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Macht und Eindruck Technik – das neue Statussymbol

Teure Anlagen beeindrucken Geschäftskunden. Sie allein reichen aber nicht aus.

Von Anne Koschik |

Führungskräfte müssen heute das können, was ihre Assistenz früher für sie erledigt hat: die Technik selbstverständlich beherrschen.

So war es bislang:
Die neue Firmenzentrale, der mit edlem Büromobiliar ausgestattete Konferenzraum, das Luxushotel in New York oder Hongkong. Wer seine Geschäftspartner dorthin einlud, war sich bislang der Symbolik sicher: Reichtum und Macht. Um den Eindruck abzurunden, ließ man noch teure Kunstwerke an den Wänden anbringen.

So ist es heute:
Durch die Coronakrise ist nun eines angesagt: Humanität. Denn auch Vorstände haben zuhause meist kein riesiges und elegantes Büro. In Videokonferenzen müssen sie sich nahbarer und authentischer zeigen, bei Kurzarbeit und Entlassungen kann es dem Image schaden, materiell aufzutrumpfen.

Schlechtes Image durch verpixelte Bilde, rauschenden Ton oder eine vergessene Stummschalttaste

Das rät der Experte:
Das neue Statussymbol ist: die Technik. Es kommt allerdings nicht nur darauf an, den neusten Monitor, die beste Software, die Extra-Kamera und teuerste Lautsprecher zur Schau stellen. Macht hat nur derjenige, der auch mit seiner technischen Ausstattung umgehen kann.

„Die Technik muss zu hundert Prozent stimmen“, sagt Steffen Gräff, Partner beim Beratungsunternehmen Korn Ferry. Verpixelte Bilder, rauschender Ton, die vergessene Stummschalttaste – wer so in der Videokonferenz auftritt, wirkt alles andere als mächtig, selbst dann nicht, wenn der PC noch so teuer war.

Was ebenfalls beeindrucken kann: gut gestaltete Präsentationen, die für jedermann sichtbar vor der Präsentation hochgeladen werden. Allerdings müsse der optische Auftritt auch zur Unternehmenskultur passen, empfiehlt Berater Gräff.

Wer die Technik beherrscht, kann ein Stück weit versuchen, auch mit traditionellen Statussymbolen zu punkten: Auf dem Schreibtisch kann da schon mal stilvoll der Brieföffner in einer Schale liegen und im Hintergrund die Bücherwand mit ausgewählter Fachliteratur, Biografien oder Kunstbildbänden sichtbar werden.

Weitwinkel-Objektiv nutzen, um auch vor der Kamera Social Distancing einhalten zu können

Doch auch das schönste Ambiente täuscht nicht über das Verhalten des Managers hinweg. Wenn mehrere Personen im Raum sind, erzählt Korn-Ferry-Experte Gräff, sei es gerade im Dialog mit internationalen Geschäftspartnern wichtig, auf Social Distancing zu achten und dafür ein spezielles Weitwinkel-Objektiv zu benutzen. „Ein CEO sollte das schon berücksichtigen.“

Anders bei internen Sitzungen. „Auf das luxuriöse Ambiente kommt es im virtuellen Raum weniger an“, sagt Steffen Gräff. „Wichtig ist, dass das sichtbare Arbeitsumfeld Professionalität widerspiegelt.“ Zum Beispiel mit einem Stehpult im privaten Büro, von dem aus der Chef eine Rede hält.

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