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Karrierechancen Mühsamer Weg: Erst ein Drittel der Aufsichtsratsposten in Frauenhand

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Dax-Konzerne ist im Schnitt auf über 30 Prozent gestiegen – allerdings nur in Unternehmen, für die es verbindliche Vorgaben gibt. In den Vorständen dagegen tut sich weiterhin wenig.

dpa |

Mühsamer Weg: Erst ein Drittel der Aufsichtsratsposten in Frauenhand

Auf einsamem Posten

In die obersten Etagen der Konzerne dringen Frauen nur langsam vor. Die Quote in den Aufsichtsräte hat jetzt erstmals die 30-Prozent-Marke überschritten.

Foto: imago images / Westend61

Die vor vier Jahren eingeführte Frauenquote wirkt – aber nur langsam. Wie die Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) jetzt bekannt gab, ist der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten der 185 im Dax, MDax und SDax sowie der im Regulierten Markt notierten, voll mitbestimmten Unternehmen seit 2015 um elf Prozentpunkte auf 30,9 Prozent gestiegen. 2018 lag die Quote noch bei 28,1 Prozent.

In den 105 der Quote unterliegenden Unternehmen erreichte der Anteil 33,9 Prozent. Das Überschreiten der 30-Prozent-Marke nennt die FidAR einen „Rekordwert“.

Männer dominieren weiterhin die Spitzenpositionen

Bei den 80 nicht von der Quote betroffenen Dax-Unternehmen stieg der Anteil dagegen seit 2015 nur wenig und liegt bei 21,6 Prozent.

In den Vorständen der untersuchten Unternehmen ist der Anteil der Frauen viel geringer. Seit 2015 stieg er demnach nur um 4,2 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent. Bei den „Quotenunternehmen“ seien es 9,6 Prozent, bei denen ohne Quote 8,5 Prozent.

Der diesjährige Women-on-Board-Index bildet FidAR zufolge den Stand vom 30. April dieses Jahres ab. Der WoB-Index untersucht seit 2010 regelmäßig den Frauenanteil in Spitzenpositionen der deutschen Wirtschaft.

Messbare Veränderungen nur durch gesetzlichen Druck

Das seit Mai 2015 geltende Gesetz schreibt neben der Quote von 30 Prozent im Aufsichtsrat für die rund 100 größten börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen für rund 4000 weitere Firmen vor, sich selbst Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und anderen Führungsgremien zu geben.

Oft wird dort jedoch die „Zielgröße Null“ festgelegt. „Noch immer haben 122 der 185 untersuchten Unternehmen keine Frau im Vorstand“, teilte FidAR mit. Von diesen planen 69 weiterhin mit Zielgröße Null bis maximal 2022.

„Der WoB-Index zeigt deutlich, dass leider nur gesetzlicher Druck zu messbaren Veränderungen führt“, teilte FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow mit. „Zu viele Unternehmen scheinen die Zielgrößen weiterhin nicht ernst zu nehmen und planen keine oder nur geringe Erhöhungen.“

Wer mehr Chancengleichheit in Führungsetagenwolle, müsse die Quote auf die Aufsichtsräte der börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen ausweiten.

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