Arbeiten bei Reckitt Benckiser Mit der Kondom-Challenge auf Erfolgskurs

Als Junior Brand Managerin für Durex Kondome hat Fay Heinson gelernt, ganz seriös über Safer Sex zu sprechen. Und ganz sicher auf ihrer Karriereleiter aufzusteigen.

Aufgezeichnet von Anne Koschik |

Mit der Kondom-Challenge auf Erfolgskurs

Mit der Durex-Challenge ins Digitale Marketing reingewachsen:

Fay Heinson ist bei Reckett Benckiser in kurzer Zeit vom Trainee zur Brand Managerin aufgestiegen.

Foto: Reckitt Benckiser

Zuerst hatte sie Berührungsängste. Dann stellte sie fest, wie seriös Manager über Kondome sprechen können. Als Junior Brand Manager war Fay Heinson beim Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser (RB) für die Kondom-Marke Durex zuständig, bevor sie am Jahresanfang zum Brand Manager für die Traditionsmarke Scholl aufstieg.

Eine schnelle Entwicklung: Für Karriere.de blickt die 27-Jährige auf ihren bisherigen Werdegang zurück. 

Mein Start

Schon immer hatte ich ein Faible für Marketing und Werbung. Und früh stand für mich fest: Es musste etwas Großes in der Konsumgüterbranche werden. Am besten ein internationales Unternehmen mit interessanten Mitarbeitern.

Dieses Zusammenspiel bringt Dynamik in meinen Arbeitsalltag. Und so etwas motiviert mich, jeden Tag mein Bestes zu geben.

Darauf habe ich hingearbeitet. Deshalb habe ich meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing und Management an der Frankfurter Goethe-Universität gemacht. Im Anschluss habe ich einen reinen Marketing-Master an der Amsterdam Business School absolviert.

Bewusst habe ich mich dann im November 2015 für ein Sales- und Marketing-Traineeprogramm bei Reckitt Benckiser (RB) entschieden. Ich bin mir sicher: Man muss den Vertrieb verstehen, um gutes Marketing zu machen.

Zwei freiwillige Praktika gaben den Ausschlag: eines bei einer Werbeagentur, ein weiteres in der Marketingabteilung bei dem amerikanischen Spielzeugkonzern Mattel. Auf diesem Weg kam ich zur Konsumgüterindustrie. Und zu RB in Heidelberg.

Meine Chance

Gleich im zweiten Jahr meines Traineeships führte mich der Weg zu Durex, wo ich dann noch ein weiteres Jahr als Junior Brand Manager beschäftigt war. Bei Durex geht es um sexuelles Wohlbefinden und sicheren Sex rund um das Produkt Kondome.

Zunächst war es schon ein wenig ungewohnt, wie seriös im geschäftlichen Kontext über Kondome verhandelt wurde.

Doch schnell war ich sehr stolz, über diese weltbekannte Marke zu sprechen, bei der es um ein gesünderes, besseres Leben für die Menschen geht – auch im privaten Umfeld habe ich schnell gerne über meine Arbeit erzählt. Weil sie einfach sinnvoll ist.

In einem aktuellen Projekt wollte Durex Jugendliche zu mehr Verantwortung animieren, sie über Geschlechtskrankheiten und ungewollte Schwangerschaften aufklären. Und ihnen vor allem die Angst nehmen, Kondome zu kaufen. Denn für viele Jugendliche ist es immer noch peinlich, Kondome auf das Band an der Kasse zu legen.

Anlass war eine globale Studie, die sich mit dem Sexualleben junger Menschen im Gefolge von Tinder und dem ausgeprägten Single-Leben befasste. Ein Ergebnis: Die Befragten wollten sich mehr über die Gefahren informieren.

Und es gilt, Ängste zu überwinden. Fast jeder fünfte Jugendliche empfindet es bisher als unangenehm, ein Kondom zu kaufen, und hat es deshalb auch schon mal lieber gelassen.

Deshalb haben wir in Deutschland ein neues Produkt für den globalen Markt entwickelt, das durch seine diskrete Verpackung weniger deutlich als Kondom erkennbar ist. Das nimmt jungen Menschen die Hemmungen, ein Kondom zu kaufen.

Diese Aufgabe war schon sehr aufregend. Ich habe in kurzer Zeit sehr viel Neues gelernt und unser Team in Deutschland hatte alle Freiheiten, die Idee umzusetzen. Gleichzeitig hatten wir aber auch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Als ich das neue Produkt am Ende wirklich in der Hand hielt, war das ein fast magischer Moment. Monatelang hatten wir daran gearbeitet. Und jetzt ist es real. Das habe ich wirklich mit entwickelt, ohne mich gäbe es das nicht. Gänsehaut und stolz ohne Ende!

Jetzt waren neue Ideen für die Kommunikation gefragt: Wie bringen wir das Thema der jungen Zielgruppe näher? Influencer sollten die Nähe schaffen und die Zielgruppen auf relevante Weise erreichen.

Meine Herausforderung

Zunächst schaute ich mich in der Szene um: Welche Influencer brachten die notwendige Reichweite? Welche waren glaubwürdig und kooperieren nicht wahllos mit beliebigen Marken? Welche eigneten sich, um sie auf lange Sicht als Botschafter von Durex zu installieren?

Die Antwort auf die Fragen: Eine Zusammenarbeit mit dem Youtuber und Influencer Jonas Ems. Mit ihm gemeinsam haben wir unsere sogenannte Durex-Challenge entwickelt.

