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Arbeiten bei TE Connectivity Pole-Position fürs Projektmanagement

Steckverbindungen klingen nicht so sexy wie Rennsport – haben aber viel damit zu tun. Die 34-jährige Wirtschaftsingenieurin Judith Henzel sorgt für den passenden Connect.

Aufgezeichnet von Anne Koschik |

Als eine der wenigen Studentinnen stach Judith Henzel schon in ihrem Bachelor Studium im Fach Wirtschaftsingenieurwesen heraus. An der Hochschule RheinMain schloss sie ihr Studium mit der Note 2,0 ab. Ihr technisches Verständnis beweist die 34-Jährige auch im Rennsport und jeden Tag als Account Manager bei TE Connectivity, einem internationalen Hersteller von Verbindungs- und Sensorlösungen, die unter anderem High Speed Data ermöglichen.

Mein Start:

PS sind meine große Leidenschaft. Das habe ich von meinem Großvater, der war Ingenieur und interessierte sich für Pferde, Autos und Flugzeuge. Meine Mutter als Pädagogin und mein Vater als Weinküfer konnten sich da bei mir nicht so durchsetzen. Ich habe also Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen studiert und bin schon während meines Studiums für mehrere Jahre einem Rennteam in der Formula Student Germany beigetreten.

Das ist im Prinzip ein internationaler Konstruktionswettbewerb für angehende Ingenieure: Studenten bauen Rennwagen, die dann weltweit gegeneinander antreten. Vom Business Plan über die Konstruktion und Fertigung bis zur Sponsorenbetreuung muss das Team alles innerhalb von neun Monaten auf die Beine stellen. Eine Super-Herausforderung!

Mir war von Anfang an klar, daß ich mir als Frau da einiges vorgenommen hatte. Denn im Studiengang Maschinenbau waren unter 150 Männern nur fünf Frauen, im Wirtschaftsingenieurwesen war es mit einem Verhältnis von 80:20 schon etwas besser. Zum Glück hat sich dieses Ungleichgewicht im Job aber mittlerweile geändert: Als ich vor fünf Jahren hier bei TE Connectivity anfing, hatte ich noch recht wenige weibliche Kolleginnen, jetzt sind es aber schon einige mehr. Die Frauenquote hat sich mittlerweile auf 20 Prozent verdoppelt.

Meine Chance:

Die Formula Student hat mir nicht nur viel Spaß gemacht, sondern mir auch zu meinem Job verholfen. Denn die Praxiserfahrungen, die man dort macht, wie zum Beispiel Teamarbeit, gezieltes Zeitmanagement, sorgfältiges Projektmanagement und in kleinen Schritten Verantwortung zu übernehmen, sind immer wertvoll. Speziell bei den Unternehmen, die im Automotive-Bereich angesiedelt sind.

Ich bin direkt nach dem Studium, im August 2014 zu TE Connectivity gegangen. Bei der Stellensuche hat es mich unglaublich beeindruckt, dass bereits Berufseinsteiger dort die Möglichkeit bekommen, im Projektmanagement zu beginnen. Ich habe zum Einstieg als Projektmanagerin angefangen und hatte eine eigene Kerngruppe von fünf bis zehn Leuten zu koordinieren.

Unter anderem ist Data Connectivity unser Metier, also Steckverbindungen für High Speed Data, die beispielsweise in jedem Fahrzeug im Radio/Antennenbereich eingebaut werden.

Das Core Team ist das Projektteam und besteht zum Beispiel aus Engineering, Qualität, Einkauf, Werkzeugbeschaffung, Finance, Account Manager, Projektleiter. Diese Funktionen sind bei einem Development Projekt alle extrem wichtig, und jeder trägt seinen Teil zum Projekt bei, um es voranzutreiben.

