Mein schlimmster Job Gebrochener Elvis

Bürger Lars Dietrich, 36, Entertainer und Musiker, lernte für eine Fernseh-Show - vergeblich - das Eislaufen. Die logische Folge: Mitten in der Produktion stürzte er und landete im Krankenhaus. Für ihn steht deshalb fest: Nie wieder Eislaufen.

Mariam Schaghaghi | , aktualisiert

Mein schlimmster Job war definitiv, als ich mir vor zwei Jahren bei Katarina Witts TV-Show ,Stars auf Eis‘ das Bein brach. Vorher wollte ich nicht mal lernen, Schlittschuh zu fahren. Nun bin ich aber eine Rampensau. Und die Aussicht, bei einer tollen Show dabei zu sein zumal ich mein neues Swing-Album promoten konnte, das reizte mich. Und natürlich Kati. Also habe ich mich beschwatzen lassen.

Erst mal musste ich die Basics lernen. Anstrengend. Wir haben offiziell festgestellt, dass ich für den Sport nicht geeignet bin. Ich bin ausgebildeter Balletttänzer. Für den klassischen Tanz müssen die Beine anatomisch nach außen gerichtet sein. Sind sie bei mir. Für den Eislauf aber müssen sie nach innen stehen und leicht gebeugt sein. Ich sah also meistens völlig steif aus und kriegte es nicht hin. Die Jury hat mich immer zur Sau gemacht: Ich wäre doch Tänzer und hätte als Stuntman gejobbt, da müsse doch mehr drin sein.

So wurde aus dem Spaß immer mehr Stress. Das Training wurde härter, von Mal zu Mal gab es neue Aufgaben Hebefiguren, Sprünge, Pirouetten, und meine Partnerin, die auf dem Eis steht, seitdem sie drei ist, wurde immer ungeduldiger. Dabei plagte ich mich total! Morgens um sieben ging’s los, bis zu fünf Stunden Training, die Halle war eiskalt, meine Füße schmerzten in diesen klumpigen Schuhen. Ich hatte überall Blasen und blaue Flecke. Furchtbar. Die Jury gab mir in jeder Show schlechte Noten, aber das Publikum wählte mich dauernd wieder rein. Dabei wäre ich froh gewesen, wenn die Qual ein Ende gehabt hätte. Zumal ich gleichzeitig Vater wurde und meine Frau mich zu Hause brauchte.

Die Natur gab ihm keine Eisläufer-Beine

In der sechsten Folge kam es zum Äußersten. Ich trug ein Elvis-Kostüm mit weißem Umhang, tanzte zu ,Love me tender‘ und knallte nach einem Sprung hin. Als ich aufstehen wollte, gehörte der Fuß nicht mehr zum Bein. Ich habe mit dem Bruch noch einen Spagat gemacht, mich verbeugt, von der Jury tadeln und von Kati auslachen lassen. Hinter der Bühne wurde dann der Notarzt gerufen. Ich kam noch als Elvis in die Klinik. Die Diagnose: Wadenbeinbruch. Es dauerte sechs Monate, bis der Verband ab war, und ein Jahr, bis ich wieder laufen konnte. Das war natürlich fatal. Für mich als Künstler ist mein Körper ja mein Kapital. Und das stand alles auf der Kippe.

Nun, das Ganze war eine Erfahrung. Ich bin froh, alles gut überstanden zu haben. Der Unterhaltungswert war sicher groß. Aber ich geh nie, nie, nie wieder aufs Eis.

Zur Person
Bürger Lars Dietrich, 36, Entertainer und Musiker, wurde in Potsdam geboren. Die Geschichte seiner Jugend und wie er in der DDR zum Rapper aufsteigen wollte, erzählt er in seinem Buch "Schlecht Englisch kann ich gut" (Rowohlt, 238 Seiten, 8,95 Euro).

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