Darin tritt Jonas Ems in mehreren Videos in einem sehr persönlichen „Wahrheit oder Pflicht“-Spiel gegen andere Influencer an. Außerdem geht er auf die Straße und fragt Passanten in der Stadt nach ihren Kauf- und Gebrauchsgewohnheiten von Kondomen und klärt sie über unsichtbare Geschlechtskrankheiten auf.

Von den Fans in den Social-Media-Kanälen gab es jede Menge positive Rückmeldungen. Aufgrund der gelungenen Mischung aus Spaß und Verantwortung war die Kampagne auf Instagram, Facebook und vor allem auf Youtube ein echter Erfolg. Die häufigste Reaktion: „Super, dass ihr das Thema aufgreift.“

Solche kreativen Konzepte haben natürlich viel mit vorausschauender Planung und auch Ausprobieren zu tun: Neue Entwicklungen und Prozesse müssen beachtet werden.

Und für mich ging es darum, digitale Kanäle und Strategien zu prüfen.

Bei Durex bin ich auf diese Art voll und ganz ins Digitale Marketing reingewachsen.

Mein Umfeld

Die Arbeit in der Marketing-Abteilung gefällt mir. Speziell mit meiner Vorgesetzten hatte ich großes Glück: Sie hat schnell erkannt, dass mir die Kombination von Strategie und Kreativität sehr liegt. Sie hat mich direkt gefördert – und gefordert.

Verantwortung gehörte für mich vom Start an dazu – was ich toll finde: Es kommt nicht alle Tage vor, dass man so früh für ein komplettes Produkt verantwortlich ist, auch wenn das bei RB sehr gefördert wird. Und Zahlen abliefert, die erreicht werden sollten.

Da steckte viel Arbeit drin, aber es hat mir auch viel Spaß gemacht.

Dass ich das geschafft habe, liegt natürlich auch am kollegialen Miteinander und den flachen Hierarchien: In unserem achtköpfigen Team arbeitet jeder mit jedem und tauscht sich über Konzepte aus – vom Praktikanten bis zum Chef.

Da geht es im Alltag auch mal ziemlich lebendig her, aber der Austausch und Input ist hoch.

Ich vergleiche das auch gerne mit der Mentalität eines Start-ups. Kollegen werden hier zu Freunden, das macht die Arbeit agiler und insgesamt schneller.

Spaß macht dabei auch, dass wir nicht nur als Unternehmen, sondern auch unter den Kollegen sehr international sind: Mehr als 25 Nationen sind allein bei RB in Heidelberg vertreten.

Und: Wöchentliche Eins-zu-Eins-Gespräche mit dem direkten Vorgesetzten sind bei RB Standard, genau wie die Karrierebegleitung durch Mentoren.

Meine Entwicklung

Bereits ein Jahr nach meinem Traineeship bin ich zur Brand Managerin aufgestiegen, was ich schon als etwas Besonderes empfinde. Denn eigentlich erfolgen alle anderthalb bis zwei Jahre die Schritte vom Junior Brand Manger zum Brand Manager, dann zum Senior Manager bis zum Category Marketing Manager.

Bei Reckitt Benckiser ist dieser Weg aber nicht in Stein gemeißelt: Wechsel in andere Abteilungen sind möglich – zum Beispiel aus dem Marketing in den Vertrieb.

Seit Anfang des Jahres habe ich nun den Lead Market für Scholl in Europa, Australien und Neuseeland übernommen. Ich werde in der Funktion insbesondere meine Digitalexpertise einbringen und arbeite gerade zum Beispiel an einem TV-Werbespot – dafür haben wir jetzt gedreht.

Scholl ist auch eine RB-Marke, doch die Zielgruppe hat sich für mich mit dem Wechsel deutlich verändert: Im Bereich Fußpflege sprechen wir eine Klientel mit einer anderen Altersstruktur an – und eine vorwiegend weibliche Kundschaft.

Werbemaßnahmen auf Google und in den sozialen Netzwerken sind jetzt erstmal mein Thema. Content-Erstellung, Videos und Kampagnen – das sind meine Aufgaben.

Ich kann viel entwickeln, was noch nicht existiert, ich muss herausfinden, was der Konsument in dem Produkt sieht und das dann in Werbesprache übersetzen.

Und für mich persönlich ist als neuer Bereich hinzugekommen, dass ich jetzt Werbung fürs Fernsehen nicht nur mitplane, sondern auch bei der Produktion mitwirke. Das ist nochmal eine andere Ebene, als Filme für Youtube zu produzieren.

Mein Gehalt

Meine Vergütung ist „marktgerecht“ und durchaus attraktiv. Und sie kann sich je nach Leistung recht dynamisch entwickeln.

Nur die Traineegehälter sind im Voraus für zwei Jahre festgesetzt. Als Bonus lockt die Garantie auf Übernahme. In den anschließenden Positionen gibt es jeweils ein Fixum plus einen Bonus, der mit Erreichen der vereinbarten Ziele ausgezahlt wird.

Es gibt aber einiges über das gute Grundgehalt und den attraktiven Bonusanteil hinaus. Für alle Mitarbeiter im Unternehmen gibt es Zuzahlungen fürs Fitnessstudio, Jobtickets, individuell anpassbare Aktien-Sparpläne und Vertrauensarbeitszeit.

Es ist auch möglich, im Homeoffice zu arbeiten oder verschiedene Teilzeit-Modelle, sollte das Thema Familie für mich aktuell werden. Homeoffice mache ich gerne, wenn ich zum Beispiel Präsentationen vorbereiten muss und meine Ruhe brauche.

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