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Wettbewerb um Talente Wie Unternehmen jetzt die richtigen Mitarbeiter behalten und gewinnen

Die Coronakrise macht es Arbeitgebern keineswegs leichter, gutes Personal zu rekrutieren – obwohl viele Angestellte freigesetzt wurden.

Von Anne Koschik |

Die steigende Arbeitslosenquote lässt anderes vermuten: Im August standen 45.000 Menschen mehr auf der Straße als im Juli, im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg sie sogar um rund 636.000 an. Dennoch erwarten die Unternehmen einen verschärften Wettbewerb um die besten Talente. Das hat die internationale Employer-Branding-Beratung Universum in einer weltweiten Umfrage unter 1130 HR- und Recruiting-Experten herausgefunden.

So befürchten 56 Prozent der 90 attraktivsten Arbeitgebern der Welt, dass sie in den nächsten Monaten stärker um „die richtigen Mitarbeiter“ werben müssen. In Deutschland sind sogar mehr als Zweidrittel aller Arbeitgeber dieser Auffassung.

Die Hoffnung gut qualifizierter Bewerber, Jobwechsler und karrierefreudigen Mitarbeiter darf also wachsen: Denn ein Einstellungsstopp oder ein passives Rekrutieren ist für die überwiegende Mehrheit der Unternehmen kein Thema, so ein wichtiges Ergebnis der Studie.

Weltweit rechneten sogar 86 Prozent aller Unternehmen fest damit, „dass der Bedarf an neuen Mitarbeitern im kommenden Jahr gleich hoch bleibt oder sogar noch steigen wird“. In Deutschland stehen etwas weniger, nämlich acht von zehn Unternehmen, auf diesem Standpunkt.

Das macht Arbeitgeber attraktiv

Was zeichnet ein Unternehmen aus und warum sollten Menschen ausgerechnet bei diesem Unternehmen arbeiten? „Manager können es sich auch in einer Wirtschaftskrise kaum erlauben, diese Fragen zu ignorieren und damit die Entwicklung der eigenen Arbeitgebermarke zu vernachlässigen“, so die Beratung Universum.

Deswegen müssen sich Jobwechsler, Einsteiger und Bewerber nicht wundern, wenn Unternehmen schon bald ihre Arbeitgebermarke noch stärker in den Vordergrund stellen. Das kann sowohl in Stellenanzeigen geschehen, in der Unternehmenspräsentation auf der Homepage als auch in sozialen Netzwerken.

Arbeitgeber werden hier ihre unverwechselbare Kerneigenschaften darstellen und dazu Bewerbern Karrieremöglichkeiten, flexible Arbeitszeitmodelle mit einem erhöhten Anteil an „Remote Working“, Agilität im Arbeitsprozess, finanzielle Anreize, spannende Tätigkeiten und Herausforderungen offerieren.

Zudem gewinnt – aus Arbeitnehmersicht – immer mehr der persönliche Umgang in Unternehmen durch wertschätzendes Verhalten an Bedeutung, wie auch die jährliche Erhebung der Uni Bamberg zur Arbeitgeberattraktivität zeigt. Sinnstiftung, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein sollten sich dabei in der Unternehmenskultur widerspiegeln.

Weil sie sich einen Vorsprung im Talentewettbewerb erhoffen, legen in Deutschland 95 Prozent aller Unternehmen einen besonderen Fokus darauf. „Die Coronakrise kann für Unternehmen auch eine Chance sein, ihre Arbeitgebermarke kritisch zu hinterfragen und entsprechend weiterzuentwickeln“, sagt Tina Smetana, Country Manager Germany bei Universum.

Schlüsselfaktor für die Zukunft

Denn es geht darum, für Jobsuchende attraktiv zu sein – und für Mitarbeiter attraktiv zu bleiben. Weltweit jedes zweite Unternehmen sieht die Bindung der Mitarbeiter sogar „als Schlüsselfaktor“, um in Zukunft erfolgreich sein zu können. Für einen erfolgreichen Re-Start nach dem Lockdown hat Mitarbeiterbindung sogar oberste Priorität: Das hat die Online-Jobplattform Stepstone bei einer ähnlichen Befragung unter 8500 Teilnehmern herausgefunden. Fast 90 Prozent kamen zu dieser Schlussfolgerung.

Wo genau die Unternehmen ansetzen, wird sich in Kürze zeigen. Für ihre Analysen ziehen die Arbeitgeber auch immer stärker verfügbare Daten heran, die ihnen Antworten liefern sollen auf Fragen wie:

  • Wie wird das Unternehmen in der Öffentlichkeit gesehen?
  • Wodurch unterscheidet sich das Unternehmen vom Wettbewerber?

„Sowohl bei der Messung und Entwicklung der eigenen Arbeitgebermarke als auch bei klassischen Recruiting-Prozessen spielen datengestützte Analysen und digitale Tools eine immer wichtigere Rolle“, sagt sagt Stefanie Müller, Senior Director HR bei Stepstone.

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