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Business-Outfit Der Leasinganzug erobert das Büro

Geliehene Outfits sind im Trend - aber auch nicht ganz günstig.

Von Michael Scheppe | , aktualisiert

Der Leasinganzug erobert das Büro

Mit dem Leih-Anzug in's Büro

Öfter neue und schicke Anzüge? - Mit Leasing geht das problemlos.

© Fotolia

In feinem Zwirn präsentiert sich Tom Hilliger auf seiner Homepage: Weißes Hemd, blauer Sakko, gestreifte Krawatte. Doch sein eigener Anzug ist das nicht. Der Rechtsanwalt hat seinen Dreiteiler geliehen – so wie einen Leasingwagen. Der Chef der Jenaer Kanzlei Hillger und Müller kann sich seinen Anzug wohl selbst leisten; er will es aber nicht. Er muss Hemd und Hose weder waschen noch bügeln – das macht ein Dienstleister für ihn. Alle zwei Wochen holt der die Wäsche ab, bringt sie zur Reinigung und anschließend wieder zurück ins Büro. „Ich muss mich um gar nichts kümmern“, sagt Hilliger. „Das ist großartig.“

Sharing 2.0: Neue Facetten für die Leasing- Branche

Hilliger mag hierzulande noch eher die Ausnahme sein, doch er liegt im Trend. Die Deutschen teilen sich Autos und leasen Fernseher. Und zusehends kommt auch die Leih-Bekleidung fürs Büro in Mode. Abzulesen ist das an den Umsatzzahlen der deutschen Mietwäscher. 2017 setzten die Unternehmen nach Angaben des Verbandes Wirtex 3,5 Milliarden Euro um. Anders ausgedrückt: Die Textildienstleister statten rund vier Millionen Menschen mit Leasing-Bekleidung aus. Wirtex ist einer von zwei Branchenverbänden; seine Mitgliedsbetriebe repräsentieren mehr als 50 Prozent der Textildienstleister.

Kanzleien, Banken und Behörden, die für ihre Mitarbeiter Anzüge und Kostüme mieten, machen für die Unternehmen zwar nur einen Bruchteil des Umsatzes aus. Doch das Feld werde zunehmend größer, sei gar „ein Treiber der positiven Umsatzentwicklung“, heißt es beim Verband.

Das Gros des Umsatzes machen noch immer die traditionellen Blaumänner aus, rund 70 Prozent nämlich. Wichtige Kunden sind auch Kliniken und Hotels. Für sie spielt bei der geliehenen Kleidung vor allem das Thema Hygiene eine wichtige Rolle. In der Industrie geht es um Sicherheitsaspekte.

All inclusive: Rotwein-Flecken werden entfernt, lose Knöpfe angenäht

Rechtsanwalt Hilliger schätzt an der Leihkleidung den Komfort. „Die dreckige Wäsche wird fast unbemerkt wieder ins Regal gebracht.“ Was zum Service der Mietwäscher dazugehört: Sie waschen und bügeln das Hemd auch mit Rotwein-Flecken. Ist der Knopf mal lose, wird er wieder angenäht, ist das Jacket zu lang, wird es entsprechend geschneidert. Und wenn die Hose durchgesessen ist, liegt beim nächsten Mal sogar eine komplett neue in der Kanzlei. Das einzige, was der Jurist bemängelt: Die Auswahl an Farben und Mustern ist kleiner als im Fachhandel. „Sie reicht mir aber aus.“

Die Mietwäscher verstehen sich als Logistikdienstleister: Die Firmen kaufen die Kleidung auf eigene Rechnung und vermieten sie. Hilliger und seine Kollegen wollen diesen Service nicht mehr missen – sie sind seit neun Jahren dabei und waren deutschlandweit eine der ersten Abnehmer von geliehenem Diensttextil. Alle Mitarbeiter sind damit ausgestattet.

Outfit-Rate: 1300 Euro im Jahr

Allein der Kanzleichef hat elf Hemden, zwei Hosen und ein Jacket fürs Büro angemietet. Der umfassende Service hat allerdings seinen Preis. 24 Euro bezahlt Hilliger – und zwar jede Woche. Das sind fast 1300 Euro im Jahr. Dafür muss der Jurist seinen Anzug aber erst gar nicht kaufen und er spart sich auch die Kosten für Reinigung und Austausch der Dienstkleidung. „Nach einigen Jahren haben sich diese Ersparnisse zwar amortisiert“, gibt Hilliger zu. „Aber die Entlastung ist mir das Geld wirklich wert.“

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