Mein schlimmster Job "McDonald's war eine harte Nummer"

Paris, Hauptstadt der Gourmets? Mitnichten, sagt Moritz Bleibtreu. Als Au-Pair jobbte er bei McDonald's - mitten im Müllschlucker.

Martin Schaghaghi | , aktualisiert

Mein schlimmster Job? Das kann ich definitiv sagen: Ich habe drei Monate lang in Paris bei McDonald's gearbeitet. Das war echt Schinderei. Da war ich 17 einhalb oder so, und habe neun Francs die Stunde bekommen, also etwa drei Mark. Das war nix, gar nix! Acht Stunden dauerte jede Schicht. Aber ich brauchte halt Geld. Ich war zu der Zeit als Au-Pair in Paris, musste tagsüber auf ein Mädel aufpassen, hatte aber den Nachmittag frei.

Weil die Kohle vom Au-Pair-Job aber nur für mein Zimmer gereicht hat, musste ich nachmittags arbeiten. Ich hatte ja nur recht begrenzte Französisch-Kenntnisse, darum war McDonald's die einzige Möglichkeit. Ich habe dort die Sprache gelernt und viele, viele Leute kennen gelernt. Denn in Frankreich ist McDonald's nicht der Arbeitsplatz von armen Ex-Hartz IV-empfangenden Frauen ab Mitte 50, wie in Deutschland, sondern von Kids und Studenten. Das war wenigstens cool.

Aber der Job? War wahnsinnig anstrengend. Obwohl Frankreich ja als Land der Gourmets gilt - was ich übrigens nicht unterschreibe. Fast Food ist dort echt angesagt, viel mehr als in Deutschland. Und ich war am Boulevard St. Michel - da standen die Leute in der Rush-Hour bis an die Tür. Entweder habe ich morgens um 5.30 Uhr angefangen, da musste ich die ganzen Maschinen und Geräte sauber machen. Oder ich war abends da und musste die Klos reinigen.

Das Schlimmste war: Müllraum entleeren. Bei McDonald's hat man noch nie eine Mülltüte gesehen, richtig? Man schmeißt das Zeug immer nur durch die Klappe in einen Behälter. Jedenfalls werden die Dinger, wenn sie voll sind, in einer Art Müllschlucker entleert, und der ganze Mist landet in einem großen Raum. Da stand ich wirklich bis zum Knie in Gurken-Majonäse-Pommes-Ketchup-Cola-Überresten. Das, echt, das war gewöhnungsbedürftig. Das macht keinen Spaß. Müllraum saubermachen, das war richtig schwierig. McDonald's war eine harte Nummer!"

Moritz Bleibtreu, 36, Schauspieler, war zuletzt unter anderem in "München" und "Elementarteilchen" zu sehen.

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