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Berufseinsteiger und Jobwechsler gehen auf Nummer Sicher: Beliebte Homeoffice-Jobs

Stellenausschreibungen Homeoffice-Angebote rücken verstärkt in den Fokus der Jobsuchenden

Berufseinsteiger und Jobwechsler gehen in der zweiten Coronawelle auf Nummer Sicher. Und Unternehmen passen sich dem Trend zunehmend an, zeigen Auswertungen der Jobbörsen.

Von Anne Koschik |

Mit steigenden Covid19-Infektionszahlen wächst das Interesse der Jobsuchenden an Homeoffice-Jobs. Eine deutliche Parallelität stellt die Jobbörse Indeed fest. Die Nachfrage sei fast wieder so hoch wie im März – zu Zeiten der ersten Infektionswelle also.

„Es ist bemerkenswert, aber letztlich auch folgerichtig, dass die Suchanfragen nach Jobs im Homeoffice die Entwicklungen der Fallzahlen fast wie ein Seismograf nachzeichnen“, sagt Annina Hering, Ökonomin im Indeed Hiring Lab.

Ihren Forschungsergebnissen zufolge scheint die Arbeit im Homeoffice genau dann attraktiver und stärker nachgefragt zu sein, wenn die Diskussionen über die Sicherheit und Beschränkungen in der Öffentlichkeit zunehmen. Seit Anfang August bis haben diese Suchanfragen um 42 Prozent zugenommen.

Sicherheit und Gesundheit werden somit zu wichtigen Kriterien bei der Jobsuche. Insgesamt zielt aktuell gut jede hundertste Jobsuche auf Indeed auf einen Homeoffice-Job ab.

Auch das Online-Stellenportal Stepstone stellt fest, dass das Bewerbungsinteresse bei Anzeigen mit „Homeoffice“ im Titel um 38 Prozent höher ist als bei Anzeigen ohne diesen Zusatz. Der Begriff „Homeoffice“ befindet sich in diesem Jahr mittlerweile sogar unter den Top 25 Suchbegriffen der Jobbörse.

Und im Vergleich zum Vorjahr ist das Interesse der Bewerber an Homeoffice-Jobs schon um rund ein Fünftel höher.

Homeoffice als Argument im Recruiting

Dass die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, seit Beginn der Pandemie bei Bewerbern und Beschäftigten hoch im Kurs steht, bestätigt eine Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half. In einer aktuellen Umfrage unter rund 1500 Personalmanagern kam heraus, dass auch bereits 60 Prozent der teilnehmenden Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit der Remote- oder Telearbeit anbieten.

„Home-Office ist während der Pandemie ein Stück weit zur Selbstverständlichkeit geworden. Sie führt zu einer besseren Work-Life-Balance vieler Mitarbeiter und ist oft ein wichtiges Argument im Recruiting, um Fachkräfte vom Unternehmen zu überzeugen“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France bei Robert Half.

Indeed-Ökonomin Hering sieht das ähnlich: Den Arbeitgebern sei es nicht entgangen, „dass sie mit großzügigen Angeboten zur Heimarbeit begehrte Talente anlocken können“. Die Corona-Pandemie habe dieses Umdenken stark gefördert und den Trend beschleunigt.

Diese Stellenangebote gibt es

In den Online-Stellenportalen spiegelt sich das in den spürbar veränderten Jobangeboten wider. Der Anteil der Stellenausschreibungen mit der Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten, sei „so hoch wie noch nie in diesem Jahr“, meldet Indeed.

Aktuell enthalten dort knapp sechs Prozent der Offerten die Option, zumindest teilweise im Homeoffice zu arbeiten. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es nur 3,6 Prozent. Damit ist der Anteil um fast zwei Drittel gestiegen.

Bei Stepstone ist der Anteil dieser Jobanzeigen sogar noch höher: Rund 9,4 Prozent der Stellen sind mit dem Hinweis auf Homeoffice ausgeschrieben.

Besonders häufig ist das im Bereich IT der Fall: Denn erstens besteht hier schon länger ein großes Ungleichgewicht bei Angebot und Nachfrage – Experten und Talente sind rar. Und zweitens ist die Möglichkeit, remote zu arbeiten in der Regel wesentlich einfacher als in anderen Jobs.

Viele Homeoffice-Angebote kommen zudem aus dem Bereich Personalmanagement.

Aber auch für Juristen sowie in den Berufsfeldern Marketing und Finance gibt es eine große Auswahl an Jobangeboten, die zumindest tageweise die Arbeit von zuhause möglich machen.

Homeoffice: Diese Optionen bietet das Ausland

Im Vergleich zum Ausland ist das Bedürfnis nach Homeoffice-Arbeitsplätzen in Deutschland hoch. Nur in Irland ist die Suche nach Homeoffice-Jobs noch ausgeprägter. Aber auch in Großbritannien wünschen sich viele, von zuhause aus arbeiten zu können.
Geringer ist das Interesse an der Arbeit im eigenen Zuhause in Spanien und Frankreich.

„Während die Heimarbeit in Irland und Großbritannien ein selbstverständlicher Teil der Arbeitskultur ist, ist für viele Beschäftigte in Frankreich und Spanien die Präsenzkultur in Unternehmen häufig noch Standard“, erklärt Indeed-Ökonomin Annina Hering.

Bei vielen Arbeitgebern habe sich das selbst in der Corona-Pandemie nicht geändert. „In Deutschland hingegen waren Homeoffice-Jobs bereits vor der Corona-Krise beliebt. Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens loten nun noch mehr Jobsuchende diese Option aus.”

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