Arbeiten als Influencerin Mit Youtube rasend schnell auf die Erfolgsspur

Diana zur Löwen hat als Influencerin auf Youtube und Instagram – neben Schule und Studium – ihr Erfolgskonzept in Sachen Medien und Mode schnell entwickelt. Um dann ihren Weg auf gesellschaftspolitischer Ebene fortzuführen.

Von Almut Steinecke |

Mit Youtube rasend schnell auf die Erfolgsspur

Inspiriert nicht nur in Sachen Mode

Diana zur Löwen hat Riesenerfolg als Influencerin auf Youtube und Instagram und engagiert sich jetzt beruflich auch im gesellschaftspolitischen Bereich.

Foto: imago images / Future Image

Von der Schülerin zum Youtube-Star: Sieben Jahre benötigte die heute 23-Jährige, um ein Millionen-Publikum für sich zu gewinnen. Der Durchbruch gelang Diana zur Löwen mit Fashion und Beauty, heute engagiert sie sich bevorzugt für Politik und Wirtschaft und ist Mitgründerin der digital orientierten Innovationsberatung CoDesign Factory für Unternehmen.

Und während andere ihre Karriere nicht starten, bevor sie nicht mindestens einen guten Masterabschluss in der Tasche haben, lief es bei Diana zur Löwen genau andersherum: Gerade erst hat sie ihren Bachelor in BWL an der Universität zu Köln abgeschlossen – mit einer glatten Zwei.

Mit der Influencerin hat sich Almut Steinecke, die für orange by Handelsblatt arbeitet, näher unterhalten.

Mein Start

Hallo Frau zur Löwen, wie war eigentlich Ihr Start in der Social-Media-Welt?
Diana zur Löwen: Ach, ich war ja noch Schülerin, als ich vor über sieben Jahren mit Social Media angefangen habe. Ich habe mir damals einfach meine Kamera samt Stativ geschnappt und meinen Hund Lilo, einen kleinen weißen West Highland Terrier, und bin in den Wald spaziert.

Dort habe ich per Selbstauslöser Fotos und Videos von mir in Outfits für den Schulalltag gemacht. Oder ich habe mich ins Wohnzimmer gesetzt und vorgeführt, was was ich in der Drogerie gekauft habe. Ich habe einfach gezeigt, was mich selbst interessiert hat.

Hatten Sie keine Angst vor der Kamera?
Nein, nie. Im realen Leben war ich damals unsicherer als vor der Kamera. Ich glaube, es gibt viele Youtuber wie mich, die das Gefühl haben, sie können im Internet mehr sie selbst sein als im wahren Leben.

Warum denn das?
Ich würde zwar nicht sagen, dass ich anders war als die anderen Teenager. Aber ich habe mich sehr für Secondhand-Kleidung und Mode begeistert.

Ich bin in Butzbach, einem Dorf in Hessen, aufgewachsen, und die meisten Gleichaltrigen dort haben sich nun einmal nicht für die Fashion Week in Berlin und für Street-Style interessiert. Im Internet habe ich dann Leute gefunden, mit denen ich mich endlich austauschen konnte.

Meine Chance

Wie waren die ersten Videos für Sie?
Ich habe mich anfangs wie in einer Blase gefühlt. Das mit meinen Videos wusste ja erst mal nicht jeder.

Und irgendwie fand ich es sehr cool, eine zweite Identität im Internet zu haben. Etwa nach einem halben Jahr mit inzwischen 5.000 Followern auf Youtube war es für mich nicht mehr so einfach und ich fühlte mich verunsichert; gerade zu Beginn machen sich andere ja gern über einen lustig.

Warum?
Da ist einerseits viel Neid dabei. Andererseits liegt es vielleicht auch daran, dass die Leute selbst unsicher und nicht mit sich im Reinen sind und das mit Hass kompensieren.

Wie sind Sie damit umgegangen?
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich das begriffen habe. Damals war es schwierig für mich, destruktiven Hass auszublenden, aber konstruktive Kritik zu erkennen und als Anstoß dafür zu nehmen, mich zu verbessern.

Was gab es denn zu verbessern?
Ich habe anfangs total oft ,ähm‘ oder ,aber‘ gesagt. Und ich habe auch zu viel gelacht beim Erzählen. Das habe ich durch die Kommentare der User gelernt und mir abtrainiert.

Mein Umfeld

Follower, Klicks – in der Social-Media-Welt dreht sich alles um Zahlen. Wie fühlt sich das für Sie an?
Ich neige leider sehr dazu, mich zu vergleichen. Wenn ich abends alleine auf meiner Couch sitze und mir Accounts von anderen bekannten ContentCreators ansehe, messe ich mich automatisch mit ihnen. Und das ist manchmal schon schmerzhaft.

Ich werde aber immer besser darin, mir bewusst zu machen, dass das nirgendwo hinführt, sondern dass es mich nur ausbremst und unglücklich macht. In solchen Momenten darf ich einfach nicht so hart mit mir selbst sein. Einer meiner Leitsätze lautet dann: ,Man ist selbst sein strengster Kritiker, dabei sollte man viel lieber lernen, sein eigener Cheerleader zu werden.‘

Meine Herausforderung

Was sagt denn Ihr innerer Kritiker zu Ihnen?
Du bist nicht gut genug. Du musst noch härter arbeiten. Du musst dich noch mehr reinhängen. Was aber gar nicht so leicht ist.

