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Kündigung Warum ein Drittel der Arbeitnehmer keine Angst vor dem Jobverlust hat

Bei einer Kündigung ist jeder dritte Deutsche sicher, schnell wieder eine neue Stelle zu finden. Das zeigt eine aktuelle Studie. Sorgen bereitet Arbeitnehmern etwas anderes.

Kündigung Arbeitsvertrag | Von Angelika Ivanov |

Warum ein Drittel der Arbeitnehmer keine Angst vor dem Jobverlust hat

Netzwerken für den neuen Job

Keine Angst vor der Kündigung: Ein gutes Netzwerk hilft, von einem neuen Job zu erfahren.

Foto: Bruce Mars on Unsplash

Die „German Angst“ ist ein Begriff, der das zögerliche Verhalten der Deutschen beschreibt. Nun zeigt eine Studie: Beim Thema Job sind mehr als 30 Prozent gelassen und zuversichtlich.

Trotz Digitalisierung und Warnungen vor einer Rezession haben die Befragten keine Angst davor, ihre Stelle zu verlieren. Sollte jedoch eine Kündigung ausgesprochen werden, sind sie überzeugt, schnell etwas Neues zu finden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts Innofact in Zusammenarbeit mit der Job-Beratung von Rundstedt.

Optionen zuhauf: Jobportale und Karrierenetzwerke geben Sicherheitsgefühl

Vor allem Arbeitnehmer über 30 Jahre und Führungspersonen sehen ihrer beruflich Situation gelassen entgegen. Mehr als 45 Prozent der Befragten „lassen sich nicht von Studien und Zeitungsartikeln verrückt machen“, heißt es.

Aber auch Studenten und Geringbeschäftigte stimmten der Aussage zu, dass sie „das Thema Kündigung entspannt sehen“.

Sollten sie ihre Stelle verlieren, sehen sie gute Chancen über ihr virtuelles Netzwerk oder Jobportale schnell eine neue Aufgabe zu finden.

Die Lage am Arbeitsmarkt gibt ihnen Recht. Gerade gut qualifizierte Kräfte sind aktuell in einer vorteilhaften Position, sich ihre Stellen aussuchen zu können.

Besonders in Branchen wie Informatik, Ingenieurwesen für Elektrotechnik, Metallbau oder in der Pflege blieben laut Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2018 über 180.000 Stellen unbesetzt. Fünf Jahre zuvor fehlten nur rund 114.000 Arbeitskräfte.

Das bestätigt auch Joachim Diercks, Geschäftsführer von Cyquest. Das Unternehmen entwickelt Software für Personalrecruitment. Seit Jahren beobachtet er den Markt und stellt fest: „Personaler waren früher wie Lottofeen. Sie mussten nur die richtige Bewerbung rausfischen. Heute warten sie oft vergeblich auf passende Kandidaten.“

Arbeitsmarkt im Wandel: Weiterbildung kann bei Jobwechsel helfen

Für Arbeitnehmer heißt es: Sie können sich eigentlich entspannt zurücklehnen. Ganz gelassen geht es in deutschen Unternehmen doch nicht zu. Sorge bereitet Arbeitnehmer der soziale Abstieg.

Nahezu die Hälfte der Befragten befürchtet bei einem Jobwechsel einen Karriereschritt zurück zu gehen und weniger Geld zu verdienen. Rund 30 Prozent haben Angst umziehen zu müssen und damit nicht nur ihr zu Hause, sondern auch ihr soziales Umfeld zu verlassen.

Jeder Dritte befürchtet zudem, den technischen Anschluss zu verlieren. Eine begründete Angst, meint auch Christian Summa, der die Digitalisierung der Arbeitswelt bei von Rundstedt analysiert.

„Der deutsche Arbeitsmarkt verändert sich derzeit stärker als in den vergangenen Jahren“, sagt er. Sein Lösungsansatz: „Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter auf den Wandel vorbereiten und rechtzeitig fortbilden.“

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