Mein schlimmster Job Peinlich: Der erste Auftritt im Fernsehen

Sie war jung, brauchte das Geld und wollte unbedingt zum Fernsehen: Jessica Schwarz über ihren ersten, peinlichen TV-Auftritt

Miriam Schaghaghi | , aktualisiert

Ich habe so viele schlimme Jobs gemacht! Einmal, mit 13, habe ich die ganzen Sommerferien gearbeitet, um Geld zu haben und unabhängig zu sein. Ich habe alle Treppen einer Fabrik neu gestrichen, gelb und schwarz, alles musste abgeklebt und markiert werden. Sechs Mark die Stunde habe ich verdient - aber als ich dann etwas Geld zusammen hatte, waren die Ferien rum. Draußen war's schön heiß, ich hatte aber sechs Wochen lang Lackgerüche eingeatmet.

Das Wahnsinnigste aber war etwas anderes: mein erster Fernsehauftritt. Es gibt im Dritten Programm des Bayerischen Fernsehens eine Sendung namens "Sternstunden", die läuft immer in der Winterzeit. Da sieht man dann Hansi Hinterseer, Claudia - na ja, wie die so alle heißen, diese ganzen Super-Volksmusikanten. Die singen für einen guten Zweck. Und dort habe ich im Hintergrund gestanden, im Background-Chor, mit blonden Engelslöckchen und einem schlecht sitzenden schwarzen Kleid. Nein, gesungen habe ich nicht, sondern einfach nur die Lippen bewegt - es war kein echter, sondern nur ein dekorativer Background-Chor.

Ich stand also zwei Stunden lang hinter Roger Whittaker und Hansi Hinterseer, und die ganze Zeit kamen unechte Flöckchen von oben geflogen. Das muss ganz übel ausgesehen haben. Schrecklich. Da sagt man echt: "Ich war jung und brauchte das Geld. Und wollte unbedingt zum Fernsehen!" Zumindest war das echt gut bezahlt, das waren bestimmt 1500 Mark, also wahnsinnig viel Geld - da konnte ich auch einfach nicht Nein sagen.

Ja, die schlimmen Jobs kamen in der Zeit, in der man unbedingt berühmt werden wollte. Was man dafür alles gemacht hat! Dabei war ich damals gar nicht mehr sooo jung, ich war 19. Die Sendung habe ich mir nie angeschaut, aber ein Freund hat es damals aufgenommen. Irgendwann, sagt er, will er das Video laufen lassen. Ich bin sehr froh, dass er es nicht bei meinem 30. Geburtstag gezeigt hat."

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