Und wie kommt dann der innere Cheerleader ins Spiel, der den Kritiker mit seinen Pompons wegwedelt?
Den rufe ich auf den Plan, indem ich zum einen Zeit mit Herzensmenschen verbringe. Also mit Menschen, von denen ich weiß: Die tun mir gut, die unterstützen mich, die mögen mich – ganz un abhängig von der Zahl meiner Follower.

Zum anderen kann ich den Kritiker durch den Cheerleader ersetzen, indem ich mich auf das besinne, was ich schon alles erreicht habe. Und wie ich mich weiterentwickelt habe.

Meine Perspektive

Können Sie ein Beispiel geben?
Mittlerweile beschäftige ich mich mit tiefsinnigeren Themen als nur Fashion und Beauty. Wenn ich heute noch ein Video über Make-up mache, gebe ich meinen Zuschauerinnen darin die Anregung, dass sie die Zeit zum Schminken parallel nutzen können, um Nachrichten oder einen Podcast zum Thema Nachhaltigkeit zu hören, in dem es zum Beispiel darum geht, wie viel CO2 sich einsparen lässt, wenn man auf Fleischkonsum verzichtet.

Oder ich habe im Sommer im EU-Parlament beim ,European Youth Event‘ einen Vortrag darüber gehalten, dass junge Menschen sich mehr für Politik interessieren sollten. Ich versuche also meinen Zuschauern zu vermitteln, wie sie Social Media nutzen können, um ihren Horizont zu erweitern und sich zu bilden.

Apropos Bildung: Ihr Abi mit den Leistungskursen Englisch und Mathe haben Sie mit einem Notenschnitt von 1,9 bestanden, Ihre Bachelorarbeit in BWL an der Uni Köln über ,Erfolgskriterien von Produktplatzierungen auf Youtube‘ mit einer glatten Zwei. Warum waren Ihnen Schule und Studium trotz Ihres Social-Media- Erfolges wichtig?
Weil ich davon überzeugt bin, dass man nie im Leben ausgelernt hat. Während meines Studiums habe ich zum Beispiel parallel noch eine Blended- Learning-Ausbildung bei der IHK als Projektmanagerin gemacht.

Blended-Learning ist eine Kombination aus klassischem Unterricht vor Ort und computergestütztem Lernen, zum Beispiel via Internet, und diese Mini-Ausbildung war eine viel praktischere Lernerfahrung als mein gesamtes Studium.

Schule und Studium haben meinen Social-Media-Aktivitäten außerdem Struktur gegeben,haben sie begrenzt. Wenn ich in der Vorlesung sitze, hat Youtube dann gerade keine Priorität. Das hat mir geholfen, auf dem Boden zu bleiben und mich nicht in der Social-Media-Welt zu verlieren.

Meine Zukunft

Und was haben Sie jetzt beruflich vor?
Ich bin bereits beruflich aktiv. Ich habe bezahlte Partnerschaften mit Unternehmen wie bebe oder C&A. Für deren Produkte werbe ich auf meinen Social-Media-Kanälen.

Damit kann ich meinen Lebensunterhalt finanzieren. Parallel bin ich Geschäftsführerin des Start-ups CoDesign Factory, das Unternehmen bei ihren digitalen Strategien berät. 

Und ich organisiere unter dem Titel ,Dreamplus‘ Events mit Themen zur Selbstfindung wie ,Mut‘ oder ,Leidenschaft im Beruf‘. So hoffe ich, die Gesellschaft dafür zu bewegen, was mich selbst bewegt: wie man seinen eigenen Weg findet.

Was hilft Ihnen dabei, Ihren Weg zu finden?
Ich habe eine Reihe von Glaubenssätzen, nach denen ich versuche zu handeln. Hierfür habe ich mir für das Wort ,Growth‘, also englisch ,Wachstum‘, etwas Besonderes ausgedacht: Für jeden Buchstaben verwende ich ein anderes Wort, was im Gesamten ,Growth‘ für mich definiert. 

,G‘, das heißt für mich ,Getting out of your comfort zone‘, also: komm‘ raus aus deiner Komfortzone, denn nur, wenn ich über meine Grenzen gehe, fange ich an zu wachsen. 

,R‘ steht für ,Read‘, weil das Lesen von klassischen Büchern für mich im digitalen Zeitalter so ein entspannender Ausgleich ist.

,O‘ steht für ,Open up‘: Ich will offen bleiben und nicht nur auf meinen Kopf hören, sondern auch auf meinen Bauch, um nicht auf der Stelle zu treten.

,W‘ steht für ‚Why‘, das ,Warum‘, mit dem ich mich immer wieder selbst hinterfrage, um herauszufinden, was ich wirklich will und was nicht.

,T‘ bedeutet ,Time management‘, was für mich wichtig ist, um immer besser Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.

,H‘ liegt mir sehr am Herzen, denn es steht für ,Helping others helps you‘. Die Devise ,wenn immer möglich, anderen zu helfen', erweitert wie kaum etwas anderes den eigenen Horizont – ich kann es nur jedem empfehlen. 

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