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Post-Holiday-Blues So vermeiden Sie den Frust nach den Ferien

Zwei Drittel leiden unter dem Post-Holiday-Blues. Zehn Tipps, die helfen.

Von Michael Scheppe | , aktualisiert

Spätestens das frühe Schrillen des Weckers macht unmissverständlich klar: der Urlaub ist vorbei. Gestern noch sorgten Strand oder die heimische Terrasse für Entspannung, heute warten Hunderte ungelesene E-Mails und die Kollegen im Nachbarbüro oder in der Videokonferenz.

Raus aus der Entspannung, zurück ins Büro: Geraden an den ersten Tagen nach den Ferien ist die Arbeit mühevoll, die Konzentration fällt schwer. Dafür ist die Erschöpfung und die Sehnsucht nach Sonne, Strand oder Bergen und Seen umso größer.

Forscher bezeichnen das Grauen nach den Ferien als Post-Holiday-Syndrom. Studien zeigen: Zwei Drittel der Mitarbeiter befinden sich nach der Rückkehr aus dem Urlaub im Stimmungsjetlag.

Manager und Mitarbeiter kennen die Situation in diesen Wochen nur zu gut. Die Ferien in den meisten Bundesländern neigen sich dem Ende entgegen, allein Bayern und Baden-Württemberg sind gerade erst in die Urlaubszeit gestartet. Doch auch dort werden die Angestellten in einigen Wochen die Flipflops wieder gegen die Anzugsschuhe eintauschen müssen.

Post-Holiday-Syndrom: Nur jeder zweite Mitarbeiter kommt nach dem Urlaub gern zurück ins Büro

Eine Yougov-Umfrage im Auftrag des Handelsblatts kam zu dem Ergebnis, dass fast jeder zweite Urlauber nur „ungern“ oder „sehr ungern“ an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt ist.

Zeugt das Resultat davon, dass viele Deutsche den falschen Job gewählt haben? Mitnichten. Der Blues nach dem Urlaub ist völlig normal, sagt Hannes Zacher, Professor für Arbeitspsychologie an der Universität Leipzig: „Viele Mitarbeiter erleben zwischen Urlaub und Arbeitsleben einen starken Kontrast.“

Im Urlaub sei schließlich Zeit für Menschen und Tätigkeiten, die man mag, während der Handlungsspielraum auf der Arbeit oft eingeschränkt sei, so der Arbeitspsychologe. Körper und Geist bräuchten da eben ein paar Tage, um den gewohnten Rhythmus wieder aufzunehmen.

Die Dauer des Urlaubs hat auf die Erholung übrigens kaum Auswirkungen. Egal ob Kurzurlaub in den Bergen oder vier Wochen Auszeit an der Nordsee – schon nach einer Woche zurück im Job fühlen sich alle wieder gestresst, zeigt eine Studie der Erholungsforscherin Jessica de Bloom, die an der Universität Tampere in Finnland lehrt.

Experten raten deshalb zu mehreren kürzeren Erholungstrips anstatt zu einem ausgedehnten Jahresurlaub.

Das Problem: Mitarbeiter verfallen bei mehreren Pausen häufiger in den Blues. Die gute Nachricht: das Post-Holiday-Syndrom lässt sich überwinden. Karriere.de hat zehn Tipps, wie Manager und Mitarbeiter nicht in ein ganz so tiefes Motivationsloch fallen.

Tipp 1: Urlaubsvertretung

Der Post-Holiday-Blues lässt sich schon vor dem Urlaub verringern – mit einer klaren Regelung, welcher Kollege Ihre Arbeit in der Zwischenzeit übernimmt.

Tipp 2: Zeit zwischen Urlaub und Arbeit einplanen

Abends landen, morgens direkt zur Arbeit? Experten raten davon ab. Besser: mindestens einen Tag Puffer einplanen. Die Zeit nutzen, um sich mental auf die Arbeit vorzubereiten. Wichtig: Prioritäten für den ersten Arbeitstag festlegen – nicht alles muss sofort erledigt werden.

Tipp 3: Auch im Urlaub an die Arbeit denken

Generell raten Experten davon ab, ständig die neusten E-Mails zu checken. Aber: „Manche Personen können viel besser entspannen, wenn sie ihre Mails im Urlaub lesen, weil sie der Gedanke an Hunderte unbeantwortete Nachrichten nach der Rückkehr zu sehr stresst“, sagt Arbeitspsychologe Zacher. Wichtig: Man muss sich selbst zur E-Mail-Lektüre entschließen und die Zeit begrenzen – zum Beispiel eine halbe Stunde nach dem Frühstück.

Tipp 4: Klein anfangen

Nicht direkt das Mammutprojekt angehen, sondern zuerst die Mails checken, eine Besprechung mit dem Lieblingskunden ansetzen oder sich spannenden Projekten widmen. Zumindest am ersten Tag zeitig Feierabend machen.

Tipp 5: E-Mail-Abwesenheitsnotiz nicht sofort ausstellen

Die automatische Antwort erst am zweiten Tag abstellen, dann erwarten die Kollegen nicht direkt eine Rückmeldung – das beugt Stress vor und gibt Zeit für drängendere Aufgaben.

Tipp 6: Urlaubsfeeling mitnehmen

Souvenirs aus dem Urlaub auf den Schreibtisch stellen, Kollegen von den Urlaubserlebnissen berichten – so fühlt es sich im Büro oder Homeoffice zumindest noch ein wenig so an wie im Urlaub.

Tipp 7: Mittwochs beginnen

Wer dazu neigt, dem Urlaub nachzutrauern, sollte erst mittwochs anfangen zu arbeiten. Drei Arbeitstage bis zum Wochenende sollten reichen, um das Nötigste abzuarbeiten und nicht gleich in Stress zu versinken.

Tipp 8: Den nächsten Urlaub planen

Schon die Vorfreude auf den nächsten Urlaub hebt die Stimmung. Daher: lieber mehrere Urlaube über das gesamte Jahr machen statt einen ausgedehnten Sommerurlaub.

Tipp 9: Ausschlafen

Klingt trivial, hilft aber. Wer im Urlaub stets ausgeschlafen oder womöglich in einer anderen Zeitzone gelebt hat, sollte vor dem ersten Arbeitstag zeitig zu Bett gehen, um sich auf der Arbeit konzentrieren zu können.

Tipp 10: Anderes Shampoo während der Ferien

Während der Ferien ein Shampoo benutzen, das anders riecht als das alltägliche Haarwaschmittel. Wer sich an den ersten Tagen nach dem Urlaub auch mit dem Ferien-Shampoo die Haare wäscht, verlängert sein Urlaubs- und Erholungsgefühl – schließlich verknüpft das Gehirn Düfte mit Situationen, und in diesem Fall: mit Urlaubsemotionen.

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