt, den du tun kannst, um ein Problem zu lösen.

Das Tolle: Design Thinking ist für fast jede Altersgruppe geeignet. Auch du kannst es also verwenden – etwa in der Schule bei der nächsten Projektwoche. Willst du wissen, wie Design Thinking genau geht? Dafür musst du nur diese sechs Schritte beachten.

Schritt 1: Verstehen

Hierfür fragen wir uns, wer das Problem schon einmal gehabt hat. Und wie dieser Jemand es gelöst bekommen hat. Kannst du das Problem genau beschreiben, und sagen wer betroffen ist? Und welche Fragen wir uns stellen müssen? Prima! Sammele all das und schreib es auf. Das hilft, das Problem besser zu verstehen.

Schritt 2: Beobachten

Klingt leicht, oder? Schau, wie sich die Menschen zu dem Problem verhalten. Noch besser: Frag sie! Wenn das nicht geht: Schlüpf kurz in ihre Rolle. Du kannst dich auch in ganz unterschiedliche Leute hineinversetzen.

Kannst du fühlen, wie es all diesen Menschen geht, die das Problem haben, das du lösen möchtest? Dann hast du einen ganz wichtigen Schritt im Design Thinking geschafft. Er heißt Empathie. Den Namen kannst Du Dir merken. Musst Du aber nicht. Wichtiger ist, dass Du lernst, wie du dich in andere hineindenkst.

Schritt 3: Deinen Standpunkt finden

Das war spannend sich in die vielen Leute hineinzuversetzen, oder? Das Problem ist: Wir können nicht allen Menschen zur gleichen Zeit helfen. Was Maria hilft, hilft Josef noch lange nicht. Also entscheiden wir uns für einen der beiden und denken von da weiter.

Schritt 4: Ideen spinnen – und zwar viele

Sagen wir mal: Du hast dich für Maria entschieden. Was genau hilft ihr? Denk bei möglichen Lösungen so wild, wie du willst. Es gibt keine Grenzen. Schließlich wollen wir einen ganz neuen Weg finden, um unser Problem zu lösen. Deshalb ist Design Thinking auch so toll für neugierige Menschen. Zum Beispiel Kinder. Die haben ja oft verrückte Ideen. Diese werden unter Erwachsenen als Innovation bezeichnet. Du bist bestimmt auch innovativ!

Schritt 5: Baue Dein eigenes Versuchsmodell

Und: Nenne es Prototyp, wenn Du als echter Design-Thinking-Experte gelten willst. Der Prototyp hilft den Menschen, für die wir uns Gedanken gemacht haben (in unserem Fall Maria), unsere Ideen besser zu verstehen. Prototypen sind nämlich Ideen zum Anfassen. Somit kann Maria in echt erleben, wie eine mögliche Lösung aussieht und funktioniert.

Schritt 6: Teste Deine Idee – wieder und wieder

Lass Maria mit deinem Versuchsmodell, dem Prototypen, doch mal spielen. Sie wird dir dann sagen, was sie toll an deiner Idee findet und ob es ihr Problem wirklich löst. Und Maria wird dir nach einer Weile bestimmt auch verraten, wie wir die Idee für sie noch besser machen können. Dann wiederholen wir diese Schritte, bis Maria ziemlich happy ist.

Ein Tipp: Starte Dein Design Thinking-Projekt doch mit ein paar Freunden. Oder du setzt dich mal mit jemand ganz anderem zusammen, wie etwa deiner Oma und dem Nachbarsjungen. Fünf bis acht sehr unterschiedliche Menschen sind super für Design Thinking. Zusammen ist es einfacher, schneller und man kommt auf viel bessere Ideen als alleine. Und darüber freut sich dann am Ende auch Maria.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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