Meine Entwicklung:

Der Rennsport hat mich immer weiter begleitet. Nach zweieinhalb Jahren bekam ich die schöne Möglichkeit, an einem speziellen Rotationsprogramm bei TE teilzunehmen und für ein halbes Jahr als Embedded Engineer ins Formula E Team zu Mario Andretti in die USA zu gehen. Ich bin mit dem Team zu sieben Rennen mitgeflogen. Meine Aufgabe – klar: Ich war dort für Steckverbinder verantwortlich, für die Auswechslungen im richtigen Moment. Denn die Besonderheit in diesem Motorsport, der auf den normalen Straßen stattfindet, ist: Stecker können sich leicht lösen. Die Probleme musste ich erkennen und Ersatzteile beschaffen, was aber durch meine direkten Kontakte gut machbar war. Nebenbei war ich auch zuständig für die Auswertungen der Wettbewerbe, und ich durfte die Mechaniker beziehungsweise Ingenieure unterstützen. Das heißt: Bisweilen lag ich im Blaumann unter den Fahrzeugen, um beim Reparieren behilflich zu sein.

Es war eine Spitzenzeit, und genau da wurde mir auch mein heutiger Job angeboten.

Meine Herausforderung:

Ich arbeite jetzt als verantwortlicher Account Manager für einen OEM (Original Equipment Manufacturer), also einen Autohersteller, den ich mit Kollegen vor Ort – etwa in Schweden – betreue. Nach wie vor bin ich aber Teil eines Teams. Um das kurz zu erläutern: Hat der Kunde ein Problem und braucht eine spezifische Lösung, muss ich die Anforderungen und Einsatzlängen feststellen. Dazu setze ich mich mit dem Kunden und Ingenieuren zusammen, erarbeite die besondere technische Anforderungen und muss auch die wirtschaftliche Seite betrachten. Für diese Aufgabe ist es wichtig, sich eine große Bandbreite an Wissen zu erarbeiten sowie guten Kontakt mit vielen Abteilungen, wie z.B. der Technik, Qualitätsmanagement und dem Einkauf, zu hegen und zu pflegen.

Als Account Manager bleibt man bei TE Connectivity meist drei bis fünf Jahre in der Position und kann dann den nächsten Karriereschritt machen. Ich hätte auf jeden Fall gerne Führungs- und Personalverantwortung. Mein persönliches Ziel ist es, noch tiefer in Richtung Applikationen vorzudringen. Applikationen im Fahrzeug sind zum Beispiel Steuergeräte. Mit anderen Worten: Wir müssen schauen, welche Steckverbinder zu diesem Steuergerät passen. Es könnte auch sein, dass ein passender Steckverbinder erst dafür entwickelt werden muss. Der technische Aspekt würde mehr in den Mittelpunkt meiner Arbeit rücken – und ich könnte mich intensiver mit Zukunftstechnologien befassen.

Mein Umfeld:

Ein ganz normales Büroumfeld umgibt mich. Dem Motorsport bin ich weiterhin treu verbunden: Seit zwei Jahren arbeite ich ehrenamtlich im Organisationsteam der Formula Student Germany, bin auch immer am Hockenheimring mit dabei. Für diese Aufgaben hat mich TE freigestellt, da sie die Formula Student unterstützen: einerseits um Kontakt zu Studierenden zu hegen und zu pflegen, aber auch zu anderen Firmen vor Ort zu knüpfen.

Als Frau habe ich bewiesen, dass ich technisches Verständnis besitze. Nach wie vor muss man den Männern aber zu Anfang verdeutlichen, dass man einen guten technischen Background besitzt.

Eine große persönliche Herausforderung ist es für mich weiterhin, neue Kollegen in Sachen technischem Verständnis zu überzeugen. Es ist wichtig zu zeigen, dass man technisches Grundverständnis besitzt, sonst wird man behandelt, als ob man keinerlei technisches Verständnis besitzt. Zudem kann man mit den Entwicklungsingenieuren auf einer anderen Ebene diskutieren und wird in mögliche Design-Entscheidungen miteinbezogen. Denn man kann auch als „Außenstehende“ einen positiven Einfluss darauf nehmen.

Mein Gehalt:

Das Gehaltsgefüge ist dem Markt angepasst. Von Anfang an habe ich keinen Unterschied gespürt, der sich vom Hochschulabschluss ableitet oder ob man männlich oder weiblich ist. Man wird nach Leistung bezahlt.

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