Mein schlimmster Job Körbe bei der Kundenwerbung

Fremde Menschen ansprechen, die in Eile sind und diesen auch noch eine Kundenkarte andrehen - das ist eine Kunst für sich. Das hat auch Uwe Schroeder-WIldberg einsehen müssen. Der tolle Studentenjob im Anzug war doch nicht so einfach, wie er dachte.

Diana Fröhlich | , aktualisiert

Ein Studentenjob, bei dem ich einen Anzug tragen musste - das hörte sich für mich zunächst nach einer interessanten und finanziell einträglichen Aufgabe an. Deshalb zögerte ich nicht lange, als ich die Anzeige vom Kaufhof am schwarzen Brett meiner Universität gesehen habe. Das Warenhaus suchte für die Standorte Mannheim und Heidelberg Aushilfen, die Kundenkarten an den Mann und die Frau bringen sollten. Mit dem Vorläufer der heutigen Payback-Karte konnte man beim Einkaufen richtig sparen - je mehr Geld man ausgab.

Meine Aufgabe war es nun, stundenlang im Eingang zu stehen, fremde Menschen anzusprechen und sie von den Vorteilen der Kundenkarte zu überzeugen. In der einen Hand hatte ich immer ein Klemmbrett und einen Kugelschreiber, so dass die Kunden, die ich gewonnen hatte, das Anmeldeformular auch direkt unterschreiben konnten.

Doch so einfach, wie das klingt, war es nicht: Die Luft im Kaufhaus war warm und stickig, es gab keine Fenster und durch die Tür zog es. Zudem waren die meisten Kunden in Eile und hatten in der Hektik selten Lust, sich von mir überzeugen zu lassen. Ich versuchte, sie mit ein paar lockeren Sprüchen aufzuhalten - was mir gelang, aber leider nicht immer. Ich weiß nicht, wie oft ich den Satz "Nein, ich habe kein Interesse" gehört habe.

Schon nach wenigen Tagen wusste ich allein beim ersten Blick auf eine Person, ob es sich lohnte, sie anzusprechen. Mütter mit Kinderwagen zum Beispiel ließ ich einfach passieren. Trotzdem ging ich gerade zu Beginn motiviert an die neue Aufgabe ran. Schon nach dem Abitur habe ich als Banklehrling gerne Kontakt mit Kunden gehabt und sie anzusprechen, fiel mir nicht sonderlich schwer. Aber natürlich habe ich mir im Kaufhof auch Körbe eingefangen.

In dem Nebenjob konnte man immerhin ganz gut verdienen. Bezahlt wurde pro Kundenkarte, die erfolgreich den Besitzer wechselte. An guten Tagen ging ich nach fünf Stunden mit 100 Mark nach Hause, was viel Geld war. Nach vier Monaten habe ich trotzdem gekündigt. Für mich war es eine interessante Zeit und eine gute Schule.

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