Die ersten 100 Tage So kommen Sie durch die Probezeit

Neuer Job und gleich die erste Herausforderung: Immer häufiger nutzen Arbeitgeber die Probezeit als verlängertes Assessment Center. Wie Sie die sieben größten Hürden nehmen.

kas/ka |

So kommen Sie durch die Probezeit

Die Probezeit ist die erste große Hürde im Job.

Gesch?ftsleute schauen auf ?bergro?e H?rde

© mauritius images

Probezeit ist Bewährungszeit. Gerade Neulinge im Unternehmen unterschätzen diese häufig. Für Personalverantwortliche ist die Probezeit immer häufiger ein erweitertes Assessment Center. Neben den fachlichen Qualifikationen geht es in dieser Phase besonders um die Teamfähigkeit und das Führungsverhalten. Solche Skills lassen sich nicht per Bewerbungsunterlagen prüfen. Nur wer diesen Test besteht, kann sicher sein, dass seines Jobs sicher sein.

Vereinbarungen im Arbeitsvertrag

Obwohl es keine gesetzlich vorgeschriebene Probezeit gibt, enthalten die meisten Arbeitsverträge Vereinbarungen zur Probezeit. Allgemein üblich sind Probezeiten von bis zu sechs Monaten. Während dieser "vereinbarten Probezeiten" gilt laut Bürgerlichem Gesetzbuch eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Triftige Gründe für die vorzeitige Beendigung muss es nicht geben.

Außerdem ist es in vielen Unternehmen üblich, am Ende der Probezeit noch einmal übers Gehalt zu sprechen – und beispielsweise eine Erhöhung zu vereinbaren, wenn der Vorgesetzte mit der Leistung des neuen Mitarbeiters zufrieden ist und dieser sich gut eingearbeitet hat. Maximal zehn Prozent des Einstiegsgehalts sind je nach Branche, Stelle und Verhandlungsgeschick drin. Diese Vorgehensweise können Bewerber auch bereits im Einstellungsgespräch so vereinbaren.

7 Stolperfallen, auf die Bewerber in der Anfangszeit achten sollten

Wer eine neue Stelle antritt, muss sich nicht nur fachlich beweisen, sondern auch die internen Spielregeln und die Unternehmenskultur kennenlernen. Dabei sollten Neulinge in einem Unternehmen die ersten 100 Tage im Job ganz besonders ernstnehmen – und drohende Fettnäpfchen geschickt umschiffen.

1. Aufgaben erfüllen: In den ersten Wochen bekommen Berufsanfänger, aber auch erfahrene Neulinge in einem Unternehmen häufig kleinere und vermeintlich weniger wichtige Projekte und Aufgaben auf den Schreibtisch.

Trotzdem sollten Sie sich auf jede neue Tätigkeit voll konzentrieren und mit Leistungsbereitschaft und Engagement überzeugen.

2. Unbedacht Duzen: Sicher ist es unangenehm, wenn alle Kollegen sich duzen – und nur man selber wird noch mit "Sie" angesprochen. Trotzdem sollten sich Arbeitnehmer in den ersten Wochen nicht dazu verführen lassen, jedem bei der ersten Begegnung gleich das "Du" anzubieten. Wer neu in einer Firma ist, verletzt in den allermeisten Fällen die Spielregeln, wenn er dabei selber die Initiative ergreift.

Warten Sie lieber ab. Wenn es üblich ist, sich in der Abteilung oder im Team mit dem Vornamen anzureden, wird man Sie als Neuling früher oder später mit einbeziehen.

3. Mitlästern: Auch wenn in Kantine und Flur viel gequatscht und getratscht wird, sollten sich Neulinge komplett in Sachen Flurfunk raushalten und sich jeden Kommentar sparen.

Viel hören, wenig sagen – das sollte Ihre oberste Regel in den ersten Wochen im neuen Unternehmen sein.

4. Unpünktlich sein: Im Stau gestanden, Zug verpasst, verschlafen – das kann einem auch einmal in den ersten Wochen passieren, sollte aber auf gar keinen Fall zur Gewohnheit werden. Auch auf die genaue Einhaltung von vereinbarten Abgabeterminen für Ihre Aufgaben sollten Neulinge sehr genau achten.

Rechtzeitigkeit ist Ihr Stichwort in der Anfangszeit: Das gilt sowohl für das morgendliche Erscheinen am Arbeitsplatz als auch für die Terminierung eines an Sie übertragenen Projektes. Sollten Sie dafür mehr Zeit brauchen, als ursprünglich eingeplant, informieren Sie Ihren Vorgesetzten so früh wie möglich. Warten Sie nicht, bis dieser die fertigen Aufgaben einfordert.

5. Besserwisserei: "Das haben wir in meiner alten Firma aber ganz anderes gemacht." Solche und ähnliche Sprüche sollte sich ein Neuer in der Probezeit tunlichst verkneifen. Kein Vorgesetzter oder Kollege weiß einen neuen Mitarbeiter zu schätzen, der gleich in den ersten Wochen alles besser weiß und den ganzen Betriebsablauf umkrempeln will.

Generell ist es angebracht, Kritik am neuen Arbeitsplatz sehr vorsichtig und mit Bedacht zu äußern – und möglichst geschickt als konstruktive Verbesserungsvorschläge zu verpacken. Beobachten Sie daher erst einmal die Lage am Arbeitsplatz und rücken Sie – eventuell auf Nachfrage – in einem späteren Feedback-Gespräch mit neuen Ideen heraus.

6. Umgang mit Fehlern und Kritik: Gerade am Anfang macht jeder mal einen Fehler im neuen Job. Wenn Kritik kommt, diese nicht persönlich nehmen, sondern den sachlichen Kern sehen.

Wichtig: Passiert Ihnen gerade in der Probezeit ein Fehler, versuchen Sie ihn bloß nicht zu vertuschen, sondern am besten offen dazu zu stehen.

7. Feedback: Mit einem Feedback-Gespräch bis kurz vor Ende der Probezeit zu warten, ist ein Fehler. Denn dann ist es unter Umständen zu spät, um auf mögliche Kritik noch zu reagieren. In vielen Unternehmen gehört ein wöchentlicher "Jour Fixe", in denen Ergebnisse, aktuelle Projekte und Fragen besprochen werden, zum Arbeitsalltag – oder auch ein offizielles Gespräch nach den ersten sechs bis acht Wochen im neuen Job.

Ist nichts dergleichen vorgesehen, suchen Sie aktiv den Kontakt zu Ihrem Vorgesetzten und bitten Sie Ihn um eine Einschätzung Ihrer Arbeit.

Artikel teilen

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...