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Arbeiten bei Lidl Dieser Mann hat Erfolg mit einem Schwarzwald-Gin

Wie ein junger Sommelier Karriere bei einem Discounter macht.

Von Anne Koschik |

Erst Gastronomie, dann Handel: Christian Leyhs Faible für Restaurants und die französische Sprache brachten ihn früh mit dem Thema Wein in Kontakt. Mit geschärftem Geschmackssinn entwickelt der gelernte Sommelier heute Spirituosen für den Discounter Lidl. Das lohnt sich für den 31-Jährigen.

Mein Start

Als ich nach meinem Studium 2015 zu Lidl kam, hatte ich schon sehr viel Berufspraxis im Gepäck. Ich habe in Straßburg Restaurantfachmann gelernt und in Paris eine Sommelier-Ausbildung abgeschlossen. Mein Fachwissen habe ich anschließend an der Hochschule Heilbronn mit einem Bachelorstudium der Weinbetriebswirtschaft ausgebaut.

Dabei habe ich früher eigentlich nie Wein getrunken. Der Zufall brachte uns zusammen – und meine gute Sensorik half mir bei der Ausbildung.

Im sächsischen Zittau, wo ich aufgewachsen bin, arbeitete die dortige IHK mit der französischen „Chambre de Commerce et d’Industrie“ in Straßburg zusammen. Ich bekam die Gelegenheit, im Elsass eine zweijährige Ausbildung als Restaurantfachmann zu machen.

Danach entschied ich mich, für die Sommelier-Ausbildung nach Paris zu gehen. Denn in Straßburg war mir diese exzessive Affinität der Franzosen zum Wein bewusst geworden. Das ist ein faszinierendes Produkt, mit dem ich mich einfach weiter beschäftigen wollte. Paris wählte ich deshalb, weil dort exzellente Restaurants vorhanden sind und Wein einen hohen Stellenwert besitzt.

Das merkt man unter anderem an der Anzahl der Verkostungen, die täglich stattfinden und durch die der Geschmackssinn weiterentwickelt wird.

Zu der Ausbildung gehörte auch die Arbeit in einem Restaurant. Bewusst wählte ich die gehobene, aber nicht besternte Gastronomie. Ich wollte gerne Verantwortung übernehmen und so viel wie möglich lernen. Studienkollegen in Sternerestaurants wurden teilweise nur wenige verantwortungsvolle Aufgaben übergeben. Das wäre nichts für mich gewesen.

Das Studium in Heilbronn gab mir den letzten Schliff. Und da aufgrund des Hauptsitzes Lidl dort sehr präsent ist, weckte das mein Interesse, mich bei Veranstaltungen vor Ort direkt über das Unternehmen und seine Jobmöglichkeiten zu informieren.

Meine Chance

Nach meinem Bachelorabschluss habe ich mich nicht nur beim Handel beworben, sondern auch in Produktionsbetrieben. Lidl hat sofort auf meine Bewerbung geantwortet und mich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Und dann kam auch gleich die Zusage.

Die Schnelligkeit gab mir als Bewerber ein gutes und verlässliches Gefühl.

Als Junior-Einkäufer habe ich bei Lidl angefangen. Ich hatte eine lange und intensive Einarbeitungszeit von sechs Monaten. Dabei erhielt ich ein breites Wissen über den gesamten Einkaufsbereich, konnte mich aber schon auf meine Warengruppe rund um Spirituosen und Bier spezialisieren.

Ich war glücklich darüber, dass ich mich um das Getränkesortiment für Lidl Deutschland kümmern darf, weil ich darin einfach die meiste Erfahrung habe. Allerdings sind Lebensmittel grundsätzlich meine Leidenschaft. Und als Weinsommelier und Getränke-Einkäufer sollte man in meinen Augen nicht nur auf diesem Gebiet ein Kenner sein, sondern beispielsweise auch wissen, welche Käsesorten oder Speisen zu bestimmten Weinen passen oder welche Gewürze den Geschmack eines Drinks beeinflussen.

Man benötigt also ein enormes Wissen über Nahrungsmittel.

Meine Herausforderung

Grundsätzlich finde ich alle Spirituosen interessant und beschäftige mich tagtäglich intensiv mit dem deutschen Getränkemarkt.

Schon im ersten Jahr meiner Unternehmenszugehörigkeit zeichnete sich ab, dass Gin ein Trendthema für Lidl werden könnte. Die Marktzahlen deuteten damals auf ein sehr großes Potenzial auch für Discounter hin. Meine Aufgabe war es dann, auf Lieferanten zuzugehen, um das Produkt nach meiner Vorstellung entwickeln zu lassen. Selbstständiges Arbeiten ist dafür Voraussetzung.

Obwohl Lidl in dieser Zeit schon zwei Ginsorten im Sortiment hatte – einen Listungs- und einen Aktionsartikel – habe ich für mich entschieden, eine neue Variante anzubieten. Mir war es wichtig, einen weiteren Trend mit zu verarbeiten – nämlich Regionalität. So kam es zum Schwarzwald-Gin.

Meiner Meinung nach ist der Schwarzwald in Deutschland eine Region, die sehr traditionsbewusst ist. Dort gibt es kulinarische Spezialitäten, den Bollenhut, den wir symbolisch auf dem Etikett verwenden, und den Fichtenwald. Die Nadel ist das Besondere des Gins: Das holen wir gebrannt ins Glas. Botanicals fließen ja typischerweise in viele Ginsorten ein.

Fest im Sortiment ist das Produkt im Südwesten rund um den Schwarzwald und als Aktionsware deutschlandweit erhältlich. Mittlerweile gibt es sogar acht Varianten des Schwarzwald-Gins mit zusätzlichen Botanicals wie Himbeere – der Pink Gin –, Zitrone oder Orange.

Meine Entwicklung

Die Warengruppe hat sich sehr gut entwickelt. Wir bieten unseren Kunden eine breite Auswahl an alkoholischen und alkoholfreien Getränken – egal, ob Spirituosen Biere, Säfte, Limonaden, Kaffee und Tees.

Das Schöne ist, dass ich zwar Zielvorgaben aber trotzdem meine Freiheiten habe. Die höchsten Anforderungen stelle ich mir aber ohnehin selbst. Wenn ich etwas erreicht habe, will ich immer noch etwas on top setzen.

Als Junior habe ich etwa eineinhalb Jahre gearbeitet und aktuell als Einkäufer die nächste Karrierestufe erreicht.

Mein Umfeld

Wir sind eine junge Mannschaft im Einkauf, ein kollegiales Team von circa 15 bis 20 Kollegen. Ich komme gerne hierhin.

Das Schöne für mich als Einkäufer ist, dass ich direkt an der Schnittstelle zu anderen Unternehmensbereichen tätig bin. Mit der Marketing-Abteilung entwickle ich zum Beispiel das Design eines Produktes. Beim Gin haben wir nach der Fertigstellung auch mit Influencern zusammengearbeitet und Journalisten bei verschiedenen Veranstaltungen das Produkt vorgestellt.

Natürlich habe ich einen direkten Draht zur Qualitätssicherung und tausche mich mit dem Aktionsmanagement oder dem Warengeschäft aus, damit das Produkt letztlich auch in die Filialen kommt.

Mein Gehalt

Bei Lidl erhalte ich gutes Geld. Ich bin sehr zufrieden. Mich motiviert jedoch nicht nur Geld, sondern die Möglichkeiten, die ich bei Lidl habe.

Was ich entwickle, kann ja auch für die Unternehmensentwicklung förderlich sein. Ich trage eine große Verantwortung, habe viele Herausforderungen. Das spornt mich wirklich an.

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