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Stellenmarkt Fünf verblüffende Parallelen zwischen Fitnessstudio und Jobsuche im Januar

Wer die guten Vorsätze auch im Job umsetzen will, muss im Januar besondere Spielregeln beachten.

Bewerbung – ganz einfach | Von Angelika Ivanov |

Der Monat Januar steht ganz im Zeichen des Neuanfangs. Und wer regelmäßig ins Fitnessstudio geht, weiß: Dieser Monat ist keine gute Zeit für einen ruhigen Work-out. Volle Umkleiden, lange Schlangen vor den Cardio-Geräten und immer wieder die gleichen Vorsätze: Mehr Sport und weniger Festtagsspeck.

Ähnlich verhält es sich auf dem Arbeitsmarkt. Stellenportale erzielen erhöhte Klickzahlen, Personaler scannen vermehrt Bewerber. Deren Hoffnung: Neues Jahr, neuer Job.

Aber auf dem Jobmarkt wie auch im Fitnessstudio gilt: Wo das Gedränge groß ist, verschärft sich der Wettbewerb. Laut der Personalberatung Robert Half kommen im Januar im Schnitt auf eine Stelle zwei Bewerber – deutlich mehr als in den meisten anderen Monaten. Die Neujahrsfalle hat voll zugeschnappt. So wie im Fitnesscenter.

Und das ist bei weitem nicht die einzige Parallele, die sich bei näherer Betrachtung finden lässt.

Hier sind fünf Dinge, die im Januar sowohl auf Fitnessstudios als auch auf den Jobmarkt zutreffen – und Strategien, wie Sie sich in diesem besonderen Monat gegen die Massen behaupten.

1. Die passende Herausforderung finden

Wer sich im Fitnessstudio zum Spinning zwingt, aber eigentlich lieber Yoga mag, wird über kurz oder lang unglücklich und meldet sich irgendwann ab. Wer jedoch Übungen oder Kurse gefunden hat, die zu ihm passen, bleibt motiviert und wird seine Ziele erreichen.

Im übertragenen Sinne gilt das auch für die Berufswelt: Wer das Passende gefunden hat, bleibt dabei. Der Münchner Personalexperte Christian Pape rät, während der Jobsuche weniger auf eine konkrete Position zu schielen, als ein Unternehmen zu finden, das zur Persönlichkeit und den eigenen Werten passt.

Deswegen sollten die Kandidaten genau überlegen, was Ihnen am künftigen Arbeitgeber wichtig ist. Achtet der künftige Arbeitgeber auf Nachhaltigkeit und Umwelt? Ist eher ein familiengeführtes Unternehmen mit eignen Regeln oder ein Konzern etwas für mich? Daran sollten Sie strickt ihre Suche ausrichten.

2. Vorliegende Angebote genau prüfen

Sie sind skeptisch bei unschlagbar günstigen Lockangeboten bei Fitnessstudios? Auch bei Stellenausschreibungen sollten Sie besser zweimal hinsehen.

Wie aussagekräftig ist das Anforderungsprofil? Sucht das Unternehmen eher eine eierlegende Wollmilchsau oder unterscheidet es explizit zwischen zwingend erforderlichen Kenntnissen und wünschenswerten Zusatzqualifikationen für den Job?

Trifft letzteres zu, ist es für Bewerber einfacher einzuschätzen, ob eine Stelle wirklich passt. Allerdings lässt sich oft erst im Vorstellungsgespräch über gezielte Fragen herausfinden, ob Jobausschreibung und Jobwirklichkeit tatsächlich zusammenpassen.

3. In der Masse die eigene Nische finden

Sind die eigenen Wünsche klar und die passende Stelle gefunden, fehlt noch eine präzise, kurze Bewerbung. Erfolgversprechend sind laut Berater Pape vor allem Anschreiben, in denen klar wird, wieso Sie ausgerechnet diese Firma anschreiben. „Beschäftigen Sie sich mit dem Unternehmen. Dann werden Sie als Kandidat auch ernstgenommen.“

Von Initiativbewerbungen rät Pape ab. „Die landen in den seltensten Fällen bei den Entscheidern.“

Am besten sei ohnehin der Weg an der Masse vorbei. „Suchen Sie den direkten Kontakt zu den Verantwortlichen des Wunscharbeitgebers“, sagt er. Das geht etwa online via Xing, aber auch bei Karriere-Messen und anderen Branchenevents. Im Fitnessstudio trainiert es sich schließlich auch am entspanntesten außerhalb der Stoßzeiten.

4. Ein Sparringspartner hilft

Es ist einer der gängigsten Tricks, um sich zum Sport zu motivieren – gerade, wenn man lange nicht mehr aktiv war: Einfach zu zweit ins Fitnesscenter gehen. Der gemeinsame Work-out hindert Ihren inneren Schweinehund daran, eine Verabredung zum Schwitzen bedenkenlos abzusagen. Ähnlich ist es auch bei der Jobsuche.  

Sich ganz alleine durch die Stellenangebote zu lesen und verschiedene Onlinemasken der Unternehmen auszufüllen, geht an die Substanz. „Vielen ist das zu aufwändig. Sie denken sich dann, so schlimm ist es gar nicht und geben auf“, sagt Pape.

Es kann helfen, möglichst vielen Freunden, Studienbekanntschaften, Ex-Kollegen und Verwandten von den eigenen Plänen zu erzählen. Vielleicht hat jemand irgendwas gehört oder weiß aus dem Intranet des eigenen Arbeitgebers von freien Stellen. All das erhöht die Wahrscheinlichkeit, den neuen Traumjob zu finden.

5. Auf die Ausdauer kommt es an

Ob im Fitnesscenter oder auf Jobsuche: Irgendwann ebbt der Ehrgeiz bei den meisten ab. Dann kommt Ihre Chance – vorausgesetzt Sie haben selbst nicht schon längst aufgegeben. Papes Erfahrung: Ab März ist die Konkurrenz auf dem Jobmarkt deutlich kleiner und eine Bewerbung folglich chancenreicher. Wer ab Beginn des Jahres eine Bewerbung nach der anderen raushaut, geht entweder unter oder verliert bei zu viel Absagen den Glauben an sich selbst. Deshalb ist Ausdauer gefragt. Dann genügen auch kleinere Kraftanstrengungen.

Ein Richtwert: 30 Minuten pro Tag reichen aus, um die Stellenangebote zu prüfen und Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn nach Jobs zu flöhen. Wer gerade nicht im Job ist, kann die Zeit auch nutzen, um Zusatzqualifikationen wie eine neue Sprache zu lernen. Wer sich in Geduld übt und eine gute Selbsteinschätzung hat, kommt also weiter – sowohl in der Firma als auch im Fitnessstudio.

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