Das Erfolgsportal von
Handelsblatt & WirtschaftsWoche
Alles, was erfolgreich macht.

Kriterien bei der Berufswahl Warum Gehalt für High Potentials wichtiger ist als eine Work-Life-Balance

Top-Studierende wollen vor allem eins: ein Top-Gehalt: Weiche Faktoren sind hingegen nicht mehr so wichtig. Das zeigt eine neue Studie.

Gehalt | Von Anne Koschik |

Warum Gehalt für High Potentials wichtiger ist als eine Work-Life-Balance

Hoch hinaus

High Potentials wollen beruflich hoch hinaus und gehen dabei voll ins Risiko: Sie wählen Unternehmen, in denen sie hohe Gehälter erzielen und schnelle Karriere machen können.

Foto: Guy Kawasaki on Unsplash

Work-Life-Balance? Eine sinnvolle Beschäftigung? Flexible Arbeitszeiten? Das mag bei der Berufswahl auch wichtig sein.

Doch was für High Potentials der wichtigste Grund bei der Wahl ihres Arbeitgebers ist: ein Top-Gehalt. Das zeigt die „Most-Wanted“-Studie der Unternehmensberatung McKinsey und des Karrierenetzwerks e-fellows.net.

Demnach sind für die gut ausgebildeten Absolventen neben dem Gehalt auch der Ruf des Unternehmens wichtig und ein Aufgabenbereich, der sie herausfordert. Diese Kriterien scheinen am ehesten das einzulösen, worauf es der qualifizierte Nachwuchs abgesehen hat: Wertschätzung in Form von Position und Gehalt.

Bei der Befragung haben sich mehr als 7.000 Toptalente verschiedenster Fachrichtungen beteiligt, darunter Studierende, Absolventen und Berufsneulinge – rund die Hälfte davon aus den Fachrichtungen BWL und Jura.

Auf eine gute Work-Life-Balance und flexible Arbeitsmöglichkeiten legen die Top-Talente hingegen weniger wert. Das Resultat ist auffällig, sind diese Themen bei anderen Studien über die Generation Y für die Absolventen immer besonders wichtig.

Das sind die beliebtesten Branchen der Top-Talente

Und was sind die begehrtesten Branchen? Laut Studie wirkt die Unternehmensberatung auf die Top-Absolventen besonders anziehend, gefolgt vom akademisch-wissenschaftlichen Bereich und dem öffentlichen Dienst.

Betrachtet man nur die befragten Frauen, fällt eine leicht geänderte Reihenfolge auf: Hier führt der akademisch-wissenschaftliche Bereich vor dem öffentlichen Dienst und der Unternehmensberatung.

Diese Branchen sind unter den besten Absolventen auch besonders beliebt:

9. Pharma

Am Schluss stehen die Branchen Verkehr & Logistik, Versicherung sowie Telekommunikation – hier wollen die wenigsten Arbeiten.

Gehaltswünsche: Männer fordern mehr als Frauen

Thema Geld: Weibliche High Potentials rechnen beim Berufseinstieg mit einem Gehalt von mindestens 50.000 Euro. Männer erwarten hingegen gleich 12.000 Euro mehr.

Der Unterschied überrascht McKinsey-Partnerin Julia Klier: „Obwohl es bereits seit einigen Jahren eine Diskussion um das Thema Gender Pay Gap gibt, haben Top-Studentinnen immer noch wesentlich niedrigere Gehaltserwartungen als männliche Toptalente. Dieser Unterschied wird sogar größer.“ Im Vergleich zur Befragung 2015 ist er von 14 auf knapp 20 Prozent gestiegen.

Insgesamt steigen jedoch bei beiden Geschlechtern die Erwartungen an den Verdienst. Dafür sind Männer und Frauen in unterschiedlich hohem Maß bereit, Einsatz zu zeigen: Mehr als 48 Stunden pro Woche würden Männer für eine gute Bezahlung arbeiten, Frauen rund 44. Bei beiden Geschlechtern sank damit die Bereitschaft zu Extraschichten um drei Stunden seit 2015.

Auch in Sachen Risikofreude gibt es gravierende Unterschiede: Während 61 Prozent der Männer eine leistungs- und erfolgsabhängige außertarifliche Vergütung bevorzugen, stimmt dem nur ein Drittel der Frauen zu. Sie sind eher von der konstanten Vergütung nach Tarif angetan. Das mag weniger Geld sein – aber es ist sicher.

Karrierewünsche: Männer sind eher bereit, Verantwortung zu übernehmen

Eine hohe Führungsposition erreichen und viel Verantwortung für Mitarbeiter und Unternehmen übernehmen – das können sich Dreiviertel der Männer vorstellen. Aber nur gut die Hälfte der Frauen verfolgt dieses Ziel. High Potentials teilen aber im gleichen Maße die Zuversicht, diese hohe Führungsposition im oberen Management auch erreichen zu können.

Im Durchschnitt ziehen Frauen aber die fachliche Karriere als Expertin für einen spezifischen Bereich einer Managementrolle eindeutig vor.

Worin sich beide Geschlechter einig sind: Sie wünschen sich vor allem planbare, stabile und langfristige Karrieremöglichkeiten. 

Diese zehn Faktoren machen ein Unternehmen attraktiv

Am liebsten möchten die Top-Talente all das erreichen in einem Unternehmen mit den folgenden Eigenschaften beziehungsweise Angeboten:

  1. Guter Ruf, speziell im eigenen Umfeld

  2. Herausfordernde Aufgaben

  3. Unternehmenskultur, die zur Persönlichkeit passt

  4. Attraktive Produkte und Dienstleistungen

  5. Chancen auf dem Arbeitsmarkt

  6. Weiterentwicklungschancen

  7. Nachhaltigkeit auf sozialer und ökologischer Ebene

  8. Innovative Ausrichtung

  9. Eigenverantwortliches Arbeiten

  10. Weiterbildungsprogramme

Bemerkenswert: Am wenigsten interessiert sie dabei ein internationales Arbeitsumfeld, flexible Arbeitsmöglichkeiten und das Thema Work-Life-Balance. Die Prioritätenliste der High Potentials ist eben besonders.

 

Lade Seite...