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Arbeiten bei Bain Aus der Bank in die Strategieberatung

Götz Meyer arbeitete drei Jahre lang als Vermögensverwalter. Nun ist er für die Strategieberatung Bain tätig. Der Wechsel hat seine Karriere beflügelt.

Aufgezeichnet von Anne Koschik |

Aus der Bank in die Strategieberatung

Meeting in der Strategieberatung

In den Team-Meetings darf jeder seine Meinung äußern – sei es Praktikant oder Partner. Für den Kunden soll die beste Lösung gefunden werden.

Foto: Bain

Sein Karriereziel war klar: In die Bankenbranche sollte es gehen. Götz Meyer, 27, studierte an der Frankfurt School of Finance & Management und arbeitete auch drei Jahre lang im Asset Management. Doch dann entschied er sich für eine Karriere bei der Strategieberatung Bain. Welche Perspektiven er nun hat und wie ihm der Wechsel gelungen ist, hat er karriere.de erzählt.

Mein Start

In die Unternehmensberatung zu gehen, war eigentlich nicht mein Ziel: Eine große Bank sollte es werden, wenn ich erste Erfahrungen im Asset Management gesammelt hatte. So war der Plan. Ich studierte also an der Frankfurt School of Finance & Management, machte meinen Bachelor in Management, Philosophy and Economics und setzte den Master of Finance oben drauf. Durch einen Werkstudentenjob kam ich in Kontakt mit einer Frankfurter Asset-Management-Boutique, bei der ich nach meinem Studium dreieinhalb Jahre tätig war.

Als ich mich verändern wollte, fragte ich mich: Wohin? Auf den Trading-Floor einer Bank? Oder vielleicht ins Transaction Banking? Oder doch ins Kapitalmarktgeschäft? Die Antwort lautete jeweils nein. Über die Empfehlung eines Bekannten kam ich zu Bain, eine der großen drei Strategieberatungen in Deutschland.

In meiner Rolle im Asset Management hatte ich bereits viele Berührungspunkte mit strategischen Themen. Auch mein Wunsch nach einem Job mit direktem Kundenkontakt konnte sich in der Beratung erfüllen.

Und nicht zuletzt verzeichnet Bain gerade ein enormes Wachstum im deutschsprachigen Raum, der Bedarf an Talenten mit Erfahrung im Finance sei groß, wurde mir erklärt. Also bewarb ich mich. Das ist nun neun Monate her.

Meine Chance

Meine Bewerbungsunterlagen gefielen und sehr schnell war ein Treffen mit einem Partner vereinbart. Während des Bewerbungsverfahrens musste ich drei Gespräche führen. Das erste war ein „Give and Get“-Interview, indem es hauptsächlich um die Persönlichkeit geht. Ich würde es als erstes Beschnuppern bezeichnen, bei dem ich auch über meine Erfolge sprechen konnte. 

Es folgten zwei Case-Interviews, in denen ich in der Fall-Besprechung  qualitativ und quantitativ überzeugen musste. Denn auf einem Case zu arbeiten ist tägliches Brot bei Bain. Im Mittelpunkt steht, eine Lösung für die Fragen und Probleme des Kunden zu finden und auf klare Zielsetzungen und Ergebnisse hinzuarbeiten – sei es die Unterlage für eine Vorstandssitzung oder der nächste Workshop mit dem Team.

Erst in den zwei abschließenden „Finals“ haben sich die Partner dann für mich entschieden. Ein paar Punkte haben mir dabei sicherlich in die Karten gespielt: meine ausgeprägte, analytische Fähigkeit zur Problemlösung aus Studium und bisheriger Berufserfahrung sowie meine Affinität zur Bankenbranche. Durch meine Banking-Erfahrung kann ich – glaube ich – sehr gut ableiten, welche Veränderungen in der Branche notwendig sind. Und es fällt mir leicht, durch die Brille des Kunden zu schauen.

Mein Umfeld

Bain legt großen Wert darauf, dass es menschlich passt. Denn vom Praktikanten bis zum Partner sitzen in den Team-Meetings alle an einem Tisch und jeder soll seine Ideen äußern. Schließlich geht es darum, effektive und effiziente Antworten für den Kunden zu finden. Dazu ist es notwendig, viele Aspekte zu beleuchten. Bei Bain herrscht die Grundüberzeugung, dass heterogene Teams die besten Lösungen liefern.

Dieses hierarchieübergreifende Denken gefällt mir. Die enge Zusammenarbeit im Team mit sehr erfahrenen Kollegen, mit denen ich Ideen diskutieren kann und die mir Denkanstöße geben, schätze ich sehr. Gerade zu Beginn der Karriere ist dieses permanente Lernen sehr hilfreich. Bei Bain komme ich auch mit den Partnern ins Gespräch, mit deren Unterstützung ich wirklich wachsen kann.

Zudem hilft mir die ausgeprägte Feedback-Kultur. Dadurch kann ich mich fachlich und persönlich weiterentwickeln.

Meine Herausforderung

In der Beratung habe ich sehr viel Kontakt mit Kunden – deutlich mehr als vorher. Die Beratungsbranche ist dynamisch und schnell. Das macht einerseits den Reiz aus, andererseits ist es aber auch eine Herausforderung.

Im Banking habe ich eine sehr gute analytische Grundausbildung erhalten. Doch die Methoden, Vorgehensweise und Tools, die in der Beratung zur Verfügung stehen, unterscheiden sich sehr von dem, was ich davor kannte. Die Erfahrung der Kollegen hilft mir, mich darauf einzustellen.

Als Consultant arbeite ich mit vier Kollegen daran, das Firmenkundengeschäft weiterzuentwickeln. Dabei ist auch das Thema Digitalisierung sehr relevant. Auf diesen immer wichtiger werdenden Aspekt hat mich mein Studium vor vier, fünf Jahren noch nicht unmittelbar vorbereitet. Das Thema macht mir aber dennoch keine Angst, denn Bain ist hier sehr gut aufgestellt, hat eigene Digital- sowie Advanced-Analytics-Spezialisten und arbeitet bei Bedarf auch mit anderen Unternehmen zusammen, die die notwendige Expertise in ein Projekt einbringen.

Bain erwartet ein hohes Maß an Flexibilität, nicht nur thematisch. Einen Nine-to-five-Job gibt es in der Beratung nicht. Und meine Arbeit ist damit verbunden, viel zu reisen. Und ich muss bereit sein, regelmäßig beim Kunden vor Ort zu arbeiten. Hier kommt der Team-Spirit bei Bain ins Spiel, der in stressigen und intensiven Projektsituationen zu einem angenehmen Arbeitsklima und Miteinander beiträgt.

Meine Zukunft

Als ich mich für Bain entschieden habe, war das mittelfristig gedacht. Perspektivisch kann ich den vorgezeichneten Karrierepfaden folgen. Sieben Levels sind hier zu erreichen. Erster Schritt ist Associate Consultant, gefolgt von Senior Associate Consultant, Consultant, Case Team Leader, Manager, Principal und zuletzt Partner. 

Mit jeder Position übernehmen die Berater Schritt für Schritt mehr Kundenverantwortung, auf die sie durch intensive Trainings vorbereitet werden. Es gibt unter anderem einwöchige Pflichttrainings je Level in verschiedenen Städten weltweit. Dort trifft man dann seine Peers aus anderen Büros – das sind meistens mehr als 50 Kollegen. Zudem gibt es Trainings, die Voraussetzung für eine Beförderung sind sowie zahlreiche Wahltrainings. Pro Level veranschlagt Bain ein bis zwei Jahre. Entsprechende Leistung und Motivation vorausgesetzt, kann man es vom Associate Consultant bis zum Partner in circa zehn Jahren schaffen.

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