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Digitalisierung im HR-Bereich Selbst Personalchefs zittern vor der Künstlichen Intelligenz

Wie hoch die Skepsis gegenüber Künstlicher Intelligenz ist, zeigt eine neue Umfrage unter deutschen Personalmanagern.

Von Claudia Obmann |

Selbst Personalchefs zittern vor der Künstlichen Intelligenz

Was kann Künstliche Intelligenz?

Ohne Digitalisierung kommt der Personalbereich nicht mehr aus.

Foto: Owen Beard on Unsplash

Einstellen, betreuen und entwickeln von Mitarbeitern – so lauteten bislang die Kernaufgaben eines Personalers. Doch daran rütteln gerade Anbieter von Künstlicher Intelligenz (KI) für den Personalbereich massiv.

Allein bis 2025 soll der globale KI-Markt auf gut 170 Milliarden Euro anwachsen, haben die US-Analysten von Markets & Markets ermittelt.

Haupttreiber für diesen Anstieg ist die Produktion. Aber auch die Nachfrage nach KI für den Personalbereich wächst. Schon jetzt können lernende Algorithmen die Muster in Riesen-Datenbeständen erkennen, den am besten geeigneten Jobkandidaten finden, anhand bestimmter Sprach- oder Verhaltensmuster Persönlichkeitsmerkmale identifizieren und sogar von Mitarbeitern beabsichtigte Kündigungen voraussagen.

Eine Umfrage des Bundesverbands der Personalmanager (BPM) im Auftrag des Handelsblatts zeigt jetzt erstmal die großen Vorbehalte der deutschen Personalverantwortlichen gegenüber Automatisierungsabsichten in ihrer eigenen Domäne. Rund 1000 BPM-Mitglieder haben den Onlinefragebogen ausgefüllt.

Auch wenn die BPM-Befragung nicht repräsentativ ist, so spiegelt sie doch ein Meinungsbild wider – und deutet darauf hin, dass sich viele Personalchefs nicht unbedingt zu den digitalen Treibern in ihrem Unternehmen zählen.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

Erkenntnis 1: Noch schlägt Mensch Maschine

44,7 Prozent der Befragten gaben an, alles Zwischenmenschliche auch in Zukunft nicht Maschinen, sondern Personalern aus Fleisch und Blut überlassen zu wollen. Allgemeiner Konsens: Geht es um Emotionen, schlägt der Mensch die Maschine.

Erkenntnis 2: Nur begrenzter KI-Einsatz

Zwar prüfen 41 Prozent der Befragten aktuell den konkreten Einsatz von KI im Personalwesen. Für ein gutes Viertel kommt KI in den nächsten drei Jahren hingegen überhaupt nicht infrage. Jeweils 16 Prozent planen den KI-Start in ihrem Bereich beziehungsweise haben schon erste KI-Programme eingeführt.

Erkenntnis 3: Erleichterung in der Personalsuche

Die Mehrheit der Personaler sagt mit rund 21 Prozent, dass sie KI für die Personalsuche einsetzen. Weitere 12,4 Prozent nutzen KI zur Mitarbeiterverwaltung, 11,3 Prozent für die Mitarbeiter-Auswahl, 8,5 Prozent setzen auf KI bei der Betreuung, nur bei 6,2 Prozent kommt KI beim Leistungsmanagement der Mitarbeiter zum Einsatz.

Aber der größte Teil der Befragten mit rund 36 Prozent gibt an, noch keinerlei KI einzusetzen.

Erkenntnis 4: Keine akute Angst vor Entlassungen

Auch wenn die Skepsis hoch ist: Dass KI die Arbeit von Tausenden Personalern tatsächlich überflüssig macht, lässt sich aktuell so nicht belegen.

Die klare Mehrheit der Befragten (75,5 Prozent) konnte bisher keinerlei Auswirkung von KI auf die Zahl der Beschäftigten im Personalwesen feststellen. Immerhin 20,6 Prozent sagen, smarte Software verschafft ihnen mehr Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten.

Nur bei knapp 4 Prozent sind tatsächlich schon einzelne Tätigkeiten und Arbeitsplätze im HR-Management weggefallen.

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