Das Erfolgsportal von
Handelsblatt & WirtschaftsWoche
Alles, was erfolgreich macht.

Die meisten Europäer wünschen sich eine Vier-Tage-Woche – bei gleicher Stundenzah

Exklusiv-Studie Die meisten Europäer wünschen sich eine Vier-Tage-Woche – bei gleicher Stundenzahl

Aber auch bei gleichem Gehalt.

Von Claudia Obmann |

Die meisten Europäer wünschen sich eine Vier-Tage-Woche – bei gleicher Stundenzahl

Ein freier Tag zusätzlich

Viele Europäer wünschen sich die 4-Tage-Woche. Mit einem freien Tag mehr - bei gleicher Wochenarbeitszeit - lassen sich beispielsweise familiäre Verpflichtungen besser meistern.

© imago imagebroker begsteiger

Die Vier-Tage-Woche ist bei den Europäern en vogue. Die meisten Arbeitnehmer zwischen Athen und Helsinki hätten gerne einen Wochentag frei und würden dafür an vier Tagen lieber länger arbeiten.

Eine exklusive Studie, die karriere.de vorliegt, verrät die Hintergründe.

Unter den rund 10.000 erwerbstätigen Erwachsenen, die der internationale IT-Dienstleister im Personalbereich, ADP, befragt hat, gibt es zwei Lager hinsichtlich der Auswirkungen der Vier-Tage-Woche auf ihre Gesamtstunden und das Gehalt.

Drei Viertel der Befragten (78 Prozent) wünschen sich demnach, an vier Tagen länger zu arbeiten – bei gleichbleibendem Gehalt. 22 Prozent dagegen würde gern insgesamt weniger Wochenstunden arbeiten – und wären dafür bereit, entsprechend weniger zu verdienen. Befragt wurden Deutsche, Franzosen, Italiener, Niederländer, Polen, Spanier, Schweizer und Briten.

In welcher Altersklasse die Zustimmung am größten ist

Die Vier-Tage-Woche ist bei den Europäern am beliebtesten, die sich in der mittleren Phase ihrer Karriere befinden: 59 Prozent, die mit dem Modell liebäugeln, sind zwischen 35 und 44 Jahre alt. Ein Grund dafür könnte der Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sein.

Die Mehrheit dieser Gruppe möchte ihr Gehaltsniveau behalten (46 Prozent), während die Jüngeren überwiegend eine Gehaltskürzung für weniger geleistete Arbeitsstunden in Anspruch nehmen möchten.

Die Idee einer viertägigen Arbeitswoche ist bei den Beschäftigten in Spanien (63 Prozent), Großbritannien (61 Prozent), den Niederlanden (61 Prozent) und Frankreich (60 Prozent) am beliebtesten, während nur 38 Prozent der polnischen Arbeitnehmer in Versuchung geraten. In Großbritannien entscheiden sich 16 Prozent der Arbeitnehmer für eine viertägige Woche zu einem reduzierten Lohn, doppelt so viel wie in Polen (8 Prozent).

Wie sich die deutschen Arbeitnehmer von den europäischen Nachbarn unterscheiden

Von den Befragten in Deutschland können sich 54 Prozent der Befragten für die Vier-Tage-Woche begeistern. Hierzulande ist das Votum für die Variante „gleichbleibende Stundenzahl und gleiches Gehalt“ jedoch nicht ganz so ausgeprägt wie im europäischen Durchschnitt: 39 Prozent würden sich dafür entscheiden, 15 Prozent ziehen die Alternative vor, ihre Arbeitsstunden, aber damit auch ihr Gehalt zu reduzieren.

Schaut man sich die Verteilung nach Branchen an, würden die meisten Befragten im Bereich Architektur, Ingenieurswesen und Baugewerbe mit 60 Prozent am liebsten so weiterarbeiten wie bisher, gefolgt von den Angestellten im Handel, Catering und dem Freizeitgewerbe mit rund 51 Prozent.

In welchen Branchen das Interesse am stärksten ist

Für eine Vier-Tage-Woche mit gleichem Gehalt sprechen sich hauptsächlich Mitarbeiter aus der Dienstleistungsbranche (45 Prozent), dem Gesundheitswesen (45 Prozent) sowie den Bereichen Vertrieb, Medien und Marketing (45 Prozent) aus.

Da in Deutschland insgesamt nur eine Minderheit an Befragten bereit wäre, für weniger Gehalt an vier Tagen zu arbeiten, sind auch die Zustimmungen aus Branchensicht deutlich geringer: Die höchste Zustimmung findet das Modell in den Bereichen IT und Telekommunikation mit 27 Prozent sowie Kunst und Kultur mit 20 Prozent.

Hingegen würden nur vier Prozent aus dem Bereich Architektur, Ingenieurswesen und Baugewerbe das Modell annehmen, wenn sie könnten.

Wo die Vorliebe für die Vier-Tage-Woche in Deutschland besonders ausgeprägt ist

Erwartungsgemäß fällt auch die Einstellung unter den einzelnen Bundesländern zu der Vier-Tage-Woche unterschiedlich aus: Die höchste Zustimmung für das standardgemäße Arbeitsmodell findet sich im Saarland (62 Prozent), in Bremen (60 Prozent) und in Berlin (55 Prozent).

Die größte Zustimmung für das gleiche Gehalt an vier Tagen zu arbeiten, findet sich mit 54 Prozent in Rheinland-Pfalz und jeweils rund 49 in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Die dritte Option – an vier Tagen für ein geringeres Gehalt zu arbeiten – präferieren Arbeitnehmer in Hessen mit 25 Prozent und mit rund 20 Prozent in Bremen und Niedersachsen.

Steven van Tuijl, ADP-Geschäftsführer in Deutschland, rät Arbeitgebern, diesen Wunsch nach einer Vier-Tage-Woche vieler Beschäftigter zu erfüllen: Diese Option könne dazu beitragen, den Talentpool qualifizierter Frauen besser zu nutzen.

Denn es werde Paaren erleichtert, ihre familiären Verpflichtungen zu bewältigen. „Letztendlich ist es ein Gewinn für das Wohlbefinden und das Engagement der Mitarbeiter – zwei zunehmend wichtige Faktoren für den Erfolg moderner Unternehmen.“

Benachrichtigung aktivieren
Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die neuesten Karriere-Themen informieren? Sie erhalten 1 bis 2 Meldungen pro Woche.
Fast geschafft
Erlauben Sie www.karriere.de, Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert
Ab sofort bleiben Sie bei den aktuellsten Karriere-Themen auf dem Laufenden. Sie erhalten 1 bis 2 Meldungen pro Woche.
Lade Seite...