Mein schlimmster Job Blamage im Kabellager

In der Handelsblatt-Serie "Mein schlimmster Job" erzählen Prominente aus Wirtschaft, Politik und Kultur von ihren ersten skurillen Erfahrungen im Berufsleben. Diesmal: Sven Hennige. Der Zentraleuropa-Chef der Personalberatung Robert Half erlebte einige Pannen mit dem Gabelstapler und der Heckenschere.

Claudia Obmann | , aktualisiert

In der Produktionshalle, in der ich meinen schlimmsten Job erlebt habe, war es heiß, dunkel und schmutzig. In der Firma im Schwäbischen wurden Kabel produziert. Meine Aufgabe in den Semesterferien war es, von morgens bis abends die großen Kabeltrommeln zunächst zur Waage zu befördern und von da aus ins Regallager oder zum Lkw zu verfrachten. Die schweren Holztrommeln mit 1,5 bis zwei Meter Durchmesser ließen sich aber manchmal gar nicht mehr von Hand schieben. Dann musste ich versuchen, sie auf eine Sackkarre zu hieven und sie damit zu befördern.

Nur die allergrößten der Trommeln wurden bequem mit einem Gabelstapler transportiert. Ich habe mich in der Werkshalle bei 30 bis 40 Grad so angestrengt, gekeucht und geschwitzt, dass ich mich regelmäßig in der Mittagspause auf den Speicher verdrückt habe. In den dort oben gelagerten Kartonagen hielt ich ein Nickerchen, um wieder zu Kräften zu kommen.

Träume vom Golf GTI

Dabei träumte ich meist von meinem schicken Golf GTI, den ich mir von meinem gesparten Lohn kaufen wollte. Die Kollegen waren mir - dem einzigen Studenten in der Gruppe und noch dazu Sohn des kaufmännischen Leiters der Firma - nicht allzu wohlgesonnen und machten sich gern über mich lustig. Besonders schlimm war ihr Spott, als mir eine der größten Kabeltrommeln beim Transport ins Lager vom Gabelstapler rutschte und zerbrach.

Daraufhin schickte mich der Meister mit den Worten "Jetzt geben wir dir mal eine leichte Aufgabe" raus auf das Firmengelände, wo ich eine Hecke stutzen sollte. Ich freute mich, der Höllenhitze entkommen und an der frischen Luft zu sein. Und stutzte begeistert mit der elektrischen Heckenschere die Sträucher. In meinem Eifer durchtrennte ich aber nach fünf Minuten das Stromkabel - damit avancierte ich endgültig zum Deppen der Nation